Google rudert beim Android-Sideloading zurück – aber nur ein bisschen

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Quelle: Google

Vor ein paar Monaten sorgte Google für Aufruhr: Künftig sollten sich alle App-Entwickler bei Google registrieren müssen, auch wenn ihre Apps gar nicht über den Play Store verteilt werden. Wer das nicht macht, dessen App können Nutzer nicht mehr installieren – egal ob per APK-Download oder über alternative Stores. Das klang nach einer massiven Einschränkung der Sideloading-Freiheit unter Android, und entsprechend laut war der Protest.

Entwickler und Nutzer liefen Sturm. Google reagierte und kündigte an, zumindest für fortgeschrittene Nutzer einen Ausweg zu schaffen. Konkrete Details blieb das Unternehmen damals schuldig. Jetzt tauchen in Google Play ab Version 49.7.20-29 erste Hinweise auf, wie das Verfahren aussehen könnte – und die Überraschung ist: Es wird vermutlich kaum anders als bisher.

Android Authority hat in der neuen Play-Version Strings gefunden, die auf zwei verschiedene Installationsprozesse hinweisen – einen für verifizierte Apps, einen für nicht verifizierte. Der entscheidende Punkt: Bei nicht verifizierten Apps soll es offenbar nur eine überspringbare Warnung geben. Keine harte Blockade, kein erzwungener Umweg über irgendwelche Menüs. Einfach eine Warnung, die man wegklicken kann. Das wäre kaum ein Unterschied zum aktuellen Zustand, bei dem Android ohnehin vor der Installation aus unbekannten Quellen warnt.

Warum Google dann überhaupt den Aufstand riskiert hat, ist unklar. Vielleicht war die ursprüngliche Idee tatsächlich restriktiver, und der Rückzieher kam erst nach dem Feedback. Vielleicht wollte Google auch nur Druck aufbauen, um mehr Entwickler zur Registrierung zu bewegen – selbst wenn am Ende keine echten Konsequenzen drohen.

Interessant ist der Zeitplan: Die neuen Regeln sollen ab September 2026 in einzelnen Ländern starten. Das ist noch über ein Jahr hin. Google hat also Zeit, die Details zu justieren – oder das Ganze nochmal zu überdenken. Die Warnungen, die jetzt in Google Play aufgetaucht sind, liegen laut Android Authority schon seit Juli 2025 im Package-Installer von Android herum, wurden aber nie aktiviert. Offenbar experimentiert Google seit Monaten mit verschiedenen Ansätzen, ohne sich festzulegen.

Was das für Nutzer bedeutet? Vermutlich wenig. Wer jetzt APKs von externen Quellen installiert, wird das auch in Zukunft können – nur mit einer zusätzlichen Warnung, die man ignorieren kann. Wer alternative Stores wie F-Droid oder Aurora nutzt, sollte ebenfalls keine Probleme bekommen, solange die Entwickler registriert sind oder die Warnung akzeptiert wird.

Für Entwickler ändert sich potenziell mehr. Die Registrierung bei Google könnte zur Pflicht werden, auch wenn die Apps nie im Play Store landen. Was genau Google dabei abfragt – und ob die Daten später für andere Zwecke genutzt werden – ist unklar. Datenschützer dürften das kritisch sehen, vor allem in der EU, wo ohnehin schon Druck auf Google lastet, alternative App-Stores nicht zu benachteiligen.

Bleibt die Frage, ob Google das Verfahren bis September 2026 nochmal anpasst. Die Reaktionen auf die ursprüngliche Ankündigung waren heftig genug, dass ein kompletter Rückzug nicht ausgeschlossen ist. Aber solange die Details vage bleiben, lässt sich schwer sagen, was am Ende tatsächlich kommt. Bis dahin bleibt es beim aktuellen System – und das ist für die meisten Nutzer völlig ausreichend.

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