BMW iX1: Ring-Erlkönig beendet den faulen Elektro-Kompromiss

BMW iX1 2027 Erlkönig
Quelle: Motor1
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Auf dem Nürburgring dreht der BMW iX1 der nächsten Generation seine ersten schnellen Runden als getarnter Prototyp. Die aktuellen Aufnahmen von der Nordschleife belegen das Ende des Mischbaus: München baut für seinen kompakten Stromer kein weiteres Facelift, sondern schickt einen eigenständigen Technologieträger der Neuen Klasse auf den Asphalt. Für Elektro-Fahrer ist das der lang ersehnte Befreiungsschlag von faulen Kompromissen.

Bisher rollt der Stromer als Zwillingsbruder des Benziners vom Band, vollgestopft mit Batterien in einem Verbrenner-Korsett. Das intern als NB5 geführte Kompakt-SUV bricht mit dieser Altlast und wechselt auf eine maßgeschneiderte Elektro-Plattform. Wie die Erlkönig-Sichtung des iX1 mit 800-Volt-Umbau bereits verdeutlichte, fallen die Proportionen spürbar gestreckter und aerodynamischer aus. Bündig versenkte Türgriffe, ein glatter Unterboden und eine markante Abrisskante am Heck beweisen, dass Effizienz künftig vor Gleichteil-Zwängen rangiert.

Vor allem an der Schnellladesäule beendet BMW eine jahrelange Zumutung. Wer das aktuelle Modell an den Hypercharger hängt, verhungert bei maximal 130 kW Ladepeak – das nervt auf Langstrecken gewaltig und kostet unnötig Zeit. Das neue 800-Volt-Bordnetz katapultiert die Ladezeiten in eine andere Dimension. Dass der große Bruder BMW iX3 im Alltag überzeugt, liegt maßgeblich an dessen Ladepeaks von bis zu 400 kW. Für die Kompaktklasse bedeutet dieser Technologiesprung, dass der Standard-Ladehub von 10 auf 80 Prozent künftig in unter 15 Minuten erledigt ist.

Gen6 und Heckantrieb: München schmeißt den Frontkratzer raus

Der Plattformwechsel zieht einen tiefen Schnitt beim gesamten Antriebskonzept nach sich. Die bisherige Basisvariante eDrive20 zerrt stur an den Vorderrädern – eine ungeliebte Altlast der Verbrenner-Architektur FAAR. Beim neuen NB5 wandert die E-Maschine der sechsten Generation (Gen6) dorthin, wo sie bei einem BMW hingehört: an die Hinterachse. Zusätzliche Leistung und Allradantrieb gibt es künftig nur noch über eine zweite E-Maschine an der Vorderachse als xDrive.

Parallel dazu fliegt die alte Speicherchemie aus dem Unterboden. Zylindrische Rundzellen ersetzen die bisherigen prismatischen Akkupakete, steigern die Energiedichte um 20 Prozent und sparen spürbar Gewicht ein. Frühere Berichte, wonach der BMW iX1 Nachfolger ab 2027 mit Rundzellen antritt, finden durch den aktuellen Ring-Träger ihre handfeste Bestätigung. Weil die kompakte Gen6-Heckmaschine deutlich weniger Bauraum beansprucht, entsteht unter der vorderen Haube endlich Platz für einen echten Frunk. Dreckige Ladekabel müssen damit nicht mehr unter Urlaubsgepäck im Kofferraum hervorgekramt werden.

Im Cockpit bricht BMW radikal mit vertrauten Bedienmustern. Das Nürburgring-Video lässt bereits die Konturen des neuen Systems Panoramic Vision erkennen, das alle fahrrelevanten Informationen über die gesamte Breite der unteren Windschutzscheibe spiegelt. Gesteuert wird das Ganze über ein trapezförmiges Zentraldisplay und das Infotainment iDrive X. Klassische Taster und Schalter fliegen fast ausnahmslos raus. Wer haptische Drehregler schätzt, muss sich auf eine radikale Umgewöhnung einstellen.

