Google Pixel 4a: Zwei Monate Boot-Loop – und keiner kümmert sich

Google Pixel 4a
Quelle: Google
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Mein Pixel 4a liegt seit 2022 in der Küchenschublade. Zwischen altem Ladekabel, drei SIM-Nadeln und einem Kaugummipapier. Backup-Handy halt. Letzten Donnerstag wollte ich es mal wieder laden, und was passiert? Google-Logo. Neustart. Google-Logo. Neustart. Google-Logo. Ich dachte erst, der Akku sei hinüber. War er nicht.

Wie sich rausstellt: Tausende Pixel-4a-Nutzer hängen seit Ende Mai in genau dieser Schleife. Nachzulesen im Google Issue Tracker, auf Reddit, überall. Und Google? Hat zwei Monate lang – nichts getan. Keine Meldung, kein Workaround-Hinweis, kein „Wir kümmern uns“. Einfach Stille.

Der Bug selbst ist fast schon lächerlich spezifisch

Bei den neuen Pixels – Pixel 6 bis Pixel 10, das 10er liegt bei so 549 Euro – war der Boot-Loop ein anderes Biest. Beim 4a braucht es exakt eine Konstellation: Ortungsdienste aus, WLAN an. Das war’s. Mehr nicht. Das Ding verbindet sich mit dem Router, und zack, Neustart. Wieder und wieder.

Und das Geile ist: Ich hab’s selbst nachgestellt. Abgesicherter Modus, Ortung rein, Neustart – läuft einwandfrei. Dann Ortung raus, WLAN an – sofort wieder diese verdammte Schleife. Das ist ein State-Conflict im Connectivity-Stack. Das ist keine Raketenwissenschaft. Das hätte in einer einzigen QA-Runde auffallen müssen. Eine einzige.

Warum das 4a wieder mal der letzte Dreck ist

Okay, kurz Luft holen. Das Pixel 4a kam im August 2020. Snapdragon 730G, 349 Euro, ein absolutes Volksgerät. Und seit Android 13 ist Schluss. Keine OS-Updates mehr. Drei Jahre Support, das war der Deal.

Zum Vergleich, weil es mich jedes Mal wieder aufregt: Samsung gibt vier Jahre OS und fünf Jahre Security. Apple schiebt dem iPhone SE 2020 – ebenfalls sechs Jahre alt, ebenfalls Billigsegment – gerade noch iOS 19 rüber. Und Google? Schickt Anfang Juli den Boot-Loop-Fix an Pixel 6 bis 10 raus. Das 4a? Nicht. Kein Patch. Kein Wort. Nada.

Erst jetzt, am 28. Juli, kommt ein Google Play System Update rein. Im Changelog steht „1. Juli“. Vier Wochen Differenz zwischen Datum und tatsächlichem Rollout. Macht das jemand bei Google absichtlich, damit die Reaktionszeit auf dem Papier besser aussieht? Ich weiß es nicht. Aber ich find’s schäbig.

Play System Update – oder: Wie man einen Bug umgeht statt ihn zu fixen

Kurze Erklärung für alle, die den Unterschied nicht kennen, weil Google ihn auch nie richtig erklärt hat: Ein normales Android-Update patcht Kernel, Framework, System-Apps. Ein Play System Update – hieß früher mal Project Mainline – tauscht einzelne Module über den Play Store aus. Kein OEM-Testing. Kein Carrier-Approval. Google drückt auf einen Knopf, fertig.

Ist technisch elegant, keine Frage. Aber es bedeutet auch: Der eigentliche Bug im System wird nicht angefasst. Er wird umschifft. Und beim Pixel 4a geht das auch gar nicht anders, weil es den OS-Patch-Kanal schlicht nicht mehr gibt. Clever gelöst. Und gleichzeitig eine verbraucherpolitische Frechheit. Aber hey, wer beschwert sich schon über ein 349-Euro-Handy von 2020.

Raus aus der Schleife – so geht’s

Falls euer 4a gerade festhängt und das Update noch nicht da ist:

Gerät aus. Beim Einschalten die Leiser-Taste gedrückt halten, bis unten „Abgesicherter Modus“ steht. Dann in die Einstellungen, Standort aktivieren, neu starten. Sollte laufen.

Wenn selbst der abgesicherte Modus abschmiert: WLAN-Router ausstecken. Ja, ernsthaft. Dann kann das Pixel keine Verbindung aufbauen und der Loop wird nicht getriggert. Danach Schritt eins bis drei.

Sobald das Play System Update drauf ist, soll der Fehler weg sein. Sagt Reddit. Ich kann’s bestätigen, bei meinem Gerät ist Ruhe.

Und was lernen wir daraus?

Google verspricht ab Pixel 8 sieben Jahre OS-Support. Sieben Jahre. Klingt super auf der Keynote. Aber wenn ein simpler Boot-Loop zwei Monate braucht, um gefixt zu werden, und die Kommunikation in der Zeit bei null liegt – was passiert dann in Jahr fünf? In Jahr sechs? Wenn das Gerät nicht mehr auf der Keynote gezeigt wird, sondern in der Schublade liegt? Zwischen Ladekabel und Kaugummipapier.

Das Pixel 4a wurde millionenfach verkauft. Und Millionen Leute lernen gerade, was „Support“ bei Google wirklich heißt. Nämlich: drei Jahre, und dann viel Glück.

Ich bin gespannt, ob sich jemand die Mühe macht und den Fix sauberer auf Custom-ROM-Ebene nachbaut. LineageOS-Leute, falls ihr das lest: Die Community wartet.

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Ein Kommentar

  1. „Und was lernen wir daraus?“ …. Wer ein Google Pixel-Handy kauft und meint, er ist bzw er hat etwas besonderes … JA, das stimmt.
    Er hat ganz besondere … Probleme … !

    Spätesten nach 2,5 Jahren verkaufen und NICHT weiter drüber nachdenken … sollen sich die Käufer des Gebrauchten später damit rumärgern …

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