Apple Watch Series 12 & Ultra 4: Teure Messwut statt Akku-Wunder

Apple Watch Series 12 und Watch Ultra 4
Quelle: Apple
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Ich sitze vor den offiziellen Spezifikationen der Apple Watch Series 12 sowie der Apple Watch Ultra 4 und frage mich ernsthaft, für wen Apple diese Keynote eigentlich veranstaltet hat. Statt das Dauerbrenner-Problem der Akkulaufzeit endlich radikal zu lösen, dreht Cupertino an Sensor-Schrauben, die im Alltag kaum jemand vermisst hat. Wer gehofft hatte, dass der neue S11-Chip das tägliche Ladekabel überflüssig macht, sieht sich einmal mehr getäuscht.

Taktfrequenz fürs Herz: Pulsmessung alle fünf Sekunden

Schon beim jüngsten Code-Leak zur Apple Watch Series 12 zeichnete sich ab, dass Apple den Schwerpunkt auf tiefere Fitness-Daten verlagert. Jetzt ist es offiziell: Das neue Health Sensing System feuert dank überarbeiteter optischer Sensoren im Alltag alle fünf Sekunden eine Pulsmessung ab. Ergänzt wird die Messwut durch eine bis zu 24-mal häufigere Erfassung der Herzfrequenzvariabilität. Aus diesen Daten berechnet der Algorithmus einen Tagesformwert von 0 bis 10, der dem Nutzer verrät, ob er trainieren oder auf der Couch bleiben sollte. Das ist nett für Statistik-Freaks, ändert aber nichts daran, dass die normale Laufzeit der Series 12 bei 24 Stunden feststeckt. Einzig bei Outdoor-Workouts legt die Uhr auf bis zu 10 Stunden zu. Immerhin liefert der Schnelllade-Modus nach 15 Minuten wieder Saft für 12 Stunden.

Keramik-Comeback und saftige Preise ab 449 Euro

Optisch bleibt Aluminium mit den Farben Space Gray, Black, Light Gold und Dark Bronze die Basis. Wer tief in die Tasche greifen will, entscheidet sich für die Titan-Ausführung oder feiert das Comeback eines alten Bekannten. Mit der Ankündigung eines Keramik-Gehäuses für die Apple Watch Series 12 bringt Apple die Edel-Optik in Pearl White und Night Blue zurück an das Handgelenk. Preislich startet das Aluminium-Modell in Deutschland bei 449 Euro, während Vorbestellungen am 9. September 2026 anlaufen und der offizielle Verkaufsstart am 18. September 2026 folgt. Bitter ist der Blick auf die Software-Features: Nützliche Funktionen wie Live Rewind oder Siri Recap schaffen es zum Marktstart nicht in die EU. Apple liefert europäischen Käufern damit erneut ein abgespecktes Software-Paket aus.

Apple Watch Ultra 4: Mehr Ausdauer, aber 899 Euro teuer

Beim Outdoor-Topmodell Apple Watch Ultra 4 fällt das Update ebenfalls überschaubar aus. Die Uhr behält das markante 49-Millimeter-Titangehäuse in Natural sowie Black Titanium und das gewohnte LTPO3-Display mit 3.000 Nits Helligkeit. Einzig beim Akku erlaubt der S11-Prozessor mehr Spielraum: Bis zu 50 Stunden bei normaler Nutzung und bis zu 84 Stunden im Stromsparmodus gibt Apple an. Wer exzessive GPS-Workouts absolviert, zieht die Laufzeit im erweiterten Trainingsmodus auf bis zu 45 Stunden. Wer dafür allerdings mindestens 899 Euro aufruft, muss echte Argumente bieten – und nicht bloß leicht verfeinerte Sensorringe und geschützte Exklaven für den Datenschutz.

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