Absurde Fünf-Jahres-Kluft: Alter Benziner läuft bis 2033 weiter

Hinter den Kulissen führt die Modellpolitik zu einer skurrilen Zweiklassengesellschaft im BMW-Autohaus. Während der elektrische iX1 auf die High-End-Architektur wechselt, bleibt der Verbrenner-Bruder auf der alten Plattform gefangen. Der konventionelle Benziner der Baureihe U11 erhält im Juli 2027 lediglich eine Modellpflege und soll bis mindestens Oktober 2032 oder 2033 weitergebaut werden. Über fünf Jahre lang stehen damit zwei völlig unterschiedliche technische Welten unter fast identischer Typenbezeichnung im gleichen Verkaufsraum.

Für interessierte Käufer bedeutet das vor allem eins: Geduld mitbringen. Wie die Pläne für den 800-Volt-Turbo des iX1 belegen, läuft die Serienproduktion des NB5 erst im November 2027 an. Die ersten Kundenfahrzeuge erreichen als Modelljahr 2028 die Straße. Wer heute spontan einen iX1 kauft, erwirbt ein Auslaufmodell auf Verbrenner-Basis mit zäher Ladetechnik.

Der Spagat ist riskant, aber für München die einzig logische Konsequenz. BMW kann es sich schlicht nicht mehr leisten, Elektrofahrzeuge auf adaptierten Verbrenner-Chassis gegen reine Elektro-Plattformen antreten zu lassen. Der technologische Vorsprung reiner Elektro-Architekturen bei Raumausnutzung, Effizienz und Ladeperformance lässt sich durch keine Modellpflege der Welt mehr schönfärben.

Marktdruck auf Mercedes und Audi: Preisschild entscheidet das Duell

Mit dem vorgezogenen Nürburgring-Härtetest setzt BMW die Konkurrenz aus Ingolstadt und Stuttgart massiv unter Zugzwang. Weder ein Mercedes EQA noch ein Audi Q4 e-tron bieten im kompakten Premium-Segment eine 800-Volt-Architektur mit Ladezeiten von einer Viertelstunde. Gegen den NB5 wirken die bisherigen Platzhirsche schlagartig wie Relikte der ersten Elektro-Welle.

Alles steht und fällt am Ende mit der Preisgestaltung beim Händler. Der aktuelle iX1 startet bei knapp 50.000 Euro – ein stolzer Tarif für 130 kW Ladepeak. Schafft es BMW, die Skaleneffekte der günstigeren Rundzellen an die Kundschaft weiterzugeben, wird der NB5 zum neuen Maßstab der elektrischen Kompaktklasse. Die Nordschleifen-Runden belegen: Der Abschied von der Übergangstechnik ist unumkehrbar.

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2 Kommentare

  1. Ich würde diesen überholten Verbrennerkram gar nicht mehr weiterentwickeln und den jetzigen Stand der Technik so lange unverändert zum Verkauf anbieten bis auch der letzte Kunde endlich auf elektrisch umgestiegen ist! Wer dann in fünf Jahren noch so ne alte Verbrenner-Möhre kauft ist selber schuld! 🤷‍♂️

  2. „Weder ein Mercedes EQA noch ein Audi Q4 e-tron bieten im kompakten Premium-Segment eine 800-Volt-Architektur mit Ladezeiten von einer Viertelstunde.“

    Spätestens da wurde der Text nur noch reißerisch und faktenlos. Wer den frühestens Ende 2027 kommenden neuen iX1 mit dem bereits heute ausgelaufenen Vorgänger von Mercedes vergleicht, vergleicht schlicht unseriös. Der GLA Elektro ist längst bestellbar und bietet sehr wohl 800 Volt mit entsprechend kurzen Ladezeiten.

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