EU-Automarkt Januar 2026: Fast jedes fünfte neue Auto fährt elektrisch – aber die Hybridzahl trügt

Skoda Enyaq Coupe RS iV 2022
Quelle: Škoda Auto Deutschland GmbH

Der Gesamtmarkt schrumpft, der Anteil der Elektroautos wächst. Diese Kombination prägt den Januar 2026 in der EU. 799.625 Neuwagen wurden zugelassen, 3,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig stiegen die Zulassungen batteriebetriebener Fahrzeuge um 24,3 Prozent auf 154.230 Einheiten. Der Marktanteil reiner Elektroautos kletterte von 14,9 Prozent im Januar 2025 auf 19,3 Prozent – also fast jeden fünften Neuwagen.

Die vier größten EU-Märkte zeigen dabei ein gespaltenes Bild. Frankreich legte bei den BEV-Zulassungen um 52,1 Prozent zu, Deutschland um 23,8 Prozent. Belgien verlor 11,5 Prozent, die Niederlande sogar 35,4 Prozent. Zusammen machen diese vier Märkte 60 Prozent aller EU-Elektrozulassungen aus. Dass zwei davon stark wachsen und zwei stark einbrechen, zeigt, wie stark nationale Förderstrukturen das Bild verzerren. Frankreich profitiert von einem ausgebauten Leasing-Sozialmodell, die Niederlande kämpfen mit dem Auslaufen steuerlicher Vergünstigungen für Dienstwagenfahrer.

Der Rückgang der Verbrenner beschleunigt sich. Benziner verloren 28,2 Prozent und kamen auf 175.989 Einheiten. Diesel rutschte auf einen Marktanteil von 8,1 Prozent, ein Minus von 22,3 Prozent. Gemeinsam kommen beide klassischen Antriebsarten noch auf 30,1 Prozent – im Januar 2025 waren es 39,5 Prozent.

Die Zahl der Hybride, mit 38,6 Prozent weiterhin die meistverkaufte Antriebsart, verdient einen Hinweis. In die ACEA-Hybridkategorie fließen Vollhybride, Mildhybride und 48-Volt-Systeme ein. Letztere nutzen einen kleinen Elektromotor ausschließlich zur Verbrauchsoptimierung und fahren keinen einzigen Kilometer rein elektrisch. Wer diese Fahrzeuge zu den faktischen Verbrennern zählt, kommt auf deutlich höhere reale Verbrenneranteile als die Statistik ausweist. Dieser Methodenfehler ist bekannt, wird vom ACEA aber nicht aufgedröselt.

Plug-in-Hybride entwickeln sich positiv. 78.741 Einheiten bedeuten einen Marktanteilsanstieg von 7,4 auf 9,8 Prozent und ein Wachstum von 28,7 Prozent, knapp stärker als die reinen Elektroautos. In Deutschland, Spanien und Italien kamen die meisten davon.

Tesla hat im Januar 2026 nur 7.187 Fahrzeuge in der EU zugelassen, ein Minus von 1,6 Prozent. Das klingt moderat, ist aber im Kontext des generellen BEV-Wachstums von 24 Prozent dramatisch. BYD wächst parallel mit 227 Prozent Zuwachs im Gesamtjahr 2025 und dürfte Tesla in der EU 2026 insgesamt überholen.

Die CO2-Flottenregulierung der EU hält den Druck auf die Hersteller aufrecht. Wer die Vorgaben verfehlt, zahlt Strafen. Das erklärt, warum viele Hersteller auch bei schwacher Gesamtnachfrage ihre Elektroquoten hochhalten. Ob das Januartempo das gesamte Jahr trägt, entscheidet sich an zwei Variablen: günstigen Neumodellen unter 30.000 Euro und staatlichen Kaufanreizen in Deutschland, Frankreich und Italien.

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