Samsung Galaxy Z Fold 8: Alle technischen Details sind geleakt – und das künstlich beschnittene Standard-Modell erzwingt das teure Upgrade

Wer knapp 2.000 Euro für ein Smartphone auf den Tisch legt, will keine Kompromisse machen. Samsung sieht das bei der neuen Falt-Generation offenbar anders und streicht beim normalen Galaxy Z Fold 8 kurzerhand die Zoom-Kamera zusammen, um das teurere Ultra-Modell schmackhaft zu machen. Ein riskanter Schachzug, der die Foldable-Welt spalten wird.
Quadratisch statt handlich: Samsungs neuer Formfaktor-Egoismus
Das Galaxy Z Fold 8 ändert alles, was wir bisher vom Foldable-Formfaktor kannten. Schluss mit der schmalen Fernbedienung in der Tasche. Samsung setzt auf ein fast quadratisches 4:3-Format beim faltbaren Hauptdisplay. Genauer gesagt: 7,6 Zoll Diagonale mit 2448 x 1848 Pixeln.
Ist im Alltag aber Quatsch, wenn man Videos schaut. Fette schwarze Balken oben und unten sind hier garantiert. Zumindest das Außendisplay wächst auf brauchbare 5,5 Zoll mit 1972 x 1248 Pixeln. Beide Bildschirme feuern natürlich flüssige 120 Hertz ab.
Und der Endgegner aller Foldable-Nutzer, die unschöne Falte im Display? Die soll überraschend flach ausfallen. Samsung nutzt jetzt ein neuartiges Titan-Substrat als Display-Unterbau. Klingt nach echtem Mehrwert im Alltag. Wie robust das im Dauertest ist, muss ich allerdings selbst erst ausprobieren.
Rohe Kraft mit angezogener Handbremse beim Laden
Leistungstechnisch brennt hier absolut nichts an. Der Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy taktet mit bis zu 4,47 GHz und treibt das Ding an. Dazu gibt es standardmäßig 12 GB RAM und Speichergrößen von 256 GB oder 512 GB. Wer das Maximum will, greift zur Version mit 16 GB RAM und satten 1 TB Speicher.
Aber die Kehrseite lauert beim Akku. Zwar spendiert Samsung dem Fold 8 einen 4800-mAh-Akku und dem Ultra sogar 5000 mAh, doch beim Laden bleibt es konservativ. Mehr als 45 Watt über Kabel sind nicht drin. In Zeiten, in denen die chinesische Konkurrenz locker die 100-Watt-Marke knackt, ist das schlicht lahm.
Absurd wird es bei der Langlebigkeit. Die Akkus sind laut EU-Datenbank nur für 1200 Ladezyklen zertifiziert, bevor sie unter die 80-Prozent-Marke rutschen. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist das enttäuschend. Ein echter Kompromiss, den man schlucken muss.

Die künstliche Lücke: Warum das Ultra die einzig wahre Option ist
Hier kommt die bittere Pille für alle, die auf das normale Fold 8 geschielt haben. Samsung streicht hier die Zoom-Linse. Du bekommst eine 50-Megapixel-Hauptkamera (f/1.8, OIS) und ein verbessertes 50-Megapixel-Ultraweitwinkel (f/1.9). Das war’s. Kein optischer Zoom mehr.
Wer zoomen will, muss blechen und zum Galaxy Z Fold 8 Ultra greifen. Dort wartet das volle Programm: Eine 200-Megapixel-Hauptkamera (f/1.7, OIS), ein 10-Megapixel-Teleobjektiv mit dreifachem optischen Zoom und ebenfalls das neue 50-Megapixel-Ultraweitwinkel.
Das Ultra ist mit 4,1 Millimetern im geöffneten Zustand sogar noch dünner als das Standard-Modell mit seinen 4,5 Millimetern. Außerdem wiegt es trotz des größeren 8-Zoll-Innenbildschirms (mit schärferen 2504 x 2256 Pixeln) nur 218 Gramm – das normale Fold 8 bringt 201 Gramm auf die Waage.
Und der Preis? Das ist eine echte Ansage. Das normale Fold 8 startet in Deutschland bei 1.999 Euro. Für das Ultra werden mindestens 2.199 Euro fällig. Eine Differenz von gerade mal 200 Euro. Wer gibt bitteschön zwei Riesen aus, um dann auf die Zoom-Kamera zu verzichten? Samsung drängt die Käufer auffällig aggressiv in Richtung Ultra-Modell.
Die iPhone-Ultra-Angst und Samsungs Foldable-Zerrissenheit
Warum wirbelt Samsung das Lineup so um? Der Grund liegt in Cupertino. Samsung hat handfeste Panik vor dem kommenden iPhone Ultra. Mit dem breiteren 4:3-Format des normalen Fold 8 wollen die Südkoreaner ein Gerät positionieren, das der Kundschaft den Wechsel von Apples künftigem Riesen-iPhone erleichtert. Es ist der Versuch, ein extrem teures Falt-Gerät als Lifestyle-Alternative für klassische Flaggschiff-Käufer zu etablieren.
Gleichzeitig spaltet dieser Schritt das eigene Portfolio. Indem man das Standard-Modell kastriert, will man die echten Technik-Enthusiasten zum noch teureren Ultra-Modell treiben. Das ist wirtschaftlich clever gelöst, könnte dem ohnehin stagnierenden Foldable-Markt aber den Todesstoß verpassen. Wer nicht bereit ist, über zweitausend Euro auszugeben, wird durch die künstliche Beschneidung des günstigeren Modells schlicht verprellt.
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