Google Health 5.04: Eigene Lebensmittel und Makro-Logging sind zurück – doch das Grundproblem bleibt

Als Google im Mai die Fitbit-App durch Google Health ersetzte, sorgte das bei vielen Nutzern für Frust. Funktionen, die über Jahre selbstverständlich waren, verschwanden mit dem Wechsel. Mit Version 5.04 bessert Google nun nach und bringt einige der wichtigsten Features rund um die Ernährung zurück. Das ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung – wirft aber erneut die Frage auf, warum diese Funktionen überhaupt erst gestrichen wurden.
Wichtige Ernährungsfunktionen kehren zurück
Mit dem aktuellen Update können Nutzer endlich wieder eigene Lebensmittel erstellen, bearbeiten und löschen. Gerade für alle, die regelmäßig selbst kochen oder individuelle Rezepte erfassen, war das eine der schmerzlichsten Lücken der neuen App. Ohne diese Möglichkeit war die Ernährungserfassung für viele deutlich umständlicher.
Ebenfalls zurück ist das direkte Erfassen von Kalorien sowie Makronährstoffen. Statt jedes Lebensmittel mühsam in der Datenbank suchen zu müssen, lassen sich Werte nun wieder manuell eingeben – eine kleine Änderung mit großer Wirkung im Alltag.
Darüber hinaus behebt Google einen Fehler bei der Berechnung der Makronährstoff-Anteile. In den vergangenen Wochen wurden hier teilweise falsche Prozentwerte angezeigt, was die Auswertung unnötig erschwerte.
Verbesserungen bei Schlaf und Fitness
Auch abseits der Ernährung bringt Version 5.04 einige Korrekturen. Kurze Nickerchen werden nun korrekt in der Schlafübersicht berücksichtigt, sodass die gesamte Schlafdauer realistischer dargestellt wird.
Außerdem sollen abgeschnittene Herzfrequenzdiagramme und unvollständige GPS-Karten in den Trainingsansichten der Vergangenheit angehören. Nutzer der Zyklusverfolgung können ihre Historie jetzt nach Jahren gruppieren, was langfristige Entwicklungen übersichtlicher macht. Auf iPhones wurde zudem ein Fehler behoben, der Freundschaftsanfragen beeinträchtigte.
Nachbessern statt neu erfinden
So positiv die Rückkehr dieser Funktionen auch ist – sie zeigt gleichzeitig ein grundlegendes Problem. Viele der jetzt nachgereichten Features gehörten in der Fitbit-App jahrelang zum Standard. Dass sie nach dem Wechsel zunächst fehlten, sorgte für verständlichen Unmut in der Community.
Besonders kritisch sehen viele Nutzer dabei das neue Preismodell. Aus Fitbit Premium wurde Google Health Premium, gleichzeitig stieg der Jahrespreis von 79,99 auf 99,99 Euro. Wer mehr bezahlt, erwartet in der Regel ein besseres Produkt – nicht den monatelangen Verzicht auf etablierte Funktionen.
Mehr Plattform als Fitness-App?
Mit der Integration von Fitbit in das Google-Health-Ökosystem verfolgt Google eine langfristige Strategie. Wearables wie die Pixel Watch oder frühere Fitbit-Tracker liefern Gesundheitsdaten, die zunehmend in cloudbasierte Dienste und KI-gestützte Auswertungen einfließen.
Für Nutzer entsteht dadurch jedoch der Eindruck, dass die eigentliche Fitness-App zunehmend zur Plattform wird. Gerät und Abo kosten Geld, während wichtige Funktionen erst nach und nach wieder ergänzt werden. Die Rückkehr der Ernährungs-Features ist deshalb zwar erfreulich, dürfte für viele aber eher eine verspätete Korrektur als ein echter Fortschritt sein.
Version 5.04 verbessert Google Health spürbar. Gleichzeitig erinnert das Update daran, dass viele Nutzer lieber kontinuierliche Verbesserungen einer bewährten App gesehen hätten als einen Neustart, bei dem zunächst zahlreiche Kernfunktionen verloren gingen.
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