Mercedes GLC E-Modell: Produktionshochlauf wegen Bestellrekord

Dass Elektroautos bei Mercedes bisher eher schwerfällig starteten, ist kein Geheimnis. Doch mit dem elektrischen GLC scheint der Knoten geplatzt zu sein. Die nackten Zahlen der ersten drei Monate sprechen eine deutliche Sprache: Kein anderer Stromer mit dem Stern wurde in der Anfangsphase so oft geordert wie das neue SUV. In Bremen, wo das Modell seit Jahresbeginn in Halle 9 vom Band rollt, herrscht entsprechend Hochbetrieb. Das Werk fungiert dabei als logistisches Puzzle, denn Mercedes fertigt den Wagen nicht auf einer isolierten Insel, sondern integriert ihn direkt in die bestehende Linie zwischen Verbrenner, Hybride und den EQE.
Technisch macht der Wagen einen Sprung, der den frühen EQC fast wie ein Experiment aus einer anderen Zeit wirken lässt. Das Fundament bildet eine 800-Volt-Architektur. Das klingt nach Datenblatt-Prahlerei, bedeutet im Alltag aber schlicht, dass die Zwangspause an der Ladesäule schrumpft. Wer zehn Minuten Zeit mitbringt, drückt im Idealfall Strom für über 300 Kilometer in den Akku. Das Werk in Kamenz liefert dafür die passenden Batterien mit neuer Zellchemie. In der Version GLC 400 4Matic steht eine WLTP-Reichweite von 715 Kilometern im Raum. Das ist ein Wert, der die Langstrecke endlich von der Reichweitenangst befreit, selbst wenn man auf der Autobahn nicht nur hinter Lastwagen hergleitet.
Hinter der Produktion steht ein verzweigtes Netzwerk. Während Bremen die Endmontage mit über 10.000 Mitarbeitern im Drei-Schicht-Betrieb stemmt, kommen die elektrischen Antriebseinheiten aus Rumänien und die Achsen aus Hamburg. Diese interne Logistik muss präzise greifen, damit die elf in Bremen gefertigten Modelle sich nicht gegenseitig im Weg stehen. Für den Standort ist der GLC mehr als nur ein weiteres Fahrzeug; er ist die Absicherung für die kommenden Jahre. Nachdem Mercedes bereits 2019 den ersten Serien-Stromer in Bremen fertigte, ist die Routine zwar da, doch das Volumen des neuen GLC bringt die Kapazitäten nun erstmals an die echte Belastungsgrenze. Zehn Millionen Fahrzeuge sind in den letzten 50 Jahren in Bremen entstanden, und der elektrische GLC soll sicherstellen, dass die nächsten Millionen nicht allein aus fossilen Brennstoffen resultieren.
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