BMW Neue Klasse bekommt Coupé-Zuwachs: Der iX4 zeigt sich auf dem Prüfstand

Ein Erlkönig auf dem Nürburgring verrät, wohin die Reise für BMWs elektrische Zukunft geht. Mit dem kommenden iX4 verabschieden die Münchner den klassischen Verbrenner-X4 und setzen alles auf das neue Design- und Technik-Fundament.
Der bekannte Leaker @Wilcoblok hat Bilder geteilt, die den getarnten iX4 bei schnellen Runden auf der Rennstrecke zeigen. Seine Quellen gelten in der Tech- und Auto-Szene seit Jahren als überaus zuverlässig. Zu sehen ist ein SUV-Coupé, das die markante Frontgestaltung der neuen Design-Ära von BMW trägt.
Besonders auffällig ist der neu interpretierte Kühlergrill mit der Vier-Augen-Grafik, den wir bereits von den ersten Konzeptstudien kennen. Das Fahrzeug wirkt flacher und gestreckter als der kommende iX3, teilt sich mit diesem aber die technische Basis.
Effizienzsprung durch neue Rundzellen und extreme Ladeleistung
Die eigentliche Musik spielt bei diesem Modell auf technologischer Ebene. BMW wechselt mit der neuen Plattform konsequent auf eine 800-Volt-Architektur. Das bedeutet im Alltag Ladegeschwindigkeiten von bis zu 400 Kilowatt an der Schnellladesäule.
Das Laden von zehn auf achtzig Prozent soll damit in rund 21 Minuten erledigt sein. In Kombination mit der neuen, sechsten Generation des eDrive-Systems sind enorme Reichweiten möglich. Für das windschlüpfigere Coupé iX4 sind nach dem WLTP-Standard weit über 800 Kilometer im Topmodell realistisch.
Diese Werte klingen vielversprechend, haben aber eine spürbare Kehrseite. Um solche Reichweiten zu erzielen, verbaut BMW Mammut-Batterien mit einer Kapazität von fast 110 Kilowattstunden. Dieses enorme Akkugewicht belastet die Dynamik in engen Kurven, was sich auch bei den Testfahrten auf der Nordschleife andeutete.
Ein schwerer Akku erfordert zudem ein strafferes Fahrwerk, was im Alltag unweigerlich zulasten des Abrollkomforts geht.
Ein digitaler Innenraum ohne klassische Instrumente
Im Cockpit wird BMW den eingeschlagenen Weg radikal weitergehen. Ein zentraler Touchscreen mit einer Diagonale von fast 18 Zoll übernimmt fast alle Steuerungsaufgaben. Klassische Tachos hinter dem Lenkrad fallen komplett weg.
Stattdessen spiegelt ein dreidimensionales Head-up-Display alle wichtigen Daten direkt auf die untere Kante der Windschutzscheibe. Das ist im Alltag wichtiger als gedacht, da der Blick seltener von der Straße abweicht. Dennoch ist dieser Verzicht auf physische Tasten ein Kompromiss, der nicht jedem traditionellen Fahrer gefallen wird.
Die Preisgestaltung zeigt deutlich, dass der iX4 kein Schnäppchen wird. Während der normale iX3 in Europa knapp über 63.000 Euro starten soll, wird das Coupé traditionell teurer eingepreist.
Ein Einstiegspreis von rund 75.000 Euro für die Allradvariante erscheint hier absolut nachvollziehbar. Die offizielle Vorstellung erwarte ich noch Ende dieses Jahres.
Der fundamentale Wandel vom flexiblen Verbrenner zur reinen Elektro-Plattform
Die Vorstellung des iX4 markiert das Ende einer langen Übergangsphase bei BMW. Bisher nutzten die Münchner mit der CLAR-Plattform eine Architektur, die sowohl für Verbrenner als auch für Elektroautos herhalten musste. Mit der neuen Generation vollzieht der Autobauer den überfälligen Schritt zu einer dedizierten Elektro-Basis, um im harten Wettbewerb mit Herstellern wie Porsche und Audi Schritt zu halten.
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