BMW iX4: Elektro-Coupé kommt noch 2026 nach Deutschland

München schafft Fakten. Auf dem Capital Markets Event hat BMW den Verkaufsstart des BMW iX4 für Ende 2026 offiziell bestätigt. Damit verwandelt sich die monatelange Erlkönig-Treibjagd in ein Serienmodell, das noch dieses Jahr enthüllt wird. Die Ansage an die Konkurrenz sitzt: BMW zieht die Transformation der Kernmarke ohne Zögern durch.
Coupé-Silhouetten als Cashcow im Werk Debrecen
Schon die ersten Erlkönig-Bilder des iX4 am Nürburgring zeigten eine deutlich flachere Dachlinie. Das Modell mit dem Werkscode NA7 nutzt die Technik des konventionellen iX3 (NA5). Beide laufen im ungarischen Werk Debrecen vom selben Band.
Dort arbeiten die Werkshallen bereits im Dreischichtbetrieb. BMW muss die Produktion ankurbeln, da für den iX3 innerhalb eines Jahres über 100.000 Bestellungen eingingen. Der iX4 bedient als Nischenmodell eine andere Zielgruppe: Das abfallende Heck kostet zwar Kopffreiheit im Fond und Kofferraumvolumen, bringt aber den optischen Dynamic-Kick. Wer Nutzwert braucht, nimmt den iX3 – wer Design will, zahlt den Aufpreis.
800-Volt-Technik zum saftigen Nischen-Aufpreis
Technisch greift der iX4 ins Regal der eDrive-Gen6-Architektur. Das bedeutet eine echte 800-Volt-Plattform mit hocheffizienten Rundzellen in Cell-to-Pack-Bauweise. Ladeleistungen von bis zu 400 kW schieben an Schnellladern in rund zehn Minuten Strom für 300 Kilometer nach. Das Cockpit dominiert das Panoramic iDrive auf Basis von Operating System X, während klassische Rundinstrumente hinter dem Lenkrad Geschichte sind.
Im Allrad-Topmodell liefern zwei Elektromotoren stramme 345 kW (469 PS) und 645 Nm Drehmoment ab. Die Netto-Batteriekapazität von 108,7 kWh ermöglicht praxistaugliche WLTP-Reichweiten von über 700 Kilometern. Finanziell langen die Münchner wie gewohnt zu: Während der iX3 40 ab 63.400 Euro startet, dürfte der iX4 spürbar darüber liegen. Für die Allradversion iX3 50 xDrive werden bereits 70.900 Euro fällig – das vergleichbare Coupé wird damit locker an der 75.000-Euro-Marke kratzen.
Verbrenner-Aus und Radikalkur im Portfolio
Dass der Konzern den Marktstart so vehement vorzieht, ist reine Strategie. Wie der Serienanlauf der Neuen Klasse in Europa beweist, konzentriert BMW sämtliche Ressourcen auf rein elektrische Schlüsselmodelle, um der chinesischen Rivalität Paroli zu bieten.
Mit der Einführung des iX4 stirbt der klassische X4 mit Verbrennungsmotor endgültig aus. Gleichzeitig bereinigt der Konzern sein Portfolio rigoros: Der 2er Active Tourer fliegt künftig ohne Nachfolger aus der Palette, um Kapazitäten für margenstarke Stromer freizumachen. Die Weltpremiere des iX4 steht kurz bevor – voraussichtlich auf einem eigenen Event vor dem Produktionsstart im November.
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