VW ID.4 GTX: Warum das Elektro-SUV an Tesla scheitert

VW ID.4 GTX und Tesla Model Y im Vergleich an einer Schnellladesäule
Grafik: Schmidtis Blog
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Das nennt man wohl eine brutale Landung auf dem Boden der Realität. Wolfsburg wollte den VW ID.4 GTX als sportliches Vorzeigemodell der MEB-Plattform positionieren, doch im direkten Schlagabtausch kackt der Allradler gegen das Tesla Model Y Long Range gnadenlos ab. Für einen Basispreis von strammen 57.935 Euro bekommen Käufer zwar nominell 250 kW (340 PS), aber eben auch ein technisches Gesamtpaket, das an entscheidenden Stellen gewaltig hinkt.

Wer sich von der beworbenen Peak-Ladeleistung von 185 kW blendet lässt, erlebt an der Schnellladesäule eine böse Überraschung. Das maximale Ladetempo liegt nur in einem winzigen Fenster zwischen 10 und 35 Prozent SoC (State of Charge) an. Danach fällt die Leistung steil ab und dümpelt bis 80 Prozent bei durchschnittlich 120 bis 130 kW herum. Da hilft auch das Facelift nichts: Die betagte 400-Volt-Architektur gerät gegen moderne 800-Volt-Systeme unrettbar ins Hintertreffen. Die versprochenen 28 Minuten Ladehub bleiben reine Theorie für Schönwettertage.

Verbrauchsschock im Ecotest: Tesla fährt dem GTX um Welten davon

Die eigentliche Quittung liefert der ADAC Ecotest beim Realverbrauch. Während sich das Tesla Model Y im Alltagstest mit extrem effizienten 17,3 kWh/100 km begnügt, ballert der ID.4 GTX schwere 21,6 kWh/100 km durch die Leitungen. Das ist kein kleiner Messfehler, sondern ein heftiger Unterschied von über 4 kWh auf 100 Kilometer. Das kostet nicht nur spürbar Reichweite, sondern geht an der Zapfsäule richtig ins Geld – während Tesla bei Preisen ab 54.990 Euro das meilenweit überlegene Antriebs- und Batteriemanagement stellt.

Fahrwerksseitig rettet zwar das optionale DCC-Fahrwerk den Komfort, entlarvt aber gleichzeitig die GTX-Mogelpackung. Auf der Langstrecke bügelt das 2,2-Tonnen-Schiff Unebenheiten souverän weg, doch mit Sportlichkeit hat das absolut nichts zu tun. Die Lenkung fühlt sich synthetisch an und in Kurven schiebt der Brocken spürbar nach außen. Wer echte Performance sucht, schielt zum Hyundai Ioniq 5 N – doch der Koreaner schießt mit 650 PS, einer 84-kWh-Batterie und einem Preis von 74.900 Euro bei Verbräuchen jenseits der 25 kWh völlig am Alltag vorbei.

Software-Frust und KBA-Rückruf: Wo das Wolfsburger Markenversprechen bröckelt

Besonders bitter für ein Auto dieser Preisklasse ist die Dauerbaustelle Digitalisierung. Auch mit der ID. Software 5.x gehören einfrierende Displays, plötzliche Black Screens während der Fahrt und grundlose Ausfälle des Travel Assist zum Alltag vieler Besitzer. Das unfertige Bedienkonzept nervt im Alltag gewaltig. Und als wäre das nicht genug, drückt die Verarbeitungsqualität auf die Stimmung: Neben Klappergeräuschen im Cockpit wiegt der offizielle KBA-Rückruf (013300) wegen mangelhafter Abdichtung der Hochvoltbatterie extrem schwer, weil eindringende Feuchtigkeit im schlimmsten Fall den Totalausfall bedeutet.

Dazu kommt die böse Überraschung bei den Unterhaltskosten. Mit den hohen Typklassen 22 in der Teilkasko und 22 in der Vollkasko ist der GTX alles andere als ein Versicherungsschnäppchen. Wer auf die beworbenen Leasing-Lockangebote ab 499 Euro anspringt, zahlt bei realistischen 15.000 Kilometern pro Jahr ohne massive Anzahlung eher 600 bis 700 Euro im Monat. Am Ende bleibt der ID.4 GTX ein zwar komfortabler, aber technisch und softwareseitig abgehängter Kompromiss, der dem durchdachten Gesamtpaket des Model Y derzeit nichts entgegenzusetzen hat.

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