Offizielle Renderbilder geleakt: Warum die Galaxy Watch 9 und Ultra 2 ein teures Déjà-vu werden

Wer gehofft hat, dass Samsung zum Unpacked-Event am 22. Juli das Rad bei seinen Wearables neu erfindet, wird bitter enttäuscht. Die neuesten, extrem verlässlichen Render-Leaks zeigen ein Design, das wir quasi eins zu eins vom Vorgänger kennen – gekoppelt mit einem saftigen Preisaufschlag. Für uns Nutzer stellt sich damit die unbequeme Frage, ob der südkoreanische Riese die Grenze unserer Zahlungsbereitschaft austestet.
Das optische Déjà-vu und der Blick auf das Preisschild
Die Kollegen von AndroidHeadlines haben hochauflösende Pressebilder der Samsung Galaxy Watch 9 und der Galaxy Watch Ultra 2 veröffentlicht. Ich trage seit Jahren fast jede Generation der Galaxy-Uhren an meinem Handgelenk und musste dieses Mal wirklich zweimal hinsehen, um überhaupt einen Unterschied zu erkennen. Die normale Watch 9 kommt wieder im bekannten Kissen-Look mit rundem Display in 40 mm und 44 mm, während die klobige Ultra 2 bei massiven 47 mm bleibt. Das ist nicht per se schlecht, wirkt nach einem Jahr des Wartens aber fast schon ein bisschen uninspiriert.
Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht in der Optik, sondern beim Blick in den Geldbeutel. WinFuture hat die europäischen Preise geleakt, und die zeigen einen klaren Trend nach oben. Das Basismodell der Galaxy Watch 9 in der 40-mm-Bluetooth-Version soll bei 409 Euro starten, was ein Plus von 40 Euro im Vergleich zum Vorgänger bedeutet. Die Galaxy Watch Ultra 2 knackt mit 749 Euro (ein Plus von 50 Euro) eine magische Grenze, wird dafür aber immerhin direkt als LTE-Variante ausgeliefert.
Die Kehrseite der Evolution im Alltag
Samsung begründet solche Schritte hinter den Kulissen gern mit neuen Software-Features wie dem Vitals-Score oder dem Cardio-Load-Tracking für Sportler. Doch der Haken an der Sache ist offensichtlich: Ein neuer Algorithmus rechtfertigt für den normalen Endverbraucher kaum diesen Aufschlag, wenn die Hardware optisch stagniert. Der emotionale Kaufanreiz verpufft komplett, wenn die neue Uhr am Handgelenk exakt so aussieht wie das Modell aus dem letzten Jahr.
Für den Smartwatch-Markt ist das eine spannende, aber auch gefährliche Entwicklung. Apple hat mit der Stagnation seiner Standard-Watch in den letzten Jahren gezeigt, dass Kunden Upgrades einfach auslassen, wenn der optische Wow-Effekt fehlt. Samsung vertraut hier offenbar blind darauf, dass die treue Android-Basis den Aufpreis für Detailverbesserungen schluckt, weil echte Alternativen im Premium-Bereich rar gesät sind. Für mich als Solo-Tester fühlt sich das in diesem Jahr nach einem faulen Kompromiss an.
Der wahre Preistreiber sitzt im Inneren
Die Preissteigerung ist am Ende keine reine Willkür des Samsung-Marketings, sondern das Resultat explodierender Kosten in der Halbleiterindustrie. Samsung wechselt bei dieser Generation auf den neuen Qualcomm Snapdragon Wear Elite, der im extrem teuren 3-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Diese modernere Architektur bringt zwar eine integrierte NPU für lokale KI-Berechnungen und eine bessere Effizienz im Alltag, treibt aber die Wafer-Kosten für Samsung massiv in die Höhe.
Zusätzlich sehen wir hier die Folgen eines mangelnden Wettbewerbs auf dem Wear-OS-Markt. Weil Google und Samsung die Plattform dominieren und kleinere Hersteller sich die teuren 3nm-Chips schlicht nicht leisten können, fehlt der Preisdruck von unten. Samsung nutzt diese Vormachtstellung geschickt aus, um die eigenen Margen trotz gestiegener Produktionskosten stabil zu halten – die Zeche dafür zahlt am Ende der Kunde an der Ladentheke.
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„Wird immerhin direkt als LTE‑Variante ausgeliefert“ – ja, wow. Und morgen überrascht mich ein Wasserkocher damit, dass er Wasser kocht. Die Ultra hat immer LTE, weil es die Ultra ist. Das ist kein Feature, das ist Grundausstattung.
Samsung hat bei beiden Uhren denselben Trick gemacht: Watch 9 = Lifestyle‑Update ohne Inhalt. Ultra = Outdoor‑Update ohne Inhalt. Zwei Uhren, ein Konzept: möglichst wenig ändern, möglichst viel verlangen. Die Watch 9 ist die ‚Premium‑Alltagsuhr‘ ohne Innovation. Die Ultra ist die ‚Premium‑Outdoor‑Uhr‘ ohne Innovation. Am Ende ist’s wie Pepsi und Pepsi Max – schmeckt gleich, kostet anders. Und das Beste: Für dieses „fast nichts Neues“ klatscht Samsung dann auch noch fröhlich die Preise hoch. Bravo.“