Mercedes C-Klasse: Viel KI-Schnickschnack zum strammen Preis

2027er Facelift der Mercedes C-Klasse Frontansicht Limousine
Quelle: Mercedes-Benz AG
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Mercedes spendiert seinem Dauerbrenner ein ordentliches Update. Während man in München noch auf den neuen 3er wartet, rollen aus Stuttgart frische Technik, überarbeitete Motoren und eine gute Dosis künstliche Intelligenz an. Das wurde aber auch Zeit! Doch ob man das im Alltag wirklich alles braucht, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Ich habe mir die Neuerung angeschaut und sage ganz ehrlich: Hier wird kräftig an den Stellschrauben gedreht, um das gewohnte Bild aufzuhübschen. Schauen wir mal hinschauen, was unter dem Blech wirklich steckt.

MBUX wird zum dreifachen KI-Zirkus

Im Innenraum bleibt es beim bekannten Aufsatz mit dem 12,3-Zoll-Display und dem großen Hochkant-Touchscreen. Spannend ist allerdings das, was im Hintergrund werkelt: Mercedes installiert das neue MB.OS samt neuester MBUX-Generation. Das bringt spürbar mehr Rechenleistung mit – und leider auch ordentlich Marketing-Gehabe.

Mercedes packt gleich eine ganze KI-Flotte ins Auto: Der Sprachassistent greift zeitgleich auf ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini zu. Ganz ehrlich: Warum ich im Auto mit drei verschiedenen KI-Systemen quatschen soll, um eine Ladesäule zu finden, erschließt sich mir nicht wirklich. Immerhin stellt Google mit dem Automotive AI Agent eine bessere Sprachsteuerung für die Navigation bereit. Das ist nett, wirkt aber streckenweise wie technische Überregulierung eines an sich simplen Vorgangs.

Vierzylinder-Treue, Mildhybride und solide PHEV-Damen

Wer auf eine Renaissance der großen Motoren gehofft hat, wird enttäuscht. Unter der Haube dominieren weiterhin Vierzylinder, die ausnahmslos elektrifiziert sind. Die Benziner vom C200 (177 PS) über den C250 (218 PS) bis zum C300 (258 PS) nutzen ein 48-Volt-System, das kurzzeitig 23 PS Zusatzboost liefert. Beim Zweiliter-M254-EVO setzt Stuttgart zudem auf einen elektrischen Zusatzverdichter – das tut dem Ansprechverhalten im Drehzahlkeller spürbar gut.

Der Diesel ist glücklicherweise noch nicht tot: Der überarbeitete OM654 EVO leistet 163 PS oder 200 PS und schluckt auch synthetische Kraftstoffe wie HVO100. Für Vielfahrer ist das eine hervorragende Nachricht.

Wer lieber teilelektrisch unterwegs ist, bekommt den C400 e 4Matic mit satten 395 PS Systemleistung. Der nutzbare 19,53-kWh-Akku bringt euch laut WLTP bis zu 100 Kilometer rein elektrisch weit. Geladen wird per DC mit maximal 55 kW. Das ist zwar im Jahr 2026 längst kein Rekordwert mehr, macht den Kurzstopp an der Schnellladesäule aber zumindest nutzbar.

Sternchen-Design und saftige Preise

Optisch erfordert das Facelift ein geschultes Auge. Der Kühlergrill trägt jetzt ein vertikales Muster und kann auf Wunsch illuminiert werden. Die Scheinwerfer kommen mit einem Tagfahrlicht im Sternen-Design daher – genau wie die Rückleuchten. Allerdings schaut das T-Modell hinten in die Röhre: Die Sternen-Rückleuchten gibt es unverständlicherweise nur für die Limousine.

Fahrwerkseitig sorgt die optionale Hinterachslenkung mit bis zu 2,5 Grad Einschlag für einen angenehm kleinen Wendekreis von 10,64 Metern. Zudem verpackt Mercedes bis zu 10 Kameras, 5 Radar- und 12 Ultraschallsensoren für die Assistenzsysteme in den Mittenklasse-Stromer.

Bestellbar ist die aktualisierte Modellreihe ab sofort. Die C200 Limousine startet bei 48.844 Euro. Das T-Modell mit seinen 490 bis 1.510 Litern Kofferraum steht ebenfalls direkt beim Händler. Mein Fazit? Gute Modellpflege mit sinnvollen Tech-Upgrades, aber preislich leider völlig daneben.

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