Galaxy Tab S12 Ultra: Leaks enthüllen harten Sparzwang

Frisch geleakte Pressebilder der neuen Samsung-Tablets sind aufgetaucht. Das vorliegende Bildmaterial zeigt das Galaxy Tab S12 Ultra und den kleineren Bruder Galaxy Tab S12+ erstmals nebeneinander in den zwei offiziellen Gehäusefarben Grau und Silber. Doch beim genauen Abgleich der Renders wird klar: Samsung zieht die Trennlinie zwischen den beiden Modellvarianten diesmal erstaunlich scharf.
Wer hoffte, dass das Plus-Modell lediglich eine kompaktere Ausgabe des Top-Modells werden würde, sieht sich getäuscht. Die Südkoreaner streichen beim Galaxy Tab S12+ sichtbare Ausstattungsmerkmale zusammen. Das betrifft nicht nur das Gehäuse und die Ränder, sondern betrifft auch die verbauten Kameramodule auf der Rückseite.
Display-Notch und Rahmendicke: Die optische Kluft
Der erste Blick auf die Vorderseite legt eine deutliche Bevorzugung offen. Das Galaxy Tab S12 Ultra setzt auf ein gigantisches 14,6 Zoll Dynamic AMOLED 2X Display mit 120 Hz Bildwiederholrate. Um das Riesendisplay herum fallen die Bildschirmlinien extrem schmal aus. Um die Frontkamera unterzubringen, bleibt die bekannte halbkreisförmige Einkerbung im Display bestehen. Die Abmessungen bleiben mit 326,34 x 208,46 x 5,12 mm exakt auf dem bekannten, sehr dünnen Profil der Vorgängergeneration.
Beim Galaxy Tab S12+ mit seinem 12,4 Zoll Bildschirm schaut die Sache anders aus. Die Displayränder fallen spürbar breiter aus. Das Display wirkt dadurch weniger elegant, kommt allerdings ohne Einkerbung im Glas aus, da die Linse im Gehäuserahmen Platz findet. Wer sich die explodierenden Europa-Preise der Galaxy Tab S12-Reihe ansieht, erwartet schlicht makellose Premium-Hardware ohne solche künstlichen Design-Klüfte.
Die breiteren Ränder beim Plus-Modell wirken wie ein bewusster optischer Rückschritt. Ein 12,4 Zoll Tablet in dieser Preisliga darf nicht wie eine günstige Mittelklasse aussehen. Das wirkt absurd, wenn man bedenkt, dass Käufer über 1.200 Euro auf den Tisch legen sollen. Das Bild auf der Vorderseite spiegelt die Strategie wider: Wer Top-Design will, muss zwingend zum teuren Ultra greifen.

Kamera-Stich und Silizium: MediaTek übernimmt die Regie
Ein Blick auf die Gehäuserückseite enthüllt die nächste künstliche Beschneidung. Das Galaxy Tab S12 Ultra besitzt ein Dual-Kamera-System mit zwei Linsen auf der Rückseite. Das Galaxy Tab S12+ muss sich dagegen mit einer einzigen Kameralinse begnügen. Zwar nutzt kaum jemand ein Tablet für anspruchsvolle Fotografie, aber das Streichen einer zweiten Linse beim Plus-Modell wirkt schlicht geizig.
Im Gehäuseinneren geht Samsung jedoch bei beiden Varianten den gleichen Weg. Zum Einsatz kommt der Flaggschiff-Prozessor MediaTek Dimensity 9500. Der Wechsel auf den Taiwan-Chip ist eine echte Ansage an Qualcomm. Die Rechenleistung soll spürbar zulegen, was bei Multitasking und aufwendigen Anwendungen nötig ist. Beim Akku bleibt das Galaxy Tab S12 Ultra bei unveränderten 11.600 mAh. Beide Modelle unterstützen weiterhin den S Pen, der auch auf allen Pressebildern direkt im Lieferumfang abgebildet ist.
Schon bei früheren Generationen wie dem Aktionspaket zum Galaxy Tab S10 FE hat sich gezeigt, dass Kundinnen und Kunden sehr genau hinschauen, welche Abstriche sie beim Kauf machen müssen. Ein Sparprogramm bei der Hardware zu fahren und gleichzeitig an der Preisschraube zu drehen, wird am Markt für heftige Diskussionen sorgen.
Preise und Positionierung: Welches Modell lohnt sich noch?
Die Preisgestaltung unterstreicht die problematische Positionierung der beiden Tablets. Das Galaxy Tab S12+ soll ab 1.249 Euro bis 1.299 Euro für die Basisversion mit 12 GB RAM und 256 GB Speicherkapazität starten. Wer 5G benötigt, zahlt bereits 1.449 Euro bis 1.499 Euro. Das Galaxy Tab S12 Ultra beginnt bei etwa 1.449 Euro bis 1.539 Euro für die Einstiegsvariante mit 12/256 GB und klettert als 16 GB RAM Modell mit 1 TB Speicherkapazität sogar auf 2.099 Euro bis 2.199 Euro.
Der Preisabstand zwischen dem beschnittenen Plus-Modell und dem vollwertigen Ultra-Modell schrumpft damit zusammenschmelzend klein. Für ein paar Hundert Euro Aufpreis erhalten Käufer das flachere Rahmendesign, das Dual-Kamera-Setup und ein deutlich größeres Display. Das macht das Galaxy Tab S12+ im direkten Vergleich nahezu unattraktiv.
Zudem fällt auf, dass Samsung das Plus-Modell als direkten Nachfolger des früheren Galaxy Tab S10+ positioniert, während das Ultra-Modell die Galaxy Tab S11 Ultra Reihe ablöst. Dass Käufer trotz der saftigen Preissprünge beim Plus-Modell auf eine Kamera und ein rahmenloses Design verzichten müssen, ist schwer vermittelbar.
Samsung scheint das Plus-Modell gezielt abzuwerten, um Kundschaft direkt in Richtung des spürbar teureren Galaxy Tab S12 Ultra zu drängen. Diese Taktik ist durchschaubar und enttäuscht Fans, die einen echten Kompromiss aus Handlichkeit und Top-Hardware suchen. Ob sich dieser Plan für den Hersteller auszahlt, zeigt sich spätestens beim offiziellen Marktstart im Herbst 2026.
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