Samsung Galaxy: Amazon Music künftig vorinstalliert – und warum Spitzenpreise nicht vor Werbeballast schützen

Wer heute viel Geld für ein neues Galaxy-Smartphone auf den Tisch legt, erwartet ein sauberes und schnelles System. Samsung sieht das offenbar anders und packt künftig noch mehr ungefragte Anwendungen auf seine Geräte. Der neue Deal mit Amazon bringt den Musikdienst des Online-Riesen ab Werk auf kommende Smartphones und Tablets – eine Kehrseite, die vor allem den Herstellern schmeckt.
Drei Monate Gratis-Streaming als Trostpflaster
Bloatware nervt. Samsung kooperiert mit Amazon, um die Musik-App auf ausgewählten zukünftigen Galaxy-Geräten vorzuinstallieren. Ein schwacher Trost.
Das geht aus einer offiziellen Ankündigung der beiden Konzerne hervor, über die zuerst Android Authority berichtete. Als süßes Gift winkt immerhin ein dreimonatiges Probeabo für Amazon Music Unlimited oben drauf. Wer das Angebot über den Galaxy Store aktiviert, bekommt zusätzlich ein monatliches Hörbuch bei Audible geschenkt. Gültig ist das Ganze allerdings nur für Neukunden.
Wer danach dabeibleiben möchte, zahlt die regulären Gebühren von 12,99 US-Dollar im Monat, während Prime-Mitglieder in Deutschland mit 12,99 Euro zur Kasse gebeten werden. Ob man die App nach der Einrichtung einfach löschen kann, ist noch unklar – eine Anfrage von CHIP dazu läuft noch.
Premium-Preise schützen nicht vor Werbeballast
Das Problem sitzt tiefer. Selbst auf der sündhaft teuren Galaxy S26-Reihe, für die Käufer locker zwischen 999 und 1.949 Euro hinblättern, nistet sich immer mehr Drittanbieter-Software ein. Google packt ohnehin standardmäßig seine eigenen Apps auf jedes Android-Handy. Dass Samsung nun noch eine weitere Musik-App vorinstalliert, obwohl die meisten Nutzer ohnehin Spotify oder YouTube Music abonniert haben, ist schlicht absurd.
Am Ende zahlen Kunden doppelt. Sie blättern Spitzenpreise für Top-Hardware hin und müssen trotzdem mit vorinstallierter Werbung leben, die wertvollen Speicherplatz belegt. Ein fauler Kompromiss.
Das schmutzige Millionengeschäft mit dem Speicherplatz
Hinter solchen Deals stecken eiskalte wirtschaftliche Interessen, die weit über den Verkauf der nackten Hardware hinausgehen. Für Konzerne wie Samsung sind vorinstallierte Apps eine extrem lukrative, wiederkehrende Einnahmequelle. App-Entwickler zahlen Millionenbeträge, um prominent auf den Startbildschirmen von Millionen neuer Geräte platziert zu werden.
Da die Margen im reinen Hardware-Verkauf durch steigende Produktionskosten unter Druck geraten, sichern sich die Hersteller so ihre Gewinne. Für den Nutzer bedeutet das im Alltag leider: Der teuer bezahlte Speicher wird ab Werk zur digitalen Werbetafel degradiert.
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