BMW i3: Das Elektro-Schicksal entscheidet sich in München

Der Startschuss im Münchner Stammwerk ist gefallen: BMW lässt die Serienproduktion des neuen BMW i3 offiziell anlaufen. Nach vier Jahren Umbau bei laufendem Betrieb mit täglich 1.000 gebauten Fahrzeugen rollt die Elektro-Limousine der Neuen Klasse vom Band. Doch während der Vorstand jubelt, schaue ich mit gemischten Gefühlen auf die Preisliste.
Wer das erste Serienmodell auf der dedizierten EV-Plattform fahren möchte, muss tief in die Tasche greifen. Zum Marktstart steht ausschließlich der i3 50 xDrive als First Edition für 75.340 Euro bereit. Erst Ende September öffnet das Bestellfenster für die reguläre Variante ab 65.900 Euro. Das ist die klassische Marge-First-Strategie, bei der Early Adopter eiskalt zur Kasse gebeten werden.
Zehn Prozent Sparpotenzial reichen dem Kunden nicht
Aus fertigungstechnischer Sicht ist der i3 ein Meilenstein. Werkleiter Peter Weber spricht von 10 Prozent geringeren Fertigungskosten in München durch Automatisierung, Digitalisierung und die reine Elektro-Architektur. Das klingt auf dem Papier gut, ist aber im harten Wettbewerb mit China nur ein kleiner Etappensieg.
Ich frage mich ehrlich, wie viel von dieser Effizienz beim Käufer ankommt. Ein Einstiegspreis von fast 66.000 Euro für eine Mittelklasse-Limousine bleibt ein stolzer Happen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass US-Kunden bis 2027 warten müssen und der Standort San Luis Potosí in Mexiko erst dann als zweites Werk einsteigt.
Bayerns regionales Netzwerk soll die Marge retten
Entscheidend ist die Logistik: Die Hochvoltbatterien der sechsten Gen6-Generation kommen aus dem neuen Werk Irlbach-Straßkirchen in Niederbayern – nur 90 Minuten vom Stammwerk entfernt. Der Gen6-Elektromotor wird im österreichischen Steyr montiert, das Gehäuse liefert Landshut.
Dieses „Local for Local“-Prinzip drückt Transportkosten und schützt die Lieferketten. Ob das reicht, um ab 2027 das Werk München komplett ohne Verbrenner gewinnbringend auszulasten, muss sich erst zeigen. Der Anfang ist gemacht, aber der Preisschock zum Start hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.
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