Denza Z9S: 1.100 km Elektro-Luxus zum Kampfpreis von BYD

Frontansicht des Denza Z9S bei Sonnenuntergang
Quelle: BYD
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Der chinesische Automobilkonzern BYD zieht die Daumenschrauben im Segment der elektrischen Oberklasse weiter an. Mit dem Denza Z9S stellt die Premium-Tochter eine vollelektrische Luxus-Limousine auf die Räder, die den etablierten Herstellern aus Europa gewaltig Kopfschmerzen bereiten wird. Wer die Offensive der Chinesen aufmerksam verfolgt, erkennt sofort den strategischen Schachzug: Hier wird Performance und Reichweite zu einem Preis serviert, der die Konkurrenz von Porsche, Tesla und Xiaomi unter Zugzwang setzt.

Die 5,18 Meter lange Fließheck-Limousine schließt nahtlos an den Shooting Brake Z9 GT an. Bei den Reichweiten-Ansagen lässt BYD keine Zweifel aufkommen: Das Topmodell knackt nach dem chinesischen CLTC-Standard die Marke von 1.100 Kilometern. Rechnen wir diesen Wert auf den realistischeren europäischen WLTP-Zyklus um, bleiben immer noch beeindruckende 891 Kilometer Reichweite übrig. Wie die Ersteinschätzung zum Denza Z9S im September bereits andeutete, liefert BYD hier dank optimierter Aerodynamik und der neusten Generation der Blade-Batterie echte Bestwerte ab.

e3-Plattform liefert drei Motoren und 1.194 PS

Unter der Karosserie arbeitet BYDs hochmoderne e3-Plattform. Käufer haben die Wahl zwischen drei gestaffelten Varianten: Das Einstiegsmodell mit Heckantrieb erzielt 780 Kilometer CLTC-Reichweite (~632 km WLTP). Das mittlere Modell nutzt einen 102,3-kWh-Akku für 920 Kilometer (~745 km WLTP).

Das absolute Spitzenmodell setzt dem Ganzen jedoch die Krone auf: Ein Drei-Motor-Layout generiert eine irrsinnige Systemleistung von 1.194 PS (878 kW). Ein Elektromotor an der Vorderachse treibt die Front an, während zwei unabhängige Motoren an den Hinterrädern für kompromisslosen Vortrieb sorgen. Das ermöglicht nicht nur Beschleunigungswerte auf Hypercar-Niveau, sondern dank Allradlenkung auch extrem agile Fahreigenschaften und winzige Wendekreise im Stadtverkehr.

Preisbrecher ab 41.000 Euro greift Porsche und Xiaomi an

Die echten Bauchschmerzen verursacht der Z9S der Konkurrenz allerdings beim Blick auf das Preisschild. In China startet der Vorverkauf des Denza Z9S zwischen 319.800 Yuan und 389.800 Yuan – das entspricht umgerechnet gerade einmal 41.000 bis 50.000 Euro. Ein absoluter Kampfpreis für eine fast 5,20 Meter lange Limousine mit knapp 1.200 PS und einem 102,3-kWh-Speicher. Der Xiaomi SU7 und Porsches Taycan geraten im Heimatmarkt dadurch massiv unter Druck.

BYD zeigt diese aggressive Haltung bereits beim Preis des Denza Z9 GT in Europa, wo der Konzern trotz drohender Importzölle klare Kante zeigt. Trotz des Kampfpreises spart BYD keineswegs an der Ausstattungsliste: Ein Premium-Soundsystem von Devialet mit Dolby Atmos gehört ebenso zum Paket wie eine extrem verwindungssteife Cell-to-Body-Struktur (CTB) und ein adaptives Fahrwerk. Wie die offizielle Denza-Pressemitteilung von BYD belegt, sichert die LFP-Zellchemie der neusten Generation dabei eine hohe Ladefestigkeit und Langlebigkeit ab.

Europäische Ladeinfrastruktur bremst den Z9S aus

So beeindruckend die Leistungsdaten auf dem Papier wirken: In Europa trifft der Denza Z9S auf eine spürbare Hürde. Das von BYD gepriesene Flash-Charging verspricht Ladezeiten von unter 15 Minuten für den Sprint von 10 auf 80 Prozent SoC.

Doch was in China auf dem GB/T-Standard tadellos funktioniert, verpufft an hiesigen Ladesäulen zum Teil. Wir haben die Problematik bereits beim Deutschland-Start der Marke Denza detailliert beleuchtet: Ohne das passende GB/T-Doppelkabel-System schrumpft die Ladeleistung an europäischen CCS2-Säulen deutlich zusammen. Wer auf der deutschen Autobahn die vollen Laderaten nutzen möchte, muss darauf hoffen, dass BYD sein eigenes Schnellladenetzwerk rasch nach Europa bringt.

Trotz dieser Hürde steht fest: BYD liefert mit dem Denza Z9S ein echtes Ausrufezeichen ab. Eine Reichweite von 1.100 km, knapp 1.200 PS und moderne CTB-Akkutechnik zum Mittelklasse-Preis setzen neue Maßstäbe in der Elektro-Oberklasse.

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