Mercedes EQA: ADAC-Test straft mickrige Ladeleistung ab

schräge Frontansicht weißer Mercedes EQA
Quelle: Mercedes-Benz AG
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Der Mercedes EQA 250 möchte ein vollwertiges Premium-Elektro-SUV sein, entpuppt sich nach den aktuellen Messwerten des ADAC aber als teurer Kompromiss. Wer mindestens 50.777 Euro auf den Tisch legt, bekommt zwar das gewohnte GLA-Feeling, muss bei der Ladetechnik aber spürbare Abstriche machen. Das wurde aber auch Zeit, dass die schwache Ladeleistung offen kritisiert wird.

Reale 350 Kilometer Reichweite, aber viel zu durstig

Der verbaute Akku bietet 66,5 kWh netto nutzbare Kapazität. Im praxisnahen ADAC Ecotest reicht das für passable 350 km reale Reichweite. Während in der Stadt durchaus über 400 Kilometer drin sind, säuft der EQA auf der Autobahn regelrecht ab: Bis zu 23,8 kWh/100 km zieht der Schwabe bei Tempo 130, wie sich auch im Verbrauchstest auf der Autobahn zeigt.

Im Gesamtschnitt inklusive Ladeverlusten landet der Stromer bei 21,6 kWh/100 km (innerorts 18,1 kWh, außerorts 22,7 kWh). Das ist im Vergleich zur effizienten Konkurrenz schlicht zu viel. Da hilft auch die serienmäßige Wärmepumpe und der automatische Rekuperationshelfer nur bedingt.

Ladeleistung von gestern und mäßige Bremsen

An der Schnellladesäule zeigt sich die größte Schwachstelle: Mehr als 100 kW DC-Ladeleistung gibt Mercedes nicht frei. Zwar maß der ADAC in der Spitze kurz über 110 kW, dennoch dauert der Ladehub von 10 auf 80 Prozent rund 30 Minuten – was der detaillierte Vergleich von 800V- und 400V-Systemen anschaulich verdeutlicht. Preislich leider völlig daneben, wenn man sieht, was modernere Architekturen bieten. An der Wallbox lädt der EQA mit typischen 11 kW in gut sieben Stunden.

Der Vorderradantrieb leistet 140 kW (190 PS) sowie 385 Nm Drehmoment und beschleunigt in 8,6 bis 8,9 Sekunden auf Tempo 100 (Spitze 160 km/h). Die Zwischenspurts von 60 auf 100 km/h in 4,6 Sekunden sind ausreichend kräftig. Enttäuschend ist dagegen der Bremsweg: 38,1 Meter aus 100 km/h bis zum Stillstand sind heute bestenfalls noch knapp „okay“.

Guter GLA-Innenraum, aber stolze Premium-Preise

Innen übernimmt der Stromer das Cockpit des GLA samt 10,25-Zoll-Doppeldisplay und MBUX-System. Während Sprachsteuerung und Verarbeitungsqualität überzeugen, nerven die Touchflächen am Lenkrad und das Touchpad in der Mittelkonsole im Alltag gewaltig. Der Kofferraum bietet laut ADAC-Messung nur 290 bis 1.220 Liter Ladevolumen – das ist mageres Mittelmaß.

Mit Preisen zwischen 50.777 und 56.424 Euro steht der EQA ohne Umweltbonus unter massivem Druck. Ob man das wirklich braucht, muss jeder selbst wissen: Ein Tesla Model Y oder ein VW ID.4 bieten für vergleichbares Geld schlichtweg mehr Platz und modernere Technik.

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