Gebrauchte E-Autos: Der Markt ist plötzlich leergekauft

Wer in den letzten Jahren behauptet hat, gebrauchte Stromer seien unrentable Händlerhüter, muss seine Vorurteile jetzt dringend überdenken. Die Realität auf den Gebrauchtwagenplätzen hat sich innerhalb weniger Monate komplett gedreht.
Günstige elektrische Klein- und Kompaktwagen sind auf Plattformen wie AutoScout24 schlagartig leer gekauft. Wo Händler vor kurzem noch hohe Standzeiten beklagten, herrscht heute akuter Mangel an bezahlbaren Modellen.
Spritpreise treiben Dieselfahrer zu gebrauchten Stromern
Verantwortlich für die plötzliche Flucht zum Elektroauto sind vor allem die unberechenbaren Preise an den Zapfsäulen. Geopolitische Spannungen am Persischen Golf trieben die Benzin- und Dieselpreise kräftig nach oben, was das Pendeln mit Verbrennern teuer macht.
Im zweiten Quartal lag das Interesse an gebrauchten Elektroautos zeitweise um 128 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Selbst nach einem leichten Rückgang im Juni bleibt die Nachfrage spürbar über dem Niveau der letzten zweieinhalb Jahre.
Bestände schrumpfen: ID.3 und Zoe werden spürbar teurer
Die hohe Nachfrage lässt die Bestände bei den Händlern rasand schrumpfen. Machten batterieelektrische Autos im März noch neun Prozent des Gesamthändlerbestands aus, fiel dieser Anteil bis Juni auf magere sechs Prozent.
Vor allem günstige Modelle wie der Dacia Spring, der Renault Zoe und der Opel Mokka-e sind fast vollständig vergriffen. Die Folge: Bei gefragten Gebrauchten wie dem VW ID.3, Hyundai Ioniq 5 und Cupra Born stiegen die Preise um fünf bis elf Prozent.
Standzeiten sinken: Warum Käufer jetzt den SoH prüfen müssen
Über alle gebrauchten Elektrofahrzeuge hinweg kletterten die Angebotspreise zuletzt um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele Käufer nehmen höhere Anschaffungskosten bewusst in Kauf, um bei den laufenden Energiekosten die Bremse zu ziehen.
Während der Gesamtwagenmarkt ruhig bleibt und Fahrzeuge im Schnitt 55 Tage bis zum Verkauf stehen, verkaufen sich Stromer sechs Tage schneller. Wer jetzt gebraucht kauft, sollte aber trotz Kaufdruck nicht blind zugreifen, sondern zwingend ein Zertifikat über den State of Health (SoH) der Traktionsbatterie einfordern.
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Neben dem SoH der Batterie sollten sich die potenziellen Kauf auch mal für den Reifenzustand der i.d.R. 2 bis 3 Jahre gefahrenen Leasingrückläufer interessieren.
Ein Reifen der Reifen, die i.d.R. einen Tragfähigkeits-/Lastindex von 102 und höher (!!!) haben und die die Gattung „Schwerlastreifen“ für Transporter o.ä. fallen, kosten schnell mal ab 180 € PRO Stück, also ab 720 € für 4 Marken-Reifen zuzüglich Wechsel, Entsorgung und wuchten.
Da ist man bei einem Satz Räder Sommer schnell mal bei rund 900 bis 1000 €!
Und wenn man Winterräder hat, auch nochmal rund 1000 €.
Also lieber die Restprofiltiefe des potenziellen Kandidaten messen.
Übrigens:
„Normale“ Reifen für normalgewichtige Autos (Verbrenner-PKW, Vans) haben einen Lastindex von 85 bis 95 und kosten zwischen 70 und 125 € pro Stück!
Für einen Rädersatz also ca. 500 bis 600 €.
Also „billig“ BEV fahren ist relativ.
… unter das Beste daran: Akkus halten einfach eeeewig. Da muss man sich wirklich überhaupt gar keine Gedanken machen! dazu auch einfach mal ‚Taxiunternehmen ä, München+E-Autos googeln‘! 🙂