Nothing Headphone (a) Testbericht

Nothing hat mit dem Headphone (a) einen günstigeren Ableger seines 2025 erschienenen ersten Over-Ear-Kopfhörers Headphone (1) vorgestellt. Für 159 Euro – also knapp halb so viel wie das Schwestermodell für 299 Euro – richtet sich das Modell an ein jüngeres, stilbewusstes Publikum, das das charakteristische Nothing-Design schätzt, aber nicht den vollen Preis zahlen möchte. Mit vier Farbvarianten in Gelb, Rosa, Weiß und Schwarz setzt Nothing dabei bewusst auf mehr Farbvielfalt als beim Vorgänger.
Im Vergleich zum Headphone (1) wurden einige Materialien und Ausstattungsmerkmale angepasst, um den günstigeren Preis zu ermöglichen. Ob diese Kompromisse im Alltag spürbar sind und ob der Headphone (a) trotzdem ein überzeugendes Gesamtpaket bietet, soll dieser Testbericht zeigen.
Die Nothing Headphone (a) wurden mir in der Farbe Weiß kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Aber wie immer hat dies keine Auswirkungen auf das Testergebnis.
Lieferumfang
Wer beim Kauf der Nothing Headphone (a) gegenüber dem Top-Modell spart, muss vor allem beim Zubehör Abstriche machen. Der Hersteller legt den günstigen Hörern lediglich eine simple Transporttasche bei. Diese schützt die Oberfläche zwar vor Kratzern, bietet aber gegen Druck oder Stöße im Rucksack kaum Widerstand. Im Gegensatz dazu kommen die teureren Headphone (1) mit einem robusten Hardcase zum Kunden.
An der restlichen Ausstattung ändert sich dagegen wenig. Das notwendige USB-C-Ladekabel liegt bei, auch Fans der klassischen Verbindung gehen nicht leer aus, da Nothing ein passendes Klinkenkabel mit in den Karton packt. Eine Anleitung rundet das Paket ab.

Technische Daten
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Typ | Over-Ear, ohrumschließend, geschlossen |
| Treiber | 40 mm, dynamisch, titanbeschichtet, PET+PU-Membran, 20 Hz–40 kHz |
| Gewicht | 310–311 g |
| Bluetooth | 5.4 |
| Audio-Codecs | LDAC (24 Bit / 96 kHz), AAC, SBC |
| Multipoint | Ja (2 Geräte) |
| Pairing-Standards | Google Fast Pair, Microsoft Swift Pair |
| Akkulaufzeit | Bis zu 135 Std. ohne ANC (AAC) / 90 Std. ohne ANC (LDAC) / 75–90 Std. mit ANC |
| Schnellladen | 5 Min. → ca. 5–8 Std. Wiedergabe; Vollladen in ca. 95 Min. (10 Min. → 10 Std. laut hifi.de) |
| Anschlüsse | USB-C (Laden & Audio), 3,5-mm-Klinke (analog) |
| Mikrofone | 4–5 HD-Mikrofone |
| ANC | Adaptiv, bis zu 40 dB, 3 Stufen (Niedrig / Mittel / Hoch) |
| Sondermodi | Transparenzmodus, Spatial Audio (Konzert- & Theatermodus, ohne Head-Tracking), Low-Latency-Modus |
| Hi-Res kabelgebunden | Ja, bis 24 Bit / 96 kHz (über USB-C, macOS) |
| IP-Zertifizierung | IP52 (Staub- und Spritzwasserschutz) |
| Farben | Schwarz, Weiß, Gelb, Rosa |
| Lieferumfang | Kopfhörer, Transporttasche (kein Hardcase), USB-C-Kabel, Klinkenkabel, Anleitung |
| Preis | 159 Euro |




Design & Verarbeitung
Der Nothing Headphone (a) ist dem teureren Headphone (1) optisch sehr ähnlich. Kopfbügel, Ohrpolster und die Form des Hörerkorpus sind identisch. Der augenfälligste Unterschied liegt auf der Rückseite der Ohrmuscheln: Während das Headphone (1) charakteristische transparente Designelemente zeigt, ist die Rückseite des (a) schlicht und undurchsichtig gehalten – weniger auffällig, dafür farbenfroher in vier Varianten verfügbar. Die Designsprache mit leichten transparenten Anspielungen bleibt vorhanden, wirkt aber insgesamt dezenter.
Der wesentliche Materialunterschied: Die Ohrmuscheln des Headphone (a) bestehen vollständig aus Kunststoff, während das teurere Modell auf Aluminium setzt. Am Drehscharnier kommt bei beiden Modellen jedoch Metall zum Einsatz, was für Langlebigkeit spricht. Die Kopfhörer liegen flach am Ohr an und tragen nicht großartig auf. Die Verarbeitung ist Nothing-typisch gut: Es knarzt nichts, die Spaltmaße stimmen.

