BMW iX4: Crossover-Aero bringt 828 km Reichweite

Wer gehofft hatte, dass BMW bei den Preisen der Neuen Klasse mit der Zeit etwas bodenständiger wird, wird beim Blick auf die Daten des neuen BMW iX4 schnell eines Besseren belehrt. Mindestens 70.900 Euro verlangen die Münchner für das frisch vorgestellte SUV-Coupé in der Basisversion iX4 40 xDrive. Das ist eine saftige Ansage, zeigt aber zeitgleich, wo BMW mit der 800-Volt-Architektur hinwill. Die flach abfallende Dachlinie sorgt nämlich nicht nur für optische Dynamik, sondern liefert im Vergleich zum steileren Schwestermodell einen spürbaren Effizienzgewinn auf der Langstrecke.
Technisch teilt sich der 4,78 Meter lange, 1,90 Meter breite und 1,60 Meter hohe Crossover den Unterbau mit dem bekannten iX3. Allerdings nutzt die Coupé-Variante den aerodynamischen Vorteil konsequent aus. Während wie schon der eng verwandte Schwester-SUV BMW iX3 bei der Reichweite eine Punktlandung hinlegt, schiebt sich der iX4 noch ein Stück weiter nach vorne. Mit der großen 108,7-kWh-Batterie bringt es der iX4 50 xDrive auf bis zu 828 Kilometer nach WLTP. Das zeigt schlicht, wie viel Aerodynamik bei schwerelektrischen Crossovern am Ende ausmacht.

Allrad für alle und bis zu 400 kW am Schnelllader
BMW verzichtet beim iX4 komplett auf eine reine Heckantriebs-Variante zum Einstieg. Alle Versionen setzen auf je einen Elektromotor pro Achse und bieten somit permanenten Allradantrieb. Die Palette startet ab März 2027 mit dem iX4 40 xDrive, der 275 kW (374 PS) sowie 520 Nm Drehmoment leistet und mit dem kleineren 82,6-kWh-Akku bis zu 638 Kilometer Reichweite schafft. Wer mehr Reserven braucht, greift zum iX4 50 xDrive mit 345 kW (469 PS) und 645 Nm, der den Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,9 Sekunden absolviert. Erst bei 210 km/h bremst die Elektronik beide Modelle ab.
Spannend wird es beim Laden. Die eDrive-Technologie der Gen6 erlaubt Ladeleistungen von bis zu 400 kW Gleichstrom. Bei der großen Batterie bedeutet das: In nur zehn Minuten fließen im Idealfall 387 Kilometer frische Reichweite in den Unterboden. Der kleinere Akku lädt immerhin mit maximal 300 kW und holt sich in derselben Zeit 301 Kilometer zurück. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert bei beiden Akkugrößen exakt 21 Minuten. Zu Hause lädt der iX4 serienmäßig mit 11 kW, gegen Aufpreis sind 22 kW drin. Auch bidirektionales Laden via V2L, V2H und V2G ist ab Werk an Bord.
Fahrwerkstricks gegen das hohe Leergewicht
So eindrucksvoll die Papierform der Antriebe klingt, so schwer wiegt das Resultat auf der Waage. Mit einem Leergewicht zwischen 2.260 und 2.380 Kilogramm ist der iX4 ein echtes Schwergewicht. Um die träge Masse agil über den Asphalt zu bewegen, verbauen die Entwickler ein adaptives Leichtbau-Fahrwerk mit Doppelgelenk-Vorderachse und Fünflenker-Hinterachse. Wie man es bereits für den von BMW angekündigten Coupé-Crossover der Neue Klasse erwarten durfte, bildet die elektronische Architektur das eigentliche Herzstück.
Die Dynamik-Einheit hört auf den Namen Driving Stack BMW Dynamic Performance Control und läuft über die zentrale Steuerung. Wer sich mit den neuen Plattformen beschäftigt hat, kennt die Rolle der zentralen Fahrdynamik-Steuerung Heart of Joy, die Regelsignale zehnmal schneller verarbeitet als bisherige Systeme. Das soll das Ansprechverhalten bei Kurvenfahrten massiv schärfen und das hohe Fahrzeuggewicht kaschieren.
Im Innenraum baut BMW das bekannte Digital-Cockpit der Neuen Klasse auf. Fahrer blicken auf ein 17,9 Zoll großes Zentraldisplay, ein breit gezogenes Panorama-Head-Up-Display sowie eine 3D-Anzeige. Die Steuerung übernimmt das Betriebssystem OS X. Trotz der nach hinten abfallenden Dachlinie verspricht der Hersteller keine Nachteile beim Raumangebot. Das Kofferraumvolumen fasst 490 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank (40:20:40) auf bis zu 1.600 Liter. Unter der Fronthaube bietet ein 58 Liter großer Frunk zusätzlichen Platz für das Ladekabel.

M60 xDrive als sportliche Speerspitze mit 612 PS
Für Kunden mit höherem Performance-Anspruch schiebt BMW ab Mitte 2027 das Topmodell nach. Der bereits ab Januar 2027 bestellbare BMW iX4 M60 xDrive leistet 450 kW (612 PS) und stemmt ein maximales Drehmoment von 875 Nm auf den Asphalt. Damit katapultiert sich der Crossover in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und darf bis zu 240 km/h schnell fahren. Trotz dieser Fahrleistungen liegt die WLTP-Reichweite mit der großen Batterie bei hervorragenden 777 bis 780 Kilometern, während der Normverbrauch mit 17,1 bis 20,2 kWh pro 100 km angegeben wird.
Visuell setzt sich das M-Modell deutlich ab. Motorsport-Inspirationen wie die M Yellow Lights an der Front, eine schwarze Niere, eigenständige Lichtsignaturen und ein spezifischer M Heckspoiler prägen den Auftritt. Serienmäßig rollt der M60 auf 21-Zoll-Leichtmetallrädern, optional stehen 22-Zöllern im Katalog. Innen gehören M Sportsitze mit elektrischer 10-Wege-Verstellung, ein M Sportlenkrad mit 12-Uhr-Markierung sowie exklusive Fahrmodi („M Sport“ und „M Sport Plus“) zur Ausstattung. Ein speziell abgestimmtes adaptives M Fahrwerk und ein M Sperrdifferenzial an der Hinterachse sollen das M-Gefühl komplettieren.
Mit einem Einstiegspreis von 70.900 Euro für den iX4 40 xDrive und 75.900 Euro für den iX4 50 xDrive ordnet sich das SUV-Coupé preislich selbstbewusst ein. Im direkten Vergleich zum Reichweiten-Monstrum BMW iX5 zeigt sich aber, dass BMW die Neue Klasse sauber nach Zielgruppen staffelt. Der iX4 zielt ganz klar auf Käufer, die maximale Effizienz mit sportlichem Crossover-Look verbinden wollen.
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Die Fakten sind: Schönes Auto, gefährliche Bedienung (ohne Knöpfe), praktische Reichweite unglaubwürdig und zu klein, Ladezeit zu lange.