Kia EV2: Kein GT, obwohl die Optik mehr verspricht

Kia wird den EV2 vorerst nicht als GT bauen. Das sagte ein Mitglied des EV2-Produktteams laut Auto Express klar: Eine GT-Version stehe nicht im Produktplan. Damit bleibt beim kleinsten Elektro-Kia ausgerechnet die Variante aus, bei der ein bisschen mehr Leistung tatsächlich Sinn ergeben würde.
Kia EV2 GT-Line: sportliches Outfit ohne Nachdruck
Der Kia EV2 GT-Line darf zwar dynamischer aussehen, mehr Leistung gibt es deshalb aber nicht. Laut vorliegendem Material endet die Palette bei maximal 146 PS; Auto Express nennt dafür 144 bhp, was praktisch derselben Größenordnung entspricht. Das ist kein Fehler für einen günstigen Elektro-Kleinwagen, passt aber nur mäßig zu einer Ausstattung, die optisch nach heißerer Variante schreit.
Genau darin liegt der Haken: GT-Line verkauft Sportlichkeit, liefert beim Antrieb aber keinen Unterschied. Für den Alltag reichen 146 PS wahrscheinlich völlig aus. Wer jedoch bewusst nach einem elektrischen Kleinwagen mit sportlichem Anspruch sucht, bekommt beim EV2 aktuell eher Karosseriekosmetik als einen echten Grund zum Grinsen.
Kia spart sich beim EV2 offenbar die heiße Variante
Kia hat bei den größeren Elektroautos den GT-Weg längst eingeschlagen: EV3, EV4 und EV5 gesellen sich laut Auto Express zu EV6 GT und EV9 GT. Beim EV2 zieht der Hersteller nun die Grenze. Das ist vermutlich keine technische Unmöglichkeit, sondern eine wirtschaftliche Entscheidung: Kleine Elektroautos haben enge Margen, während ein kräftigerer Motor, ein abgestimmtes Fahrwerk und stärkere Bremsen Geld kosten.
Dabei wäre etwas oberhalb von 180 PS erst der Punkt, an dem ein EV2 GT glaubwürdig gegen sportliche Konkurrenz antreten könnte. Volkswagen bietet beim ID. Polo bereits 211 PS und 7,1 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h in den Varianten Life und Style. Ein künftiger ID. Polo GTI soll darüber liegen. Kia verzichtet also nicht auf irgendein Spielzeug, sondern auf die Variante, die das GT-Logo erst mit Inhalt füllen würde.
Hyundai Ioniq 3 N bleibt die offene Hintertür
Ganz endgültig muss die Geschichte trotzdem nicht sein. Der EV2 teilt sich seine technische Basis mit dem Hyundai Ioniq 3. Auto Express schreibt, der Erfolg eines möglichen Ioniq 3 N könne ein EV2-GT-Projekt später wiederbeleben. Bestätigt ist ein Hyundai Ioniq 3 N nach dem vorliegenden Material aber nicht – das bleibt Spekulation, keine Ankündigung.
Der aktuelle Ioniq 3 zeigt das gleiche Problem bereits in kleiner Form: Als N-Line sieht er sportlich aus, die schnellste bekannte Version soll laut Quellmaterial aber rund neun Sekunden auf 100 km/h brauchen. Für uns ist das ein ziemlich deutlicher Abstand zwischen Auftritt und Anspruch. Hyundai hat mit i30 N sowie Ioniq 5 N und Ioniq 6 N gezeigt, dass die Marke echte Sportmodelle kann. Gerade deshalb wäre ein Ioniq 3 N als ernsthafter Elektro-Hot-Hatch nicht nur nett, sondern folgerichtig.
Bis dahin gilt für den Kia EV2: GT-Line nehmen, wenn der Look gefällt – aber bitte nicht wegen der Erwartung, einen kleinen GT zu bekommen. Das wurde hier sehr klar abgesagt.
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