Donut Lab Solid-State-Akku im Härtetest: Defekte Zelle verliert dramatisch an Leistung, verhindert aber den Brand

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Quelle: Donut Lab

Das Start-up Donut Lab schickt seine viel diskutierte Feststoffbatterie weiterhin durch verschiedene unabhängige Tests. Nach Nachweisen zur Schnellladefähigkeit und extremer Hitzebeständigkeit stand nun die allgemeine Sicherheit auf dem Prüfstand. Die finnischen Forscher des VTT Technical Research Centre provozierten bewusst eine mechanische Beschädigung. Die Testergebnisse fallen dabei extrem zwiespältig aus. Die Batterie sackt bei der reinen Kapazität drastisch ab, geht dabei aber erfreulicherweise nicht in Flammen auf. Donut Lab verkauft dieses Szenario offensiv als riesigen Erfolg.

Die Vorgeschichte erklärt den genauen Testaufbau. Während eines früheren Hitzetests verlor die schützende Pouch-Hülle des Akkus ihr wichtiges Vakuum-Siegel. Eine klassische Lithium-Ionen-Batterie reagiert auf solch einen Defekt meist mit einem unkontrollierbaren Thermal Runaway. Sie brennt lichterloh aus. Die Finnen prüften nun, wie der beschädigte Solid-State-Akku auf extreme Belastungen reagiert. Das Testprotokoll umfasste drei strenge Phasen. Auf fünf normale Zyklen bei 26 Ampere folgten fünfzig brutale Hochlast-Zyklen mit 130 Ampere. Den Abschluss bildeten erneut fünf Standard-Zyklen zur Messung der Degradation.

Die Messdaten zeigen einen brutalen Leistungseinbruch. Die Batteriekapazität stürzte von 24,7 auf magere 11,2 Amperestunden ab. Das entspricht einem Verlust von satten 55 Prozent. Die allgemeine Effizienz fiel zeitgleich von fast 90 auf 83 Prozent. Das defekte Gehäuse blähte sich durch das fehlende Vakuum zudem um gut 17 Prozent auf. Donut Lab lenkt den Fokus lieber auf die reine Betriebssicherheit. Die Firma betont auf ihrer Webseite, dass der defekte Stromspeicher keinerlei Temperaturspitzen entwickelte. Der Akku versagt demnach still und leise, ohne den Nutzer durch ein Feuer zu gefährden.

Dieser Sicherheitstest wirft gleichzeitig ein grelles Licht auf fehlende Daten. Donut Lab verweigert bisher konsequent einen echten Langzeit-Zyklentest unter normalen Bedingungen. Das Start-up verspricht eigentlich unfassbare 100.000 Ladezyklen. Das entspräche einer täglichen Ladung über 270 Jahre hinweg. Aktuelle E-Auto-Batterien bauen bereits nach 1.000 bis 2.000 Zyklen merklich ab. Auch die versprochene Energiedichte von 400 Wattstunden pro Kilogramm lässt das Unternehmen noch immer nicht unabhängig prüfen. Dieser simple Test erfordert lediglich eine Waage und ein Messgerät. Warum das Start-up genau diesen wichtigen Nachweis zurückhält, bleibt aktuell ein Rätsel.

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