iPhone Duo ist offiziell: Apples Falt-Debüt fordert extrem hohen Preis

Apple iPhone Duo in den Farben Star White (Weiß) und Night Sky (Dunkelblau)
Quelle: Apple
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Apple wagt mit dem iPhone Duo endlich den Schritt in den Markt der faltbaren Smartphones. Jahrelang habe ich mir am Schreibtisch die Patentanträge und Gerüchte angeschaut, doch nun liefert Cupertino tatsächlich ein marktreifes Falt-Gerät. Der erste Blick auf die technischen Daten zeigt allerdings sofort, dass dieser Schritt radikale Entscheidungen bei Hardware, Biometrie und Preisgestaltung erzwingt.

Das auffälligste Feature der Hardware sitzt auf der Innenseite des biegsamen Panels. Apple verbaut beim Hauptdisplay erstmals eine Under-Display Camera (UDC), womit die Dynamic Island oder störende Punch-Holes auf dem innenliegenden Schirm komplett entfallen. Die technische Hürde bei solchen Kameras liegt seit jeher in der Lichtdurchlässigkeit der OLED-Pixel über der Linse. Android-Konkurrenten kämpfen bei ihren Faltgeräten seit Jahren mit sichtbaren Pixelrastern und reduzierter Fotoqualität bei Selfies. Ob Apple diesen Kompromiss bei Videoanrufen optisch besser kaschieren kann, wird erst die tägliche Praxis zeigen.

Beim Blick auf das Preisschild wird klar, welche Zielgruppe der Konzern im Auge hat. Schätzungen aus der Zuliefererkette und die Preisprognosen für Apples aktuelles Line-up zeigten bereits im Vorfeld, dass faltbare Technik extrem teuer bezahlt werden muss.

Das Basismodell des iPhone Duo kommt mit 256 GB Speicherplatz daher und schlägt in Deutschland direkt mit 2.299 Euro zu Buche. Damit bestätigt sich, dass Apples Namenswechsel und Preisstrategie beim Falt-Handy reine Luxus-Hardware im absoluten Spitzen-Segment bedeutet. Wer mehr Speicher benötigt, muss für die 512 GB Variante bereits 2.549 Euro hinblättern, während das Modell mit 1 TB Speicher bei 3.049 Euro landet.

Für Power-User treibt Apple das Spiel noch weiter auf die Spitze. Die maximale Ausbaustufe mit riesigen 2 TB Speicher knackt jede Schmerzgrenze und kostet irrwitzige 3.799 Euro. Bei solchen Summen kaufen andere Leute ein brauchbares Gebrauchtauto oder eine komplette Kamera-Ausrüstung samt Objektiven.

Unter-Display-Kamera trifft auf radikales Gehäusedesign

Die Abmessungen des Gehäuses verdeutlichen den immensen technischen Aufwand der Konstruktion. Zusammengeklappt zeigt sich das Smartphone überraschend schlank, doch der herausragende Kamerablock auf der Rückseite dominiert die Optik deutlich. Schon die Gerüchte zum neuen Kameraaufbau des Foldables deuteten darauf hin, dass die Entwickler bei den Hauptsensoren keine Abstriche machen wollten. Ein Dual-Kamera-System mit 48 Megapixeln sorgt für die gewohnte Bildqualität der Pro-Reihe, fordert aber eben auch sichtbaren Platz in der Gehäusetiefe.

Auch bei der Biometrie geht der Konzern völlig neue Wege für das eigene Ökosystem. Statt der gewohnten Face-ID-Sensoren setzt das iPhone Duo auf einen seitlich im Power-Button integrierten Fingerabdrucksensor. Diese Änderung ist eine logische Konsequenz der schlanken Bauweise des Klappdisplays. Ein vollständiges TrueDepth-Kamerasystem für die Gesichts-Erkennung hätte im zusammengeklappten Zustand schlicht zu viel Bauraum verschlungen. Die Bedienlogik ändert sich dadurch für langjährige Nutzer spürbar, da das gewohnte blinde Entsperren per Blick entfällt.

