Fitbit Air vorgestellt: Google greift Whoop für 99 Euro an

Smartwatches können nerven. Das ständige Leuchten am Handgelenk, die tägliche Suche nach dem Ladekabel und das Gefühl, ein zweites Smartphone am Arm zu tragen, schreckt viele ab. Google schlägt mit dem Fitbit Air nun eine andere Richtung ein und bringt einen Tracker ohne Display, der sich fast unsichtbar in den Alltag integriert. Für 99 Euro zielt das Gerät direkt auf die prestigeträchtige Konkurrenz von Whoop, bleibt dabei aber preislich deutlich bodenständiger.
Das Design ist radikal auf Minimalismus getrimmt. Das Modul wiegt gerade einmal 5 Gramm und verschwindet in verschiedenen Armbändern aus Stoff oder Silikon. Wer möchte, kann den Tracker sogar mit einer Edelstahl-Schließe aufwerten. Da kein Bildschirm Energie frisst, hält der Akku rund eine Woche durch. Beeindruckend ist dabei die Datendichte: Die Herzfrequenz wird alle zwei Sekunden gemessen, was in dieser Preisklasse eher selten vorkommt. Sensoren für Blutsauerstoff, Hauttemperatur und ein Beschleunigungsmesser decken die gängigen Gesundheitsmetriken ab.
Interessant wird es bei der Software-Strategie. Google beerdigt die alte Fitbit-App und überführt alles in die neue Google Health App. Ein echtes Komfort-Feature ist die gleichzeitige Nutzung mehrerer Geräte. Wer tagsüber eine Pixel Watch trägt, kann nachts auf den wesentlich leichteren Fitbit Air wechseln, ohne dass die Datenaufzeichnung unterbrochen wird oder man manuell zwischen Profilen hin- und herschalten muss. Das System führt die Werte beider Wearables in einer Übersicht zusammen.

Die Auswertung der Daten übernimmt Gemini. Der neue KI-Coach analysiert Schlafphasen und die tägliche Form, um daraus individuelle Trainingspläne zu erstellen. Google gibt an, dass die Genauigkeit der Schlafphasenerkennung durch neue Algorithmen um 15% gesteigert wurde. Ein Vibrationsmotor dient als smarter Wecker, der den Nutzer in einer leichten Schlafphase aus den Träumen holt. Das ist im Alltag oft wertvoller als jede Push-Benachrichtigung einer herkömmlichen Smartwatch.
Allerdings folgt Google dem aktuellen Trend zu Abomodellen. Während grundlegende Funktionen wie Schritte, Distanz und einfache Schlafauswertungen kostenlos bleiben, wird für die tiefergehenden KI-Analysen und den Coach ein monatlicher Betrag von 8,99 Euro fällig. Käufer erhalten zum Start immerhin drei Monate Google Health Premium gratis. Da der Tracker auch mit dem iPhone funktioniert, positioniert sich Google hier als offene Alternative für alle, die eine unaufdringliche Gesundheitsüberwachung suchen, ohne sich komplett in ein geschlossenes Ökosystem einsperren zu lassen.
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