Galaxy Tab S12: Mageres Upgrade trifft auf fette Aufpreise

Der umfassende Daten-Leak von WinFuture rückt Samsungs kommende High-End-Tablets ins Rampenlicht. Wer bei der Galaxy Tab S12-Reihe auf mutige Neuerungen oder echte Hardware-Sprünge gehofft hat, wird herb enttäuscht. Der koreanische Elektronikriese baut das Tablet-Portfolio für den Jahrgang 2026 konsequent auf Rendite um. Technische Verbesserungen muss man mit der Lupe suchen, während bei den Verkaufspreisen kräftig an der Schraube gedreht wird.
MediaTek-Einheitschip und Rotstift beim Kamera-Setup
Samsung verbaut in beiden Modellen denselben System-on-a-Chip: den MediaTek Dimensity 9500. Das ist eine bemerkenswerte Richtungsentscheidung. Beim Vorjahresmodell Galaxy Tab S11 Ultra lieferte der Dimensity 9400+ die Rechenleistung, während das ältere Tab S10+ auf den Dimensity 9300+ baute. Dass MediaTek dieses Jahr keinen Plus-Chip nachgeschoben hat – sondern lediglich den Dimensity 9600M sowie den kürzlich gezeigten Dimensity 9600 Pro im Portfolio führt –, zwingt Samsung zum Standardmodell. Der Wechsel verdeutlicht, dass Samsung im Tablet-Segment erneut auf Qualcomm verzichtet, um die Marge zu maximieren. Der Dimensity 9500 bringt solide Rechenkraft, markiert aber keinen Sprung nach vorne.
Überraschend fällt die Sparmaßnahme bei den Kamerasystemen aus. Samsung streicht beim Galaxy Tab S12+ das bisherige Dual-Kamera-Gespann. Die 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera fällt komplett weg. Auf der Gehäuserückseite bleibt lediglich ein einzelnes 13-Megapixel-Weitwinkelmodul zurück. Zwar nutzen nur wenige Anwender ein 12,4-Zoll-Tablet für ausgedehnte Foto-Sessions, doch das ersatzlose Streichen einer Linse wirkt in dieser Preisklasse knauserig. Dieser Einschnitt unterstreicht den harten Sparzwang beim Plus-Modell deutlich.
Beim Galaxy Tab S12 Ultra bleibt das gewohnte Setup erhalten. Auf der Rückseite arbeiten weiterhin eine 12-Megapixel-Hauptkamera und der 8-Megapixel-Ultraweitwinkel zusammen. Für Videocalls steht eine 12-Megapixel-Frontkamera bereit. Auch beim Display bleibt die Kluft bestehen. Das 14,6 Zoll riesige Ultra-Display behält die Einkerbung im Glas für die Frontlinse. Das 12,4 Zoll große Plus-Display verzichtet auf eine Notch, kauft sich diesen Vorteil aber mit spürbar breiteren Bildschirmrändern ein.
EPREL-Daten enthüllen Akku-Rückschritt beim Ultra-Modell
Ein Blick in die durchgesickerten EPREL-Energielabel von Roland Quandt enthüllt weitere technische Nuancen. Das Galaxy Tab S12 Ultra behält unverändert sein 11.600 mAh starkes Akkupaket und lädt weiterhin mit maximal 45 Watt. Dennoch sinkt die effektive Akkulaufzeit laut offizieller Messung spürbar. Kam das 2025er Ultra noch auf 94:51 Stunden, erreicht die Neuauflage nur noch 88:54 Stunden. Dieser Verlust von knapp sechs Stunden deutet darauf hin, dass das 14,6-Zoll-Display oder der SoC unter Last mehr Energie fordert. Sowohl die Wi-Fi- als auch die 5G-Ausführung liefern identische Laufzeitwerte.
Einen positiven Trend verzeichnet hingegen das Galaxy Tab S12+. Der Akku wächst von 10.090 mAh auf 10.600 mAh. Zusammen mit dem effizienteren Chip steigt die gemessene Laufzeit von 73:44 Stunden auf 80:34 Stunden. Gleichzeitig schrumpft das Gehäuse der Plus-Variante um 0,3 Millimeter auf flache 5,3 Millimeter. Das Tab S12 Ultra verharrt bei hauchdünnen 5,1 Millimetern. Dass Samsung trotz des schlanken Gehäuses an der veralteten Ladeleistung festhält, bestätigt die anhaltende Enttäuschung über das recycelte Ultra-Gehäuse.
Ein spürbarer Rückschritt zeigt sich bei der Langlebigkeit der Stromspeicher. Das Galaxy Tab S12+ büßt seine Einstufung für 2.000 Ladezyklen ein. Beide Neuheiten sind ab sofort nur noch auf 1.200 Ladezyklen ausgelegt. Bei der Robustheit rangieren die Tablets mit der Einstufung E bei der Sturzfestigkeit auf niedrigem Niveau. Die Reparierbarkeit erreicht die durchschnittliche Note C, während das Gehäuse nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt ist.
Exorbitante Aufpreise belasten das Flaggschiff-Segment
Hardware-Stagnation trifft auf spürbare Preiserhöhungen. Das Galaxy Tab S12 Ultra startet in der Basisversion mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher als Wi-Fi-Modell bei 1.540 Euro. Das bedeutet einen satten Aufpreis von 200 Euro gegenüber dem Tab S11 Ultra, das im Vorjahr noch ab 1.340 Euro im Regal stand. Für die Speichervariante mit 512 GB werden 1.740 Euro fällig. Wer mobil im Netz surfen will, zahlt für die 5G-Ausführung 1.690 Euro (256 GB) beziehungsweise 1.890 Euro (512 GB). Verdoppelt man den Speicher, verlangt Samsung pauschal 200 Euro Aufpreis. Das 5G-Modem schlägt mit 150 Euro zu Buche.
Auch das Galaxy Tab S12+ fordert ein tiefes Portemonnaie. Das Einstiegsmodell mit Wi-Fi und 256 GB Speicher kostet 1.300 Euro, die 512 GB-Variante liegt bei 1.500 Euro. Für die 5G-Ableger verlangt Samsung 1.450 Euro (256 GB) und 1.650 Euro (512 GB). Diese Entwicklung fügt sich nahtlos in die durchgesickerten exorbitanten Preise für die Galaxy Tab S12-Reihe in Europa ein.
Die offizielle Vorstellung der neuen Modellreihe wird für den 7. Oktober 2026 erwartet. Angesichts der überschaubaren Modellpflege und der gestrichenen Hardware-Details beim Plus-Modell fällt das Fazit nüchtern aus. Samsung dreht an der Preisschraube, liefert aber zu wenig Gegenwert für anspruchsvolle Nutzer.
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