VW ID. Polo Trend: Der 25.000-Euro-Stromer steht im Konfigurator – und das absurde Spiel mit der Aufpreis-Sperre

Schräge Frontansicht des neuen kompakten VW ID. Polo in auffälligem Lime-Gelb. Das günstige Elektroauto von Volkswagen zeigt moderne LED-Scheinwerfer und große Alufelgen in einer urbanen Straßenszene
Quelle: Volkswagen AG
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Volkswagen hat endlich die Hosen runtergelassen. Weil die Konkurrenz aus Frankreich mit dem günstigen Renault 5 im Nacken sitzt und chinesische Hersteller den Markt mit billigen Einstiegsstromern bedrängen, steht der ID. Polo in der nackten Basis-Ausstattung namens „Trend“ für 24.995 Euro im offiziellen Konfigurator. Wer sich von diesem magischen Preisschild blenden lässt, fängt sich im Alltag aber ein paar herbe Enttäuschungen ein.

CarPlay hinter der Bezahlschranke: Der fiese Software-Trick beim Basismodell

VW verbaut zwar serienmäßig das große Innovision Cockpit mit einem stattlichen 12,9-Zoll-Infotainment-Bildschirm in der Mitte der Armaturentafel. Wer dort allerdings Apple CarPlay oder Android Auto nutzen möchte, guckt beim nackten Einstiegsmodell in die Röhre.

Das sogenannte „App Connect“ ist in der Trend-Ausstattung schlicht gesperrt.

Wer sein Smartphone im Auto spiegeln will, muss zwingend zur teureren Ausstattungslinie „Life“ greifen. Die startet bei exakt demselben Akku und Motor allerdings erst ab 29.195 Euro. Das bedeutet im Klartext: Über 4.000 Euro Aufpreis für ein reines Software-Feature, das heute selbst bei jedem Dacia zur Grundausstattung gehört. Das ist eine unverschämte künstliche Barriere, die im Alltag extrem nervt.

37 Kilowattstunden LFP-Akku: Wenn der Winter zur Geduldsprobe wird

Auch beim Akku im Unterboden müssen Käufer einen harten Kompromiss eingehen. Die Netto-Kapazität liegt bei schmalen 37 Kilowattstunden. Auf dem Papier verspricht Volkswagen damit zwar eine WLTP-Reichweite von bis zu 334 Kilometern bei einem kombinierten Verbrauch von 14,8 bis 13,3 kWh/100 km.

Im echten Leben und bei winterlichen Temperaturen schrumpft dieser Wert ganz schnell auf gut 200 Kilometer zusammen.

Das liegt vor allem an der günstigen Lithium-Eisenphosphat-Zellchemie (LFP). LFP ist zwar extrem langlebig und robust, reagiert aber sehr empfindlich auf Kälte. Ohne eine extrem aufwendige, stromfressende Batterieheizung bricht die Ladeleistung im Winter massiv ein. Die versprochenen 90 Kilowatt am Schnelllader – mit denen der Hub von 10 auf 80 Prozent in rund 23 Minuten gelingen soll – sind bei Frost reine Theorie.

Mit dem APP290-Frontmotor leistet der ID. Polo immerhin solide 85 kW (116 PS) und schiebt mit 290 Newtonmetern Drehmoment an. Für den Stadtverkehr und das Pendeln reicht das völlig aus, auch wenn 10,6 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 keinen Sportwagen-Enthusiasten hinter dem Ofen hervorlocken.

Der Plattform-Krieg im eigenen Haus

Um bei einem Preis von unter 25.000 Euro überhaupt noch eine Marge zu erzielen, setzt Volkswagen bei der MEB Entry-Plattform auf eine radikale vertikale Integration. Der Pulswechselrichter und die neuen Einheitszellen werden in Eigenregie gefertigt, was die Produktionskosten senkt.

Doch die größte Gefahr für den ID. Polo lauert nicht in China, sondern in den eigenen Konzernregalen.

Neben dem Wolfsburger stehen auch die Schwestermodelle Skoda Epiq, Cupra Raval und der SUV-Ableger ID. Cross in den Startlöchern. Alle nutzen exakt dieselbe technische Basis mit Frontantrieb.

Bei aktuell 70.000 Vorbestellungen für die gesamte Plattform entfallen gerade einmal 25.000 auf den ID. Polo selbst. Wenn Skoda und Cupra mit emotionalerem Design wildern, droht sich der Konzern die Kundschaft intern selbst wegzuschnappen. Und ab 2027 wartet mit dem ID. Every1 bereits der noch billigere Up-Nachfolger auf seinen Einsatz.

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