Geely E5: Günstiges Elektro-SUV mit Lade-Frust

Heckansicht des Geely E5
Quelle: Geely
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Hersteller werben gerne mit beeindruckenden Spitzenwerten. Der Geely E5 macht da keine Ausnahme. Als vollausgestatteter E5 Max+ steht das chinesische Elektro-SUV für 42.990 Euro vor der Tür – mit 218 PS (160 kW) Frontantrieb, 68,4 kWh LFP-Akku und vollem Hütte-Komfort inklusive Massage-Sitzen und Panoramadach. Auch der Einstieg als E5 Pro mit 60,2 kWh ab 37.990 Euro klingt auf dem Papier extrem verlockend.

Doch auf der Langstrecke offenbart der Stromer aus dem Mutterkonzern von Volvo und Polestar im harten Praxistest eine empfindliche Schwachstelle: Sein Schnelllade-Verhalten bremst den Reisedrang gewaltig aus.

Verbrauch top, aber die Ladekurve enttäuscht im Alltag

Dabei fängt die Reise vielversprechend an. Auf der Autobahn pendelt sich der Verbrauch bei zügiger Fahrt zwischen 130 und 150 km/h bei hervorragenden 17,4 kWh/100 km ein. In der Praxis garantiert das eine verlässliche Autobahn-Reichweite von gut 350 km (WLTP: 450 km). Wer Ladestopps plant, freut sich zudem über die Infotainment-Software: Die Navigation erlaubt das gezielte Filtern nach bevorzugten Ladesäulen-Anbietern wie Ionity oder EnBW und plant die Route entsprechend.

Das wurde aber auch Zeit – bringt im Alltag an der Säule aber nur bedingt Trost. Denn wer den Geely E5 mit 9 Prozent Restakku an den Fast-Charger hängt, wartet vergeblich auf ein Lade-Feuerwerk. Trotz versprochener 135 kW Peak-Ladeleistung vergehen von 9 bis 83 Prozent träge 31 Minuten. Die Spitzenleistung liegt nur extrem kurz an und bricht danach spürbar ein. Im Jahr 2026 ist das für eine Neuerscheinung schlicht nicht mehr zeitgemäß.

Luxus-Kabine trifft auf schwächelnde Assistenzsysteme

Im Innenraum punktet der Geely E5 dagegen voll. Die Verarbeitungsqualität stimmt, harte Klavierlack-Orgien bleiben aus und die Ergonomie passt. Das 1.000-Watt Flyme-Soundsystem liefert ordentlichen Klang, die belüfteten Sitze bieten erstklassigen Langstreckenkomfort und die 360-Grad-Kamera zeigt sogar eine präzise Ansicht der 19-Zoll-Alufelgen, um Bordsteinschäden zu vermeiden. Die Sprachsteuerung setzt Befehle wie das Öffnen der Heckklappe oder des Schiebedachs sofort um.

Sobald es auf die Straße geht, trübt die Assistenz-Elektronik das Bild. In Baustellen mit gelben Spurlinien gerät der Spurhalteassistent ins Schlingern und zieht unvermittelt nach links. Ein echter Wermutstropfen für Praktiker: Der Geely E5 bietet keinerlei Anhängelast (nur 75 kg Stützlast für Fahrradträger) und verzichtet vollständig auf einen Frunk unter der Fronthaube.

Ob man das wirklich braucht? Bei der Garantie haut Geely wieder auf den Putz: 8 Jahre oder 200.000 km Garantie auf das Fahrzeug und die Batterie sind ein starkes Wort. Der Haken: Um den Schutz zu behalten, schreibt der Hersteller strikte Serviceintervalle von jährlich oder alle 20.000 km vor. Wer ein komfortables Alltags-SUV sucht und selten Langstrecken bolzt, bekommt extrem viel Auto fürs Geld – Vielfahrer müssen die Lade-Geduld aber erst mitbringen.

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