Samsung Galaxy S26: Flaggschiffe bekommen kein Ortungs-Feature nach Diebstahl-Abschaltung

Ein Google-Mitarbeiter hat in einem öffentlichen Bug-Tracker-Eintrag mehr preisgegeben, als er beabsichtigt hatte. Während er einen Schriftart-Fehler auf dem Galaxy S26 Ultra dokumentierte, tauchte in den System-Logs eine Zeile auf, die eine ganz andere Diskussion ausgelöst hat: [ro.bluetooth.finder.supported]: [false]. Das bedeutet konkret: Das S26 Ultra sendet nach dem Ausschalten kein Bluetooth-Signal mehr, das Google Find Hub zur Ortung nutzen könnte.
Worum geht es dabei? Googles Find-Hub-Netzwerk kann Pixel-Geräte ab der Pixel-8-Generation für mehrere Stunden orten, nachdem sie ausgeschaltet wurden. Das funktioniert, weil ein winziger Teil des Bluetooth-Stacks aktiv bleibt, gesichert durch kryptografische Schlüssel in einem Secure Element und mit rotierenden Identifikatoren zum Schutz der Privatsphäre. Nahegelegene Android-Geräte fungieren als anonyme Relais und melden den ungefähren Standort an Googles Server. Wer sein Telefon verliert und der Akku stirbt, oder wer Opfer eines Diebstahls wird, bei dem der Täter das Gerät sofort ausschaltet, hat damit trotzdem eine Chance, das Gerät zu finden.
Samsung bietet mit SmartThings Find eine eigene Ortungslösung an. Das „Offline“ in „Offline-Ortung“ ist dabei irreführend: Es bedeutet nur, dass kein WLAN oder Mobilfunk benötigt wird. Das Gerät selbst muss eingeschaltet und mit einem Samsung-Konto verbunden sein. Sobald das Telefon ausgeschaltet ist, bricht die Ortung ab. Das ist der entscheidende Unterschied, und er ist kein Kleingedrucktes.
Apple hat das Problem seit Jahren gelöst. Find My auf dem iPhone sendet den letzten bekannten Standort kurz vor dem vollständigen Akkuausfall und bleibt darüber hinaus über NFC und Ultrabreitband im Netzwerk aktiv, selbst bei abgeschaltetem Gerät. Google macht das Gleiche auf Pixel-Ebene per Bluetooth. Samsung tut es nicht.
Warum fehlt das Feature beim Galaxy S26 Ultra? Die technische Antwort ist komplexer als ein simples Versäumnis. Google kontrolliert den gesamten Hardware-Software-Stack auf Pixel-Geräten und kann die Funktion end-to-end zertifizieren. Samsung muss als Dritthersteller unterschiedliche Komponenten integrieren und eigenständige Compliance-Reviews bestehen. Dazu kommt die Produkt-Strategie: Samsung investiert stark in SmartThings Find und das Galaxy-SmartTag-Ökosystem und bevorzugt möglicherweise eine rein Samsung-Account-zentrierte Lösung gegenüber einer Google-abhängigen Funktion.
Ob Samsung die Funktion per Software-Update nachliefern könnte, ist offen. Historisch gesehen erfordern solche tief integrierten Tracking-Fähigkeiten Hardware-Voraussetzungen, die von Beginn an mitgedacht werden müssen. Wer also ein Galaxy S26 Ultra kauft und Wert auf Ortung nach erzwungenem Ausschalten legt, bekommt diese Absicherung vorerst nicht. Der Unterschied zu Pixel und iPhone ist damit in einem der praktischsten Alltagsszenarien messbar.
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