Mercedes-Produktion am Limit: Elektro-Offensive sorgt für Sonderschichten und Werksumbau

Die Zeit der verhaltenen Nachfrage scheint bei Mercedes-Benz vorerst vorbei zu sein. Wer heute einen GLC EQ oder einen CLA EQ bestellt, muss sich auf längere Wartezeiten einstellen – ein Umstand, der für die Stuttgarter Strategie einerseits eine Bestätigung, andererseits eine logistische Herausforderung darstellt. Im ersten Quartal 2026 kletterten die Auslieferungen von Elektrofahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent. Die eigentliche Dynamik verbirgt sich jedoch in den Auftragsbüchern: Die Bestelleingänge verdoppelten sich mit einem Plus von 107 Prozent nahezu.
In den Werken reagiert der Konzern mit einer massiven Ausweitung der Betriebszeiten. In Rastatt und Bremen laufen die Bänder für die neuen Stromer bereits im Dreischichtbetrieb. Um den Rückstau beim GLC EQ abzuarbeiten, ordnete das Management für den Standort Bremen sogar Sonderschichten an Samstagen an. Das Interesse ist so groß, dass Mercedes intern drastische Prioritäten setzt. Führungskräfte ab der Ebene E4 mussten ihre bereits georderten Dienstwagen-Bestellungen für die neuen Elektro-Modelle stornieren. Diese Fahrzeuge gehen nun direkt in den freien Verkauf an Endkunden, während die Manager auf Plug-in-Hybride ausweichen müssen.
Besonders das Werk in Bremen steht vor einer strukturellen Weichenstellung. In der Halle 9 herrscht derzeit noch ein Mix aus Verbrennern und Elektroautos. Um Platz für die elektrische Variante des GLC zu schaffen, erwägt das Unternehmen, die Produktion der konventionellen C-Klasse und des GLC-Verbrenners verstärkt nach Sindelfingen auszulagern. Damit würde Bremen faktisch zum primären Elektro-Standort aufsteigen. Die zwischenzeitlichen Verzögerungen in der Lieferkette, die vor allem die Batteriezellen betrafen und Auslieferungstermine um Monate verschoben, gelten inzwischen als weitgehend gelöst.
Obwohl die absoluten Stückzahlen im Vergleich zu chinesischen Wettbewerbern wie Xiaomi noch moderat wirken, markiert das Jahr 2026 für Mercedes eine Zäsur. Die Akzeptanz der neuen EQ-Generation bei den Kunden scheint die bisherigen Kapazitätsplanungen zu sprengen. Aktuelle Bestellungen für den CLA EQ werden derzeit für das vierte Quartal 2026 terminiert. Es zeigt sich, dass die Kombination aus klassischer Designsprache und gesteigerter elektrischer Performance die Markenloyalität der Käufer stabilisiert.
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