Samsung Galaxy S27: Abo-Falle bei KI und Satelliten-Notruf

Das Galaxy S26 ist noch nicht einmal auf dem Markt, da dreht sich die Gerüchteküche bereits um den Nachfolger. Wenn wir den aktuellen Leaks zum Galaxy S27 Glauben schenken, vollzieht Samsung einen massiven Strategiewechsel: Die Hardware-Entwicklung tritt auf die Bremse, stattdessen fließen die Ressourcen in Software, künstliche Intelligenz und Konnektivität. Das klingt nach dem typischen Tech-Sprech der Gegenwart, hat für Konsumenten aber handfeste, teilweise teure Konsequenzen.
Der verlässliche Tipster @Kro_roe hat konkrete Details zur S27-Serie ins Netz gestellt. Im Zentrum stehen das künftige One UI 9.5 und eine weiterentwickelte Galaxy AI 2.0. Doch wer glaubt, hier nur harmlose Systemupdates zu bekommen, irrt gewaltig.
Galaxy AI 2.0: Wenn das Gratis-Abo ausläuft
Samsung rüstet bei der künstlichen Intelligenz weiter auf. Galaxy AI 2.0 soll Funktionen in das Ökosystem pressen, die bei der Konkurrenz teils schon Standard sind. Das eigentliche Problem versteckt sich jedoch in der Monetarisierung. Laut dem Leak werden fortgeschrittene KI-Features künftig als kostenpflichtiger Service ausgelagert.
Das deckt sich exakt mit dem Kleingedruckten, das Samsung schon bei der S24-Reihe kommuniziert hat: Die Galaxy AI-Funktionen bleiben nur bis Ende 2025 kostenlos. Pünktlich zum Release des Galaxy S27 Anfang 2026 dürfte die Bezahlschranke also fallen. Dass Kunden für ein Premium-Smartphone weit über 1.000 Euro auf den Tisch legen und danach für Systemfunktionen zur Kasse gebeten werden, ist eine bittere Pille. Apple Intelligence ist vorerst gratis, Google versteckt nur Gemini Advanced hinter einem Abo. Samsung bewegt sich hier auf extrem dünnem Eis.
Satelliten-Notruf und UWB für alle
Apple hat den Satelliten-Notruf 2022 mit dem iPhone 14 eingeführt, Huawei funkt längst über das Beidou-Netzwerk. Samsung hinkt hier peinlich genau hinterher. Das Galaxy S27 Ultra und das S27 Pro sollen laut Leak nun endlich Satellitenkonnektivität unterstützen. Das wurde angesichts der Preisklasse aber auch höchste Zeit.
Ein weiteres technisches Update betrifft den Ultrabreitband-Chip (UWB). Bisher war die präzise Ortungstechnik für SmartTags oder digitale Autoschlüssel fast exklusiv den teuren Plus- und Ultra-Modellen vorbehalten. Der Grund lag in der Architektur der hauseigenen Exynos-Chips, die UWB lange nicht effizient verarbeiten konnten. Dass nun auch das Standard-Modell des Galaxy S27 UWB erhalten soll, deutet darauf hin, dass Samsung die kommenden Exynos-SoCs in diesem Bereich massiv aufgerüstet hat.
NFC, MST und das Ende der beschlagenen Linsen
Abseits von KI und Satelliten geht es ans Eingemachte der Hardware. Samsung plant offenbar eine Neupositionierung der NFC-Hardware, um Kontaktlos-Zahlungen zuverlässiger zu machen. Gleichzeitig taucht in den Leaks eine angebliche Verbesserung von MST (Magnetic Secure Transmission) auf. Ob man das wirklich braucht? MST simuliert den Magnetstreifen von Kreditkarten und wurde von Samsung in den meisten westlichen Märkten längst deaktiviert, da NFC flächendeckend Standard ist. Entweder plant Samsung hier eine Offensive für spezielle asiatische Märkte, oder der Leak verwechselt MST mit verbesserten Spulen für Reverse Wireless Charging.
Zuletzt ein Punkt, der geplagte Nutzer aufhorchen lässt: Samsung will angeblich die interne Struktur und das äußere Design des Gehäuses anpassen, um Kondensationsprobleme zu beheben. Wer sich an den Winter 2024 erinnert, weiß: Etliche Nutzer des S24 Ultra und späterer Modelle klagten über beschlagene Kameralinsen bei starken Temperaturwechseln. Dass Samsung hier offenbar an der IP-Versiegelung und dem thermischen Aufbau schraubt, ist kein nettes Premium-Feature, sondern schlicht Fehlerbehebung, die man erwarten darf.
Evolution statt Revolution lautet das Motto. Bis zum Release fließen noch einige Liter Wasser den Rhein hinunter, aber die Marschrichtung ist klar: Samsung will weg von reinen Hardware-Verkäufen und rein ins lukrative Abo-Geschäft.
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