Der Elroq-Effekt: Wie Škoda den europäischen Elektromarkt aufmischt

Im Jahr 2025 war der Škoda Elroq mit mehr als 95.300 Auslieferungen das zweitmeistverkaufte Elektrofahrzeug Europas. Das ist keine Kleinigkeit für ein Auto, das erst im Frühjahr 2025 in den Handel kam. Škoda aus Mladá Boleslav hat mit dem Elroq etwas geschafft, das vielen etablierten Herstellern trotz jahrelanger Elektrostrategie nicht gelungen ist: ein E-Auto zu bauen, das Menschen kaufen wollen, weil es sie überzeugt, nicht weil sie überzeugt werden mussten.
Unterm Strich ist der Škoda Elroq ein gelungenes Fahrzeug, das mit durchdachter Alltagstauglichkeit und einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Genau deswegen hat der Škoda Elroq bei den Carwow Car of the Year Awards 2026 nicht nur die Kategorie Preis-Leistung für sich entschieden, sondern auch den begehrten Titel „Carwow Car of the Year“ geholt.
Was steckt hinter diesem Erfolg? Der Elroq basiert auf der MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns und bietet viele technische Highlights, darunter eine Reichweite von bis zu 580 Kilometern in der stärksten Version und eine Ladeleistung von bis zu 175 kW. Technisch teilt er sich also die Basis mit VW ID.4 und Cupra Tavascan — doch Škoda hat es verstanden, diese Plattform preislich und praktisch besser auszureizen als die Konzernschwestern.
Für 33.900 Euro bekommt der Kunde die Basisversion Elroq 50 mit 125 kW Motorleistung. Die getestete Topversion Elroq 85 leistet 210 kW und kostet 43.900 Euro. Der ADAC hat den Elroq 85 als bestes Elektroauto der unteren Mittelklasse ausgezeichnet, mit einer hervorragenden Technik-Note 1,6 rangiert er damit vor einem Volvo XC40, BMW iX1, Mercedes EQA oder VW ID.3.
Der Verbrauch lag im Testzeitraum bei etwa 18 kWh pro 100 Kilometer und deckt sich damit mit den Werten eines gleichstark motorisierten VW ID.4. Ein wichtiger Punkt, denn Effizienz ist der entscheidende Hebel bei der Reichweite. Damit der Škoda Elroq effizient mit der Energie umgeht, haben sich die Designer intensiv um die Aerodynamik bemüht, etwa durch eine hervorragende Unterbodenverkleidung. Das Ergebnis ist ein sehr guter cW-Wert von 0,26.
Die Schwächen des Elroq sind bekannt und ehrlich diskutierbar. Wenn man wirklich das Haar in der Elroq-Suppe suchen will, dann ist die DC-Ladeleistung, besonders beim Elroq 85 mit 135 kW, mittlerweile deutlich zu gering. Auch der Kofferraum ist vergleichsweise klein bemessen — die 470 Liter verstehen sich inklusive Unterflurfach und liegen unter Realbedingungen kaum über dem Niveau eines VW Golf.
Das ändert nichts daran, dass der Elroq eine echte Marktansage ist. Škoda zeigt: Volkswagen-Technik muss nicht Volkswagen-Preis kosten, und Elektromobilität muss nicht kompliziert sein. Dass der tschechische Hersteller damit den deutschen Markt aufmischt, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konsequenten Strategie.
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