Skoda Epiq: Die 25.000-Euro-Ankündigung kommt zuerst für 38.950 Euro – und das ist kein Zufall

Frontansicht eines grünen Skoda Epiq
Quelle: Škoda Auto Deutschland GmbH
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Da ist er nun, der große Hoffnungsträger für die bezahlbare Elektromobilität aus dem VW-Konzern. Monatelang hat uns Skoda ein kompaktes City-SUV für 25.000 Euro schmackhaft gemacht. Und was steht ab sofort tatsächlich im Konfigurator? Die limitierte „First Edition“ des Skoda Epiq für satte 38.950 Euro. Das ist ein Aufpreis von fast 14.000 Euro gegenüber dem versprochenen Basispreis für ein gerade einmal 4,17 Meter kurzes Auto.

Skoda bedient sich hier dem ältesten Vertriebstrick der Branche: Erst die vollgepackte Top-Version an die Kundschaft bringen, um Early Adopter maximal abzukassieren. Aber ob man das im Alltag wirklich braucht? Ich habe da so meine Zweifel.

Identische Technik zum Selection: 3.350 Euro nur für Optik und Schnickschnack

Schaut man sich die Preisliste genauer an, wird die Sache erst richtig brisant. Der technische Unterbau der First Edition ist keineswegs exklusiv: Der 155 kW (211 PS) starke Frontantrieb und der 55-kWh-Akku für rund 430 Kilometer WLTP stecken eins zu eins im Epiq 55 Selection für 35.600 Euro und im Epiq 55 Essence für 32.100 Euro. Die First Edition ist also keinen Deut schneller oder ausdauernder, sondern kostet schlicht 3.350 Euro mehr als der Selection.

Für diesen Aufpreis packt Skoda das Licht-&-Sicht-Paket mit Matrix-LED, beheizbare Sitze, Lenkradheizung, Rückfahrkamera und exklusive 20-Zoll-Alufelgen samt orangefarbenen Sicherheitsgurten hinein. Wer ohnehin ein voll ausgestattetes Auto sucht, kann den Preis vielleicht noch rechtfertigen. Wer aber ein ehrliches Elektroauto ohne unnötigen Ballast will, zahlt hier Tausende Euro für orangefarbene Deko-Elemente an den Außenspiegeln, die weder Reichweite noch Alltagstauglichkeit verbessern.

Kofferraum-Riese auf der MEB+-Plattform, aber nur solides Schnellladen

Dabei hat der kompakte Stromer echte Qualitäten. Basierend auf der neuen MEB+-Architektur bietet der Epiq beachtliche 475 Liter Kofferraumvolumen. Damit lässt er nicht nur den Konzernbruder VW ID. Polo (435 Liter) spürbar hinter sich, sondern schluckt auch das Urlaubsgepäck mühelos. Auch das serienmäßige bidirektionale Laden (V2L) ist ein echter Pluspunkt für die Alltagstauglichkeit.

An der Schnellladesäule relativiert sich das Ganze jedoch wieder. Der 55-kWh-NMC-Akku lädt mit maximal 105 kW DC von 10 auf 80 Prozent in 24 Minuten. Das ist ordentlich, aber für eine nagelneue Plattform mit VWs neuer Einheitszelle absolut kein Quantensprung.

Der echte Volks-Stromer startet erst ab Ende September

Wer kühlen Kopf bewahrt, lässt die überfrachtete First Edition links liegen und wartet bis zum Herbst. Ab Ende September schiebt Skoda den Epiq 35 für 25.900 Euro nach. Der setzt auf einen günstigeren 38,5-kWh-LFP-Akku mit 85 kW (115 PS) und rund 310 Kilometern Reichweite – für die City und den täglichen Arbeitsweg reicht das völlig aus. Selbst der mittlere Epiq 40 liegt mit 27.900 Euro noch meilenweit unter der Launch-Variante.

Mein Fazit: Preislich ist die First Edition im direkten Vergleich leider völlig daneben und zielt rein auf spontane Habenwollen-Käufe ab. Das wurde aber auch Zeit, dass der VW-Konzern in diesem Segment liefert – die vernünftige Wahl ist aber der Epiq 55 Selection oder das Warten auf das Basismodell im Herbst.

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