Chrome lädt heimlich 4 Gigabyte KI-Dateien herunter: Google gerät wegen Gemini Nano unter Druck

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Quelle: Google
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Browser waren früher einfache Werkzeuge zum Öffnen von Webseiten. Heute installieren sie KI-Modelle im Hintergrund, belegen mehrere Gigabyte Speicherplatz und greifen auf zusätzliche Hardware-Ressourcen zu. Genau darüber entzündet sich gerade Kritik an Google Chrome.

Im Mittelpunkt steht eine Datei namens „weights.bin“. Laut dem Datenschutzjuristen und Informatiker Alexander Hanff legt Chrome diese Datei automatisch auf betroffenen Rechnern ab. Enthalten sind die Modellgewichte von Gemini Nano, also Googles kompaktem KI-Modell für lokale Verarbeitung direkt auf dem Gerät. Die Datei soll rund 4 Gigabyte groß sein.

Der eigentliche Streitpunkt ist dabei weniger die Existenz lokaler KI selbst. Im Gegenteil: Genau diese Technik gilt seit Monaten als bevorzugte Richtung für moderne Browser und Betriebssysteme. Wenn KI direkt auf dem Gerät arbeitet, müssen Daten nicht ständig an externe Server geschickt werden. Antworten kommen schneller zurück, manche Funktionen laufen sogar offline. Das klingt erstmal sinnvoll.

Problematisch wird es allerdings dann, wenn Nutzer kaum mitbekommen, was im Hintergrund passiert. Hanff kritisiert, dass Chrome das Modell ohne klare Zustimmung herunterlade. Laut seinen Angaben fehlt eine eindeutig sichtbare Information in den Einstellungen. Selbst nach manuellem Löschen der Datei soll der Browser das Modell erneut herunterladen.

Auch Neowin konnte das Verhalten offenbar nachvollziehen. In Tests soll Chrome 147 innerhalb von etwa 14 Minuten den entsprechenden Ordner erstellt und das KI-Modell geladen haben. Betroffen seien mindestens aktuelle Versionen für Windows und macOS.

Damit trifft die Diskussion einen deutlich größeren Trend. Browser entwickeln sich zunehmend von klassischen Webprogrammen zu eigenständigen KI-Plattformen. Die Hersteller integrieren lokale Sprachmodelle direkt ins System, damit Funktionen schneller reagieren und unabhängiger von Cloud-Diensten werden.

Google steht damit allerdings nicht allein da. Auch Firefox arbeitet an vergleichbaren Ansätzen. Der Unterschied liegt eher in der Transparenz. Nutzer akzeptieren zusätzliche KI-Funktionen meist dann, wenn nachvollziehbar bleibt, welche Dateien installiert werden, wie viel Speicherplatz sie beanspruchen und welche Hardware dafür genutzt wird. Genau diese Sichtbarkeit fehlt laut den aktuellen Vorwürfen.

Für viele dürfte der Fall deshalb weniger eine Datenschutzfrage allein sein. Es geht auch um Kontrolle über das eigene System. Vier Gigabyte zusätzlicher Speicherplatz fallen auf Notebooks mit knappen SSDs durchaus ins Gewicht. Wenn dann noch GPU-Ressourcen für lokale KI genutzt werden, betrifft das direkt Akkulaufzeit und Leistung anderer Anwendungen.

Eine konkrete Stellungnahme von Google zu diesem Verhalten liegt bislang nicht vor. Genau das macht die Diskussion gerade eher größer als kleiner.

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