Hyundai IONIQ 3: Koreas 28.000-Euro-Ansage an VW & Co.

Seitenansicht des blauen Hyundai Ioniq 3 vor einer Häuserschlucht
Quelle: Hyundai
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Wenn Konzernchef Chung Euisun höchstpersönlich im türkischen Werk İzmit aufläuft, um die Vorserie auf Herz und Nieren zu prüfen, weiß man sofort: In der Seoul-Zentrale brennt die Hütte. Der Anlass für den Manager-Besuch: Der Hyundai IONIQ 3 rollt ab Mitte August vom Band – und das Timing könnte für die Konkurrenz kaum unbequemer sein.

Während Volkswagen beim ID. Polo mal wieder auf der Stelle tritt, machen die Koreaner Nägel mit Köpfen. In Rüsselsheim auf europäische Ansprüche zugeschnitten, zielt der Stromer direkt ins Herz des hart umkämpften B-Segments. Wenn Hyundai 2027 locker über 40.000 Einheiten unters Volk bringen will, darf zum Marktstart absolut nichts klappern. Wen überrascht es da, dass der Chef die Spaltmaße lieber selber nachmisst?

Pragmatische 400 Volt statt teurem High-End-Spektakel

Trennen wir das Marketing vom echten Nutzwert. Hyundai spart sich beim IONIQ 3 die kostspielige 800-Volt-Architektur der großen Brüder und setzt bodenständig auf ein 400-Volt-System. In den Niederlanden geht es ab 27.995 Euro los, in Großbritannien bei 22.245 Pfund. Für die Basis gibt es einen 42,2-kWh-Akku, der für 344 Kilometer nach WLTP reicht.

Wer öfter auf die Bahn muss, greift zum 61-kWh-Paket mit immerhin 496 Kilometern Ausdauer. An der Schnellladesäule drückt der Stromer mit maximal 119 kW – der Sprung von 10 auf 80 Prozent steht nach gut 29 bis 30 Minuten auf der Uhr. Kein Rekord, aber für die Klasse absolut im Rahmen. Der heimliche Star im Alltag ist ohnehin der optionale 22-kW-AC-Lader für städtische Säulen. Das bietet in diesem Segment sonst kaum jemand. Da bin ich auf die finalen deutschen Listenpreise verdammt gespannt.

Aero-Hatchback, Megabox und echter Tasten-Pragmatismus

Unter der geschärften Silhouette („Aero Hatch“) steckt eine erfreulich windschlüpfige Karosserie mit einem cW-Wert von 0,26. Trotz kompakter 4.155 mm Länge holt Hyundai dank 2,68 Meter Radstand überraschend viel Beinfreiheit aus dem Fond. Der Kofferraum packt stramme 441 Liter weg – maßgeblich getrieben von der 119-Liter-Megabox im Ladeboden. Einziger Dämpfer: Mangels Frunk wandert das Ladekabel zwangsläufig ins Gepäckabteil.

Im Cockpit feiert das neue Pleos-Connect-Infotainment auf Android Automotive OS Premiere. Trotz riesiger Screens mit bis zu 14,6 Zoll und dem neuen KI-Assistenten Gleo AI bewahrt Hyundai die Nerven: Wichtige Funktionen für Klima und Audio lassen sich weiterhin über physische Tasten bedienen. Zusammen mit Vehicle-to-Load (V2L) stellt Hyundai hier ein Paket auf die Räder, das Wolfsburg und Paris gewaltig Kopfschmerzen bereiten dürfte. Mal sehen, wie schnell die Konkurrenz gekontert bekommt.

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