Google Pixel 11 Pro: Sturztest entlarvt die Marketing-Falle

Google Pixel 11 Pro (XL) in den 4 Farben Farben Canyon, Olive, Fog und Matte Obsidian
Quelle: Google
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Google hat auf dem „Made by Google“-Event mächtig auf die Pauke gehauen. Neue Beschichtungen, unkaputtbares Glas und maximale Haltbarkeit für die neue Generation. Doch während die Marketing-Abteilung das Google Pixel 11 Pro als das robusteste Pixel aller Zeiten feiert, sprechen die harten Prüfdaten der Europäischen Union eine völlig andere Sprache.

Beim Blick auf die offiziellen Labordaten zeigt sich eine eklatante Schwachstelle, die ausgerechnet das beliebteste Modell betrifft.

Kratzfest an der Oberfläche, anfällig beim Aufprall

Auf dem Papier liest sich das Datenblatt beeindruckend: Das Pixel 11 Pro und das Pro XL setzen auf eine neuartige, 800 Nanometer dünne Anti-Kratzer-Schicht, die direkt über dem bekannten Gorilla Glass Victus 2 liegt. Laut Google macht das die Displays mehr als doppelt so kratzfest wie beim Vorgänger. Selbst Schlüssel und Nagelfeilen sollen dem Panel im Alltag nichts anhaben können.

Beim Pixel 11 Pro Fold geht der Hersteller sogar noch einen Schritt weiter. Anstelle von klassischem Abdeckglas kommt auf der Außenseite ein neues Keramikglas zum Einsatz, während die Rückseite aus einem Glasfaser-Verbundstoff besteht. Laut Google soll diese Rückseite nahezu unzerstörbar sein und das Fold dreimal robuster machen als das Vorjahresmodell.

EPREL-Daten zeigen: Das kompakte Pro-Modell patzt gewaltig

Doch Papier ist geduldig – die Datenbank der Europäischen Produktdatenbank für Energieverbrauchskennzeichnung (EPREL) ist es nicht. Für die Vergabe des EU-Reparatur- und Haltbarkeitslabels müssen alle Smartphones einen genormten Falltest durchlaufen. Und genau hier bricht das Kartenhaus für das normale Pro-Modell zusammen.

Während das Basis-Pixel-11, das riesige Pixel 11 Pro XL und sogar das komplexe Pixel 11 Pro Fold den Härtetest mit 270 Stürzen ohne Defekt überstehen und sich das begehrte A-Rating sichern, versagt das reguläre Pixel 11 Pro.

Nach nur 180 Stürzen war das Gerät defekt. Das bedeutet im EU-Ranking den Abstieg auf ein mageres B-Rating.

ModellStürze ohne DefektEU-Rating
Google Pixel 11270 StürzeA
Google Pixel 11 Pro180 StürzeB
Google Pixel 11 Pro XL270 StürzeA
Google Pixel 11 Pro Fold210 StürzeA

Ein Rückschritt, den Google erklären muss

Das Phänomen ist extrem skurril: Der direkte Vorgänger – das Pixel 10 Pro – hat im vergangenen Jahr dieselben 270 Stürze absolviert und das A-Rating abgeräumt. Warum das neue Pixel 11 Pro trotz fortschrittlicherer Materialien bei der Fallfestigkeit derart einbricht, wirft Fragen auf.

Ein kompakterer Rahmen transportiert Sturzenergie anders als ein großes Gehäuse. Wenn die neue 800-nm-Beschichtung zwar Kratzer abhält, das Gesamtsystem aber bei Erschütterungen schneller nachgibt, hat der Konsument wenig gewonnen. Was nützt ein makelloses Display, wenn die Elektronik oder das Glas darunter nach einem Sturz aus Hüfthöhe den Geist aufgibt?

Dass ausgerechnet das teure, handliche Pro-Modell schlechter abschneidet als die Basisversion für weniger Geld, ist ein Schlag ins Gesicht für Kaufwillige. Wer auf maximale Haltbarkeit setzt, greift dieses Jahr entweder zum Basismodell, legt Geld für das XL drauf oder muss zwingend eine dicke Schutzhülle einplanen.

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