Mercedes VLE: Schluss mit dem Handwerker-Vibe – Luxus-Van knackt 700-Kilometer-Marke

Mercedes beerdigt das Nutzfahrzeug-Image der V-Klasse und setzt mit dem neuen VLE ein fettes Ausrufezeichen im Segment der Luxus-Vans. Das wichtigste technische Detail: Dank einer massiven 115-kWh-Batterie und einem extrem effizienten Antrieb (93 % Wirkungsgrad) stromert der Wagen über 700 Kilometer weit. Damit rückt die elektrische Langstrecke endlich in realistische Sphären. Wer laden muss, steht dank 800-Volt-Architektur nur kurz an der Säule. In 15 Minuten fließt Saft für weitere 320 Kilometer in den Akku. Das ist kein sanftes Facelift, sondern eine technische Kampfansage an die Konkurrenz aus Fernost.
Der VLE basiert erstmals auf einer eigenständigen Pkw-Plattform namens VAN.EA. Das bedeutet: Hinterachslenkung für einen Wendekreis von nur 10,9 Metern, Luftfederung und ein Fahrkomfort, der eher an eine E-Klasse als an einen Transporter erinnert. Die Zeiten, in denen der noble Familienvan an der Ampel kaum vom Vito des Malermeisters zu unterscheiden war, sind vorbei. Eine elegante Silhouette und ein eigenständiges Design markieren den neuen Premium-Anspruch. Innen gibt es das volle digitale Programm: Der MBUX Superscreen zieht sich über die gesamte Cockpitbreite, während im Fond auf Wunsch ein 31-Zoll-Monitor in 8K-Auflösung von der Decke klappt.

Variabilität schreibt Mercedes beim VLE ebenfalls neu, ohne dass der Ausbau der Sitze zum Kraftsport ausartet. Die neuen Einzelsitze sind leichter, haben integrierte Rollen und lassen sich per App im Raum arrangieren. Wer das nötige Kleingeld investiert, bekommt im Fond Liegesessel auf Privatjet-Niveau. Erstmals lassen sich auch die Fenster in den elektrischen Schiebetüren komplett versenken – ein Detail, das Nutzer der alten V-Klasse seit Jahrzehnten vermisst haben. Für das digitale Erlebnis sorgt das neue Betriebssystem MB.OS, das Over-the-Air-Updates und eine KI-gesteuerte Sprachsteuerung ermöglicht.
Zum Marktstart im März schickt Mercedes den VLE 300 mit 200 kW (272 PS) für rund 88.000 Euro ins Rennen. Kurz darauf folgt der VLE 400 4MATIC mit Allradantrieb und satten 305 kW (415 PS). Wer sparen möchte, muss bis zum Jahresende warten. Dann folgt ein Einstiegsmodell mit 80-kWh-LFP-Akku für etwa 67.800 Euro. Mit dem VLE endet auch die Ära des glücklosen EQV. Die bisherige Verbrenner-V-Klasse bleibt hingegen so lange im Programm, bis Mercedes den VLE im kommenden Jahr auch mit Diesel- und Benzinmotoren nachreicht.

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Interessanter Artikel und interessantes Fahrzeug – Vielen Dank an den Autor:
Das die vom Hersteller angegebenen Reichen „bis zu xxx km (hier etwas über 700km)“ real nur unter idealen Bedingungen (wie z.B. konstant 90km/h hinter einem LKW herfahren, Zuladung = Null, Fahrergewicht 50kg) erreichbar sind, dürfte hoffentlich jedem klar sein. Mit alltagsnutzen & Alltags-Verbrauch hat das nichts zu tun.
Ich gehe bei dem Fahrzeugeigengewicht real von bestenfalls 500km, im Winter 350 bis 400km aus, was prinzipiell schon mal deutlich besser ist, als der nachfolgend verlinkte VW ID.BUZZ-Youtube-Video (Direkt-Link zum Verbrauch (> 30kwh/100km)
https://www.youtube.com/watch?v=kjxgZpr0Euc&t=619s
Aber mal ehrlich: In solche Fahrzeuge gehört MINDESTENS ein 2-Liter-Zylinder-Turbodiesel (gern auch mit Mildhybrid) ab 160PS / 350Nm oder ein 2,5l-6-Zyl., damit man geringen Verbrauch (unter 9 Liter Diesel) und hohe REALE Reichweite (> 500km) und auch eine vernüftige Anhängelast vereinen kann.
Bei dem hohen Fahrzeug-Eigengewicht von rund 3 Tonnen (!!!) + Zuladung (bestenfalls ca. 500kg, damit man 3,5t Gesamtgewicht nicht überschreitet) dürfte das Befahren einiger Tonnage-begrenzter Brücken nicht erlaubt sein.