Kia EV4 im Test: Effizienter Hatchback mit einem entscheidenden Nachteil

KIA EV4
Quelle: Kia
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Ein bekannter YouTuber hat sich den Kia EV4 genauer angeschaut – das Hatchback-Modell, das in der Klasse der elektrischen Kompaktwagen kaum direkte Konkurrenz hat. Das Fazit fällt differenziert aus: Der EV4 kann Erwartungen erfüllen, hat aber einen Schwachpunkt, der auf der Langstrecke spürbar wird.

In der Long-Range-Variante steckt ein Akku mit über 80 kWh, was auf dem Papier beeindruckend klingt. Der wichtigste Unterschied zu einem Kia EV6 oder Hyundai Ioniq 5 liegt jedoch nicht in der Batteriegröße, sondern in der Plattform: Der EV4 setzt auf 400 Volt statt auf die schnellere 800-Volt-Architektur der teureren Modelle. Für den Alltagsverbrauch spielt das zunächst keine Rolle – auf der Autobahn steigt der Konsum aber schnell über 20 kWh pro 100 Kilometer, was bei höheren Reisegeschwindigkeiten keine Ausnahme ist.

Seine eigentlichen Stärken zeigt der EV4 auf der Landstraße. Wer entspannt unter 100 km/h unterwegs ist, kommt im Test auf 14,1 kWh pro 100 Kilometer – ein deutlich besserer Wert. Wer kaum Autobahn fährt, muss damit auch selten an die Ladesäule. Mit der kleinstmöglichen Radgröße und gemäßigtem Tempo sind über 550 Kilometer mit einer Ladung drin. Selbst im Wintertest bei Temperaturen unter 10 Grad und Autobahntempo kamen noch knapp 382 Kilometer heraus – ein solides Ergebnis für diese Jahreszeit.

Das eigentliche Problem taucht auf, sobald der Akku leer ist und man schnell weiterkommen will. Laut Daten von evkx dauert das Laden von 10 auf 80 Prozent über 30 Minuten. An einer 800-Volt-Plattform wäre dieser Ladevorgang spürbar kürzer. Wer häufig lange Strecken fährt und an der Ladesäule keine Zeit verlieren möchte, sollte diesen Unterschied bei der Kaufentscheidung zwischen EV4 und den teureren Kia- oder Hyundai-Modellen genau abwägen.

Abseits davon überzeugt der EV4 als Hatchback, der im Segment der elektrischen Kompakten kaum Gegenspieler hat. Das Design kommt an, und mit über 600 km nach WLTP liegt die angegebene Reichweite auf einem überzeugenden Niveau. Beim Kofferraum gibt es allerdings eine Überraschung: Trotz einer Fahrzeuglänge von über 4,4 Metern passen nur 435 Liter ins Heck – ein Wert, mit dem sogar der deutlich kleinere VW ID. Polo mithalten kann. Wer auf maximales Gepäckvolumen angewiesen ist, sollte das einkalkulieren.

Unterm Strich ist der EV4 ein interessantes Fahrzeug für Pendler und Stadtfahrer, die gelegentlich auch längere Touren unternehmen. Wer hingegen regelmäßig weite Strecken zurücklegt und beim Laden keine Zeit verlieren will, sollte das Geld für die 800-Volt-Plattform in Betracht ziehen.

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