Volkswagen: Oliver Blume droht intern mit dem Abbau von 50.000 Stellen

Wer dachte, die Krise bei Volkswagen ließe sich mit ein paar Kosmetikkorrekturen im fernen China aussitzen, wird jetzt knallhart auf den Boden der Tatsachen geholt. Die deutsche Vorzeige-Marke wankt, und zwar gewaltig. Wolfsburg zittert, weil der Chef den Rotstift auf Rekordniveau ansetzt.
Ein Brocken. Die nackte Wahrheit tut weh, besonders wenn sie im internen Intranet landet. Und jetzt?
Die bittere Realität im Intranet
Oliver Blume hat diese Woche intern Tacheles geredet. In einem Intranet-Interview bezifferte der VW-Konzernchef das Ausmaß der Krise mit einer Zahl, die der Belegschaft das Blut in den Adern gefrieren lässt: rund 50.000 Stellen stehen weltweit zur Disposition. Eine heftige Ansage. Der Grund dafür ist schlicht die bittere Realität auf dem Weltmarkt. Volkswagen kann nach eigenen Angaben „bei den Kosten und Preisen mit den Exportmodellen aus China nicht mithalten“.
Ein echtes Problem.
Bislang duckte sich die Führungsebene oft weg, wenn es um konkrete Zahlen ging. Jetzt guckt Wolfsburg ganz genau hin, „wie viele Anpassungen tatsächlich nötig und möglich sind“. Die Formulierung klingt technisch, meint aber den schieren Existenzkampf an mehreren deutschen Standorten. Werksschließungen sind längst kein Tabu mehr. Wer bisher dachte, der Wolfsburger Riese sei zu groß zum Scheitern, irrt gewaltig. Der Wind hat sich gedreht.
Das Pulverfass brennt bereits lichterloh
Natürlich lässt die Gegenseite das nicht einfach so stehen. Die IG Metall ging sofort auf die Barrikaden und warf Blume direkt ein „wohlfeiles Interview“ vor. Ein Vorwurf mit Sprengkraft. Die Fronten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind verhärtet, eine Schlammschlacht droht. Beide Seiten versuchen nun, ihre Interessen in den kommenden Wochen und Monaten so gut es geht in den Mittelpunkt zu rücken. Ein zähes Ringen um jeden einzelnen Arbeitsplatz beginnt. Mich nervt dieses Theater jetzt schon.
Klar, die jüngsten Geschäftszahlen der VW-Marken haben unmissverständlich gezeigt, dass ein Weiter-so schlicht unmöglich ist. Aber dieses endlose Hickhack schadet dem Konzern im Alltag massiv. Die Kehrseite des Sparkurses ist nämlich fatal. Wenn Ingenieure und Entwickler monatelang nur um ihre Jobs bangen müssen, leidet die Produktentwicklung der neuen Autos zwangsläufig. Das ist der eigentliche Haken an der Sache.
Warum das deutsche E-Auto-Märchen gerade kollabiert
Der tiefe Fall von Volkswagen ist kein lokales Wolfsburger Phänomen, sondern das logische Resultat jahrelanger Ignoranz gegenüber globalen Marktdynamiken. China ist längst vom dankbaren Absatzmarkt zum technologischen und preislichen Taktgeber mutiert. Deutsche Autobauer haben zu lange auf hochpreisige Verbrenner-Renditen geschielt, statt die eigene Wertschöpfungskette auf günstige Elektromobilität zu trimmen.
Jetzt rächt sich das. Die bittere Pille ist, dass Kostensenkungen bei den Arbeitskosten allein den Rückstand nicht mehr wettmachen. Wenn VW auf dem globalen Parkett überleben will, müssen nicht nur Stellen weichen, sondern verkrustete Strukturen in der Software- und Batterieentwicklung aufgebrochen werden. Ansonsten bleibt der Traum vom bezahlbaren Volks-Stromer schlicht Utopie.
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