Das innenliegende OLED-Display verzichtet dank der Linse unter dem Bildschirm auf jegliche störende Aussparungen. Für die Darstellung von Inhalten im Vollbildmodus bringt das unbestreitbare Vorteile im Alltag. Videos, Spiele und Dokumente werden ohne störende Notches oder Löcher im Panel angezeigt. Allerdings bleibt die Falte in der Mitte des flexiblen Glases auch bei Apple eine physikalische Realität. Das Scharnier soll den Knick zwar minimieren, komplett unsichtbar wird er bei seitlichem Lichteinfall jedoch nicht sein.

Hohe Hürden bei Display-Mechanik und Thermik

Die Fertigung eines Falt-Displays stellt jeden Smartphone-Hersteller vor gewaltige Herausforderungen. Das flexible Glas muss Tausende von Klappvorgängen problemlos überstehen, ohne dass Mikrorisse oder Farbverfälschungen entstehen. Apple setzt auf ein eigens entwickeltes Scharnier, das den Druck auf das Panel beim Schließen gleichmäßig verteilt. Dennoch zeigt die Erfahrung mit der Konkurrenz, dass bewegliche Bauteile immer eine potenzielle Schwachstelle für Staub und Flüssigkeiten darstellen.

Ein weiteres Nadelöhr ist die Wärmeentwicklung im schlanken Gehäuse. Durch die Trennung des Gehäuses in zwei dünne Hälften steht extrem wenig Raum für Passivkühlung zur Verfügung. Leistungsstarke System-on-a-Chip-Prozessoren benötigen unter Volllast eine effektive Hitzeableitung, um Drosselungen der Taktfrequenz zu vermeiden. Ob das iPhone Duo bei intensiven Anwendungen wie Videobearbeitung oder Gaming die volle Performance halten kann, bleibt eine der spannendsten Fragensammlungen.

Auch beim Thema Akkukapazität zwingt der Formfaktor zu Kompromissen. Um das Gehäuse im zusammengeklappten Zustand nicht wie einen schweren Ziegelstein wirken zu lassen, müssen die Batteriezellen dünn ausfallen. Zwar verteilt Apple die Stromspeicher auf beide Gehäusehälften, doch die Gesamtkapazität stößt an physikalische Grenzen. Der Stromverbrauch des riesigen Hauptdisplays wird die Laufzeit im Vergleich zu klassischen Pro-Max-Modellen vermutlich spürbar belasten.

Das Ökosystem als stärkster Verkaufsschlager

Technisch betrachtet hinkt Apple beim Erstling in einigen Punkten der etablierten Android-Konkurrenz hinterher. Hersteller wie Samsung, Xiaomi oder Honor liefern mittlerweile die sechste oder siebte Generation ihrer Falt-Smartphones aus. Sie haben Kinderkrankheiten bei Scharnier-Mechanismen und Akkutechnologien über Jahre hinweg ausgemerzt. Trotzdem dürfte das iPhone Duo auf Anhieb hohe Verkaufszahlen erzielen. Der Grund dafür liegt nicht in der reinen Hardware-Überlegenheit, sondern in der enormen Bindungskraft der eigenen Software.

Viele Kunden warten seit Jahren auf ein Gerät, das den Komfort eines iPad Mini mit dem Formfaktor des iPhones verbindet. Dienste wie iMessage, AirDrop und die nahtlose Einbindung in die iCloud verhindern für die meisten Käufer einen Wechsel zu Android-Foldables. Der Hersteller kann es sich daher erlauben, ein vergleichsweise teures Erstlingswerk auf den Markt zu bringen. Die eigene Zielgruppe akzeptiert kleine technische Zugeständnisse eher, als auf das gewohnte Ökosystem zu verzichten.

Die Positionierung des iPhone Duo zeigt zudem die künftige Ausrichtung des Smartphone-Portfolios. Cupertino spaltet das Line-up deutlicher als je zuvor. Während die Pro-Modelle weiterhin das Rückgrat für ambitionierte Nutzer bilden, dient das Foldable als Technologieträger für radikale Neuerungen. Der Einsatz der Kamera unter dem Display markiert einen Testlauf, der in kommenden Jahren auch in regulären Modellen Einzug halten könnte. Wer dieses Stück Zukunft schon heute nutzen möchte, muss tief in die Tasche greifen.

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