VW-Software-Fiasko: Cariad-Streichung besiegelt Ende der Tesla-Rivalität

VW ID. Cross Konzept
Quelle: Volkswagen AG
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Die einstige Hoffnung von Herbert Diess zerbröselt schrittweise: Bei der krisengeprügelten Software-Tochter Cariad geht das große Streichen weiter. Von ursprünglich 6.300 Mitarbeitern schrumpft die Belegschaft drastisch zusammen. Nach dem Abbau von 1.600 weiteren Stellen auf nun 4.300 Beschäftigte zieht die Konzernspitze die Notbremse. Das ursprüngliche Ziel, die digitale Hoheit komplett im eigenen Haus zu behalten, ist damit endgültig gescheitert.

Dass im Wolfsburger Konzern längst konkrete Szenarien für einen Cariad-Ausstieg durchgerechnet werden, überrascht angesichts dieser Zahlen kaum noch. Statt Milliarden in eine unvollendete Eigenentwicklung zu pumpen, rudert das Management spürbar zurück. Der Konzern lagert Kernbereiche wie die Fahrassistenzsysteme wieder stärker an externe Spezialisten aus. Beim Infotainment greift Volkswagen nun unter anderem auf Googles Android Automotive zurück, während für die künftige Fahrzeugarchitektur bekanntlich das US-Start-up Rivian einspringt.

KI als Notnagel für das Silicon-Valley-Fiasko

Um dem Kahlschlag einen modernen Anstrich zu verpassen, ruft die VW-Führung nun die Transformation zur „AI Company“ aus. Ganze 200 neue Stellen entstehen im KI-Sektor, um die verbleibende Mannschaft auf den Übergang zum Software Defined Vehicle einzuschwören. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Konzern seine verbliebenen Entwickler im neuen Automotive Software Campus in Berlin konzentriert. Ob der neuerliche Schwenk hin zu generativer KI und KI-Algorithmen das Vertrauen der Kundschaft zurückgewinnt, bleibt jedoch fraglich.

Das Problem liegt nicht an fehlenden KI-Projekten, sondern an den jahrelangen Verzögerungen bei grundlegenden Software-Plattformen. Zwar muss die neue Zonen-Architektur für kommende Volumenmodelle stehen – wie etwa beim geplanten Einsteiger-Stromer ID. Every1 für 20.000 Euro –, doch intern dominiert der Rotstift. Der Versuch, Tesla auf eigenem Terrain zu schlagen, endet vorerst in einer drastischen Sparwelle und dem Abschied von alten Eigenentwicklungs-Fantasien.

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