BMW startet mit der Neuen Klasse in eine softwaregetriebene Ära

BMW iX3
Quelle: BMW
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Mit der „Neuen Klasse“ läutet BMW einen tiefgreifenden Wandel ein, der weit über die Einführung neuer Elektroautos hinausgeht. Projektleiter Mike Reichelt beschreibt den Ansatz als kompletten Neustart: Statt auf Weiterentwicklungen bestehender Plattformen zu setzen, entwarfen die Ingenieure die Architektur von Grund auf neu. Ziel ist es, ein Fahrzeug zu schaffen, dessen Herzstück nicht mehr primär mechanische Komponenten sind, sondern Software und digitale Steuerung.

Das Fundament dieser Strategie bildet eine hochmoderne Elektronikplattform. Zentrale Rechner, bei BMW als „Superbrains“ bezeichnet, bündeln künftig die Steuerung von Antrieb, Assistenzsystemen, Infotainment und Sensorik. Die Leistungsfähigkeit dieser Computer übersteigt die heutiger Steuergeräte um ein Vielfaches, wodurch Funktionen erstmals nahtlos ineinandergreifen. Für Reichelt ist das eine Zäsur: Software wird nicht länger als Ergänzung betrachtet, sondern als Basis jedes Modells.

Die Premiere erfolgt im BMW iX3 der Neuen Klasse. Dort sorgen der neue „Heart of Joy“-Controller und iDrive X mit Panoramabildschirm für ein digitales Cockpit, das kontinuierlich per Update verbessert werden kann. Damit nähert sich BMW dem Konzept des „Software Defined Vehicle“, bei dem Fahrzeuge durch regelmäßige Verbesserungen über Jahre hinweg aktuell bleiben.

Neben der Digitalisierung spielt auch das Thema autonomes Fahren eine große Rolle. Gemeinsam mit Qualcomm integriert BMW im iX3 ein System, das auf Autobahnen freihändiges Fahren erlaubt und damit in die Kategorie Level 2+ fällt. Damit will der Konzern nicht länger nur Visionen skizzieren, sondern marktfähige Funktionen anbieten. Gleichzeitig soll die Neue Klasse preislich in einem Bereich bleiben, der mit klassischen Verbrennermodellen vergleichbar ist.

Die IAA Mobility in München dient BMW als Bühne, um diese Transformation sichtbar zu machen. Vorstandschef Oliver Zipse betonte, dass der künftige Erfolg davon abhängt, technologische Kompetenz mit einem globalen Kundenverständnis zu verbinden. Mit der Neuen Klasse verschiebt sich die Priorität: nicht mehr das perfekte Spaltmaß entscheidet, sondern die Leistungsfähigkeit von Software und Assistenzsystemen.

Trotz des klaren Fokus auf Elektromobilität bleibt der Konzern technologieoffen. Parallel zu rein elektrischen Modellen entwickelt BMW weiterhin Verbrenner, Hybride und Wasserstoffantriebe, um je nach Markt flexibel reagieren zu können. Diese Strategie sorgt zwar für Diskussionen, soll aber die Anpassungsfähigkeit in unterschiedlichen Regionen sichern.

Auch Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt. Verbesserte Batterietechnologien, kürzere Ladezeiten und ein geringerer CO₂-Fußabdruck sollen die Neue Klasse zu einem Symbol für klimafreundliche Premium-Mobilität machen. Bis 2027 plant BMW rund 40 neue oder überarbeitete Modelle auf Basis der neuen Architektur. Damit reagiert das Unternehmen auch auf den wachsenden Druck aus China, wo Hersteller wie Xpeng bereits mit 800-Volt-Technik arbeiten und Ladeleistungen zu günstigeren Preisen anbieten.

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