Xiaomi: Speicherpreise verteuern Smartphones spürbar

Wer gehofft hatte, dass die Smartphone-Preise nach den letzten Teuerungswellen zur Ruhe kommen, wird enttäuscht. Xiaomi dreht auf seinem Heimatmarkt China zum 2. August erneut an der Preisschraube. Betroffen ist fast die gesamte Palette – vom günstigen Redmi-Dauerbrenner bis hin zum teuren Flaggschiff.
Wen überrascht das wirklich? Der anhaltende Boom bei KI-Rechenzentren saugt gewaltige Mengen an Arbeitsspeicher und Flash-Modulen ab. Die Halbleiterhersteller schichten ihre Produktion radikal um, wodurch Bausteine für Smartphones knapper und im Einkauf drastisch teurer werden.
Chip-Krise trifft Snapdragon und MediaTek gleichermaßen
Dass hier kein Streit mit einzelnen Chipentwicklern wie Qualcomm oder MediaTek vorliegt, zeigt die Liste der betroffenen Geräte eindeutig. Xiaomi hebt die Preise für Einsteiger- und Mittelklasse-Modelle wie das REDMI Turbo 5 (neuer Preis: 2.599 Yuan statt 2.299 Yuan) und das REDMI K90 pauschal um 300 Yuan an. Die MediaTek-Ableger werden im exakt selben Rahmen teurer. Beim Spitzenmodell Xiaomi 17 Pro Max steigt der Preis sogar um 500 Yuan auf 6.499 Yuan.
Das macht die Lage unmissverständlich klar: Die eigentlichen Prozessoren sind gar nicht der Auslöser. Es sind der verbaute RAM und der UFS-Flash-Speicher, die den Herstellern die bisherigen Kalkulationen verhageln.
Vervierfachte Komponenten-Preise fressen die Margen
Diese Dynamik hatte sich bereits im Frühjahr angedeutet. Schon im April musste Xiaomi erste Anpassungen vornehmen. Redmi-Chef Lu Weibing bezifferte die Entwicklung damals recht deutlich: Die Preise für Speicherbausteine hatten sich im Jahresvergleich bei identischen Spezifikationen fast vervierfacht. Allein für eine Bestückung mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher fielen in der Fertigung gut 1.500 Yuan mehr an.
Ich bin echt gespannt, wie lange die Hersteller diesen Kostendruck auf den Heimatmärkten abfangen können, bevor die Welle den europäischen Handel erreicht. Lu Weibing nannte die aktuelle Phase die schwierigste seit knapp einem Jahrzehnt – dem kann man kaum widersprechen.
Kaufstrategie: Was das für Verbraucher bedeutet
Besonders bitter ist, dass preisgünstige Smartphones die Hauptlast dieser Komponenten-Verteuerung tragen. Dadurch wird das Segment bezahlbarer Geräte spürbar ausgedünnt. Wer in nächster Zeit ein neues Smartphone plant, sollte aktuelle Vorjahresmodelle oder Rabatte genau im Auge behalten. Da bin ich auf die finalen Preise der nächsten europäischen Modellstarts auf jeden Fall gespannt.
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