Donut Lab Feststoffbatterie: Zweite Testreihe bestätigt höhere Kapazität bei 100 Grad – aber das Vakuum schwindet

Donut Lab Solid State Header
Quelle: Donut Lab

Das finnische Unternehmen Donut Lab sorgt mit neuen Testdaten seiner Feststoffzelle für Gesprächsstoff. Bei extremen Temperaturen von 80 und 100 Grad Celsius liefert der Akku laut einem Bericht des Instituts VTT eine höhere Kapazität als bei normaler Raumtemperatur. Konkret erreichte die 26-Ah-Zelle bei 80 Grad eine Entladekapazität von 110,5 Prozent des Referenzwertes. Selbst bei 100 Grad lag der Wert noch bei 107,1 Prozent. Während herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus ab etwa 60 Grad kritisch reagieren, blieb die Donut-Zelle laut Hersteller stabil und ließ sich nach dem Abkühlen problemlos wieder aufladen.

Ein technisches Detail trübt das Bild jedoch. Die untersuchte Pouchzelle verlor nach dem 100-Grad-Durchlauf ihr Vakuum. Donut Lab wertet diesen Umstand überraschend positiv. Die aktiven Materialien seien trotz der beschädigten Außenhülle voll funktionsfähig geblieben. CTO Ville Piippo betont, dass die Zelle ohne brennbare flüssige Elektrolyte auskommt. Dies erhöhe die maximale Betriebstemperatur und senke das Risiko eines thermischen Durchgehens massiv. Dennoch bleibt eine entscheidende Lücke im VTT-Bericht: Das Institut prüfte lediglich die Performance, nicht aber die tatsächliche Zellchemie.

Die Fachwelt reagiert weiterhin mit extremer Skepsis auf die Kampagne. Experten wie der Batterieforscher Joachim Sann kritisieren die gewählten Testverfahren und Kapazitätsbestimmungen. In der Community wird zudem bezweifelt, ob die Zelle wirklich lithiumfrei ist. Die vorliegenden Ladekurven erinnern viele Fachleute eher an klassische Lithium-Ionen-Technik. Analysten wie Ryan Inis Hughes senkten ihre Vertrauensprognose nach den ersten Daten auf verschwindend geringe 0,1 Prozent. Ohne eine unabhängige Analyse der chemischen Zusammensetzung bleibt der angebliche Durchbruch kaum mehr als eine geschickte Inszenierung.

Donut Lab nutzt die Ergebnisse, um die Hitzebeständigkeit als Alleinstellungsmerkmal zu vermarkten. Die Zelle mit einem Energiegehalt von 94 Wh wurde unter mechanischem Druck durch ein Stahlgewicht getestet, was für Feststoffbatterien üblich ist. Ob das Unternehmen am Ende liefern kann, wird sich erst zeigen, wenn neutrale Labore die Zellen eigenständig öffnen und untersuchen dürfen. Bis dahin bleibt das Projekt ein technisches Rätsel mit starken Marketing-Vibes.

Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp oder Google News


Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert