Galaxy S27 Ultra: Samsungs Exynos-Wette zwingt zum Hardware-Notfallplan

Renderbild der Vorder- und Rückseite des kommenden Samsung Galaxy S27 Ultra
Quelle: @OnLeaks
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Samsungs Ingenieursabteilung in Suwon baut gerade etwas, das es seit dem Galaxy S23 Ultra nicht mehr geben durfte: Einen Galaxy S27 Ultra-Prototypen mit hauseigenem Exynos 2700 unter der Haube. Der Leak von Tech-Tipster kro zeigt nicht nur, dass Samsung ernsthaft mit dem Gedanken spielt, Qualcomm aus dem Ultra-Flaggschiff zu werfen – er offenbart auch den Preis dieser Entscheidung. Um den 2nm-Chip thermisch im Zaum zu halten, muss Samsung eine leicht vergrößerte Vapor Chamber verbauen. Das ist kein Design-Update, das ist ein Eingeständnis: Der Exynos 2700 erzeugt so viel Abwärme, dass das Standard-Chassis nicht mehr ausreicht.

Der interne Machtkampf eskaliert

Hinter verschlossenen Türen tobt bei Samsung ein Krieg zwischen zwei Divisionen. Die System LSI, verantwortlich für das Chip-Design, drängt massiv darauf, den Exynos 2700 global in der gesamten S27-Linie zu etablieren – inklusive des Ultra-Modells. Die MX-Division, die die Smartphones baut und verkauft, bremst. Zu frisch sind die Erinnerungen an überhitzende Exynos-Chips vergangener Generationen, die den Ruf der Marke beschädigt haben.

Die System LSI hat jetzt Munition: Interne Geekbench-6-Tests zeigen den Exynos 2700 mit über 14.000 Punkten im Multi-Core-Benchmark. Das ist ein Vorsprung von rund 9,5 Prozent gegenüber Qualcomms Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6. Zahlen, die Selbstbewusstsein erzeugen. Doch Benchmarks sind Laborwerte. Die Realität auf dem Tisch zeigt, dass Samsung das Gehäuse physisch umbauen muss, um diese Performance stabil zu halten. Die vergrößerte Vapor Chamber ist das sichtbare Zeichen dieses Kompromisses.

Thermik-Reset kostet Millimeter

Eine Vapor Chamber ist im Grunde ein flaches Kühlsystem, das mit Flüssigkeit gefüllt ist. Verdampft diese an der CPU, wandert das Gas zu kühleren Bereichen, kondensiert und gibt die Wärme ab. Wenn Samsung diesen Raum nun vergrößert, frisst das wertvollen Platz im Inneren des Smartphones. Platz, der eigentlich für Akku, Kameras oder andere Komponenten reserviert war.

Das ist kein kosmetischer Eingriff. Das ist ein thermischer Notfallplan. Samsung hat beim Exynos 2700 die Chip-Architektur radikal gewechselt, um Hitze und Kosten zu kontrollieren. Doch Simulationen und echte Hardware sind zwei verschiedene Welten. Der Prototyp beweist: Die Theorie funktioniert nur mit massiver Kühlung. Samsung opfert internes Volumen, um dem eigenen Chip eine Chance zu geben. Das zeigt, wie hoch der Druck aus der Chefetage ist, die Abhängigkeit von Qualcomm endlich zu beenden.

Die Milliarden-Wette auf Samsung Foundry

Der eigentliche Poker liegt woanders: Qualcomm lässt bei TSMC fertigen, Samsung muss den Exynos 2700 im eigenen Haus, bei Samsung Foundry, produzieren. Die Ausbeute im 2nm-Gate-All-Around-Verfahren ist der heilige Gral für die Profitabilität. Gelingt die Massenproduktion mit guten Yield-Rates, rechtfertigt das die immensen Investitionen in die eigenen Fabriken. Samsung hat die Massenproduktion bereits angeworfen – hier werden Fakten geschaffen, keine Pläne.

Scheitern die Thermik-Tests der Prototypen, steht Samsung vor einem Scherbenhaufen. Dann müsste das Unternehmen im letzten Quartal vor dem Launch hektisch zusätzliche Snapdragon-Kontingente bei Qualcomm ordern. Ein Szenario, das die Margen des Galaxy S27 Ultra komplett zerstören würde. Für den Endkunden bedeutet das: Entweder ein günstigeres Ultra-Modell mit Exynos, das thermisch stabil läuft – oder ein teureres Gerät mit Snapdragon, weil Samsung die Eigenproduktion nicht hinbekommt. Die nächsten Wochen entscheiden, ob Samsung das Stigma hitziger Exynos-Chips endlich besiegt hat oder ob die Snapdragon-Konkurrenz doch die sicherere Wahl bleibt.

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3 Kommentare

  1. Ein mit Sicherheit schon jetzt weit über 1000,00 Euro kostendes Smartphone schon von Beginn an mit einem KOMPROMISS(!😳) einzuführen, dass kann sich nur SAMSUNG „leisten“.
    Schon weil der „Kunde“ immer noch so d..f ist, für ein mit einem Kompromiß behafteten Gerät immer noch den vollen Preis nach Korea zu überweisen.

    Das war in der Vergangenheit schon so, wo/ als der deutsche „D.del“ kritiklos bereit war, für das qualiativ schlechtere EXYNOS- Galaxy S2x den „vollen“/ gleichen Preis abzudrücken wie z. B. in den US, wo der KUNDE das grundsätzlich gleiche Galaxy S2x, jedoch mit dem DA verbauten QUALCOMM SNAPDRAGON kaufen kann/ konnte. 😤 Hier die stets und ständig (bis heute) leistungsfähigere Version der ansonsten fast identischen Smartphones. 🧐

    Vor allem ist SAMSUNGS „Konsequenz“ nicht zu toppen.
    Um den Innenraum so klein wie möglich zu halten, kein Wechsel- Akku, keine Kopfhörer- Anschlußbuchse usw. mehr. 😒
    Aber um den eigenen „Problem- Prozessor“ bei max. mgl. Funktionstüchtigkeit einbauen zu können, wirft man für die notwendigen Veränderungen all diese Prinzipien „über Bord“.
    Braucht man dafür innen mehr Platz? Sch….egal. 😡

    Dabei ist wenige Monate vor Verkaufsstart der Galaxy S27- Reihe überhaupt noch nicht sicher, dass das „Experiment“ überhaupt gelingt. 🙄

    Noch unsicherer dürfte sein, ob/ dass beispielsweise der US- Kunde DAS überhaupt mit sich machen lässt (der deutsche erfahrungsgemäß bestimmt) und nicht statt dessen abwandert.
    DAS werden die Koreaner sicher nicht wollen und auch nicht riskieren. Man wird sehen ….

    Vielleicht sollte man bei SAMSUNG auch eher darüber nachdenken, ob man, anstatt an seinen Smartphones „rumzudoktorn“, eher bei der Prozessoren- Entwicklung und Fertigung gegensteuern sollte und muss.
    Egal wie „stolz“ die „Prozessor- Abteilung“ von SAMSUNG auf ihren EXYNOS 2700 ist und wie „toll“ er möglicherweise/ tatsächlich ist. 🤔
    Was nutzt das alles, wenn er in diversen, vor allem EIGENEN Endgeräten OHNE zusätzlichen und vor allem unverhältnismäßigen Aufwand NICHT das macht was er soll/ was man von ihm ERWARTEN DARF & KÖNNEN MUSS.

    Wie schon gesagt, SO ETWAS geht NUR BEI SAMSUNG. 😡😡

  2. Günstiger hat man ja beim Flip 8 gesehen 200€ mehr als der Vorgänger Einstiegs Preis… Leider sind die schlechteren exynos Prozessoren kein Garant ein günstigeres Gerät anzubieten. Weshalb ich auch niemals ein flip 7 oder 8 kaufen würde oder ein Mittelklasse Samsung Gerät. Dann deutlich lieber redmi oder Poco. Mit MediaTek oder aktuellen Snapdragon.

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