GTA 6: Das Extended Look zeigt, was sich wirklich ändert – und was Rockstar verschweigt

Rockstar Games hat es endlich getan. Nach einer Woche, in der die Hacker-Gruppe CyberLeek spielbares GTA-6-Material veröffentlichte, zog der Entwickler die Notbremse – nicht mit einer Entschuldigung, sondern mit 27 Minuten offizielles Gameplay-Material, das von der PlayStation 5 aufgezeichnet wurde. Netflix bekam den Extended Look zuerst zu sehen, dann folgte YouTube. Das ist Schadenskontrolle mit Absicht.
Die Kartengröße: Nicht nur größer, sondern anders strukturiert
Vice City in GTA 6 ist doppelt so groß wie Los Santos aus GTA 5. Das klingt eindrucksvoll – aber die entscheidende Zahl kommt erst danach: Die bebaute Fläche soll elfmal größer sein, bei gleichzeitig höherer Dichte.
Rob Nelson, Co-Studio-Head von Rockstar North, erklärte dies gegenüber dem New York Times. GTA 5s Karte umfasst etwa 80 Quadratkilometer. GTA 6 wird auf etwa 160 Quadratkilometer kommen – aber nicht 160 km² Ödnis wie bei Red Dead Redemption 2 (circa 75 km²). Hier ist der Unterschied konkret: Rockstar hat dichte Stadtblöcke und nachbarschaftsähnliche Strukturen gebaut, bei höherer Bevölkerungsdichte.
Carjacking funktioniert jetzt anders
Im Extended Look wird eine Carjacking-Sequenz gezeigt, bei der ein Charakter einen Hammer nutzt, um ins Auto zu kommen. Das ist nicht einfach Animation – es deutet auf ein neues System hin.
Laut den präsentierten Details: Teurere Autos sind schwerer zu klauen. Du wirst wahrscheinlich Werkzeuge brauchen – nicht einfach reingehen und fahren. Das ändert Mission-Logik: Nicht jedes Auto ist verfügbar, wenn du gerade eines brauchst.
Polizei-KI merkt sich dein Aussehen – Outfitwechsel wird strategisch
Im Extended Look und in IGN-Previews wird bestätigt: Die Polizei kann sich an dein Aussehen erinnern. Du musst dein Outfit wechseln, um nicht erkannt zu werden.
Das ist faktisch ein neues System. In GTA 5 vergessen die Cops dein Gesicht nach Wanted-Level-Senken. In GTA 6 bist du eine erkannte Person, nicht anonymer Punkt auf der Karte.
Combat: Verletzungsmodelle statt einfacher Tod
Das Extended Look zeigt, dass Gegner verletzt werden, statt sofort zu sterben. NPCs gehen in die Knie, brauchen Zeit zum Hochkommen. Es gibt auch Nahkampf-Prompt-Systeme – wenn ein Gegner dich zu Boden wirft, kannst du aktiv reagieren.
Das ist neu für GTA. Die Ragdoll-Effekte sind aufwendiger, die Hit-Reaktionen realistischer.
Im Material werden auch Max-Payne-ähnliche Zeitlupe-Sequenzen gezeigt – speziell bei NPCs, die sterben, nicht bei deinen Charakteren.
Jason und Lucia: Zwei Charaktere, echte Optionen
Das Dual-Protagonist-System ist bestätigt. Im Material wird gezeigt:
- Lucia und Jason können „an jedem Punkt“ gewechselt werden (laut IGN-Preview)
- Du kannst wählen: Beide zusammen spielen, einen als Begleiter mitführen, oder nur einzeln
- Die romantische Beziehung ist optional – es gibt ein Hand-Holding-Mechanic, das du nutzen kannst oder nicht
Das ist faktisch neu für GTA. Aber die genauen Mission-Design-Implikationen sind nicht dokumentiert.
Snapmatic kehrt zurück – aber mit einer Einschränkung: Du kannst nicht posten, weil Jason und Lucia auf der Flucht sind und keine digitale Fußspur hinterlassen wollen. Kurz nach dem Intro soll die gesamte Spielwelt frei zugänglich sein. Das steht explizit in den Quellen.
Spielzeit: Zwischen 50 und 80 Stunden
Rob Nelson brauchte 80 Stunden im Februar für einen vollständigen Durchlauf – inklusive optionaler Ziele. Die Hauptkampagne soll zwischen 50 und 60 Stunden dauern. Der tatsächliche Umfang hängt davon ab, wie viel Zeit für Erkundungen aufgewendet wird.
Neue Aktivitäten sind gezeigt – aber nicht kommentiert
Das Extended Look zeigt: Fitnessstudio (mit L2/R2-Eingaben), Basketball, Street Racing, Dirt Racing, Rudern, Jet Ski, Skydiving, Strip-Club-Besuche, Unterwasser-Tauchgänge. Auch Kleinigkeiten wie Kühlschränke öffnen mit Nahrungsmittel-Auswahl sind zu sehen.
Aber Rockstar hat nicht erklärt, wie tief diese Systeme gehen.
Was Rockstar NICHT zeigt
Das Extended Look enthält kein Online-Material. Kein Multiplayer-Teaser. Kein GTA+. Das ist strategisch: Rockstar schiebt Monetarisierung nach Launch.
Auch: Das Material wurde auf PS5 aufgezeichnet, nicht Xbox Series X. Das ist ein Signal, aber keine explizite Aussage über Performance-Unterschiede.
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