Nicht faltbar sind beide Modelle. Die Ohrmuscheln lassen sich zwar einklappen, für den Transport liegt allerdings nur eine dünne Stofftasche bei – kein Hardcase wie beim Headphone (1). Die Tasche schützt vor Kratzern, nicht vor Stößen. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt: Die Ohrmuscheln schlagen beim Halten am Kopfband zusammen, was langfristig Kratzer verursachen könnte.
Der Nothing Headphone (a) ist gemäß IP52 gegen Staub und leichtes Spritzwasser geschützt – für Over-Ear-Kopfhörer dieser Preisklasse ein seltenes Merkmal.
Tragekomfort
Der Tragekomfort ist identisch zum Headphone (1) – und das ist ein echtes Lob, denn dieser ist sehr gut. Die Memory-Foam-Ohrpolster umschließen die Ohren vollständig und weich, das Kopfband ist ebenfalls gepolstert. So kann man den Kopfhörer für mehrere Stunden am Stück ohne Druckstellen oder Beschwerden tragen.
Die Bügelkonstruktion ist elastisch dehnbar, die rechteckigen Schalen kipp- und schwenkbar, und die stufenlose Größeneinstellung deckt ein breites Spektrum ab. Der Sitz ist weder zu stramm noch zu locker – ausreichend für einen Zwischenspurt, nicht geeignet für intensiven Sport.

Zwei Einschränkungen gibt es: Erstens ist der schmale Bügel eher minimalistisch gepolstert, was sich bei sehr langen Tragesessions von mehreren Stunden negativ bemerkbar machen kann. Zweitens entsteht durch die geschlossene Bauform und gut abdichtende Ohrpolster nach einer Weile Wärmestau an den Ohren – ein gelegentliches Ablüften ist empfehlenswert. Das Gewicht von 310 g ist für Kunststoff-Kopfhörer dieser Größe durchaus üppig.
Bedienkonzept & App
Die Steuerung des Nothing Headphone (a) ist eine der herausragenden Stärken des Modells und übernimmt das bewährte Konzept des Headphone (1) unverändert. Statt Touch-Feldern setzt Nothing auf drei physische Bedienelemente:
Der Roller (Drehregler) regelt intuitiv die Lautstärke – und kann auch gedrückt werden, um die Wiedergabe zu steuern oder durch kurzes Gedrückthalten zwischen ANC und Transparenzmodus zu wechseln. Das Paddle ermöglicht durch Kippen in zwei Richtungen das Vor- und Zurückspringen im Track, bei vielen Playern auch das Spulen. Der Power-Button schaltet ein und aus, ein kleiner Bluetooth-Taster auf der rechten Innenseite aktiviert den Pairing-Modus. Alle Tasten lassen sich auch blind ertasten – ohne Raten, ohne langes Gedrückthalten auf gut Glück.
Der Taster kann über die App zweifach belegt werden, z. B. mit Kamera-Auslöser, Mikrofon-Mute oder EQ-Wechsel. Unter Nothing OS lässt sich auch ChatGPT als Sprachassistent zuweisen.

Nothing X App
Die Konfiguration erfolgt über die Nothing X App (Android & iOS). Sie bietet ANC-Einstellungen in drei manuellen Stufen (Niedrig / Mittel / Hoch) plus adaptivem Modus, zwei Equalizer-Modi und Spatial-Audio-Einstellungen.
Der einfache EQ bietet vier Voreinstellungen: Balance, Mehr Bass (Standard), Mehr Höhen und Stimme – plus individuelle Anpassung. Der 8-Band-EQ für Fortgeschrittene erlaubt freies Soundtuning, bringt aber einen spürbaren Lautstärkeverlust mit sich. Zukünftig soll eine EQ-Bibliothek mit Community-Presets und Künstler-Kooperationen folgen. Eine Over-Ear-Erkennung (automatische Pause beim Absetzen) gibt es beim Headphone (a) nicht.




Klangqualität
Der Nothing Headphone (a) setzt auf einen 40-mm-Dynamiktreiber mit Titanbeschichtung – diesmal Titan statt Nickel wie beim Headphone (1). Auffällig: Das „Sound by KEF“-Branding des Vorgängers fehlt; Nothing hat die Abstimmung hier offenbar selbst übernommen. Die Membran besteht aus PET+PU-Verbundmaterial, der Frequenzbereich reicht laut Hersteller von 20 Hz bis 40 kHz.
Der Klang des Nothing Headphone (a) ist für die Preisklasse solide und vor allem spaßig. Die Abstimmung fällt ausgewogen aus – mit einem leichten Schwerpunkt auf Mitten und einem vergleichsweise dezenten Bass ohne ANC. Im ANC-Modus hingegen wird der Bass deutlich dominanter, was bei aktivierter Geräuschunterdrückung ohne EQ-Anpassung störend auffallen kann.
In den Höhen fehlt es dem Headphone (a) etwas an Feingefühl: Hier kann es unangenehm zischen, Stimmen klingen in manchen Aufnahmen kühler als gewohnt. Wer sehr genau hinhört, wird Details vermissen. Für den Alltagseinsatz – Pendeln, Büro, Freizeitmusik – ist der Sound aber definitiv tauglich und mitreißend.
Im Vergleich zum Headphone (1) bieten die (a) eine etwas stärker betonte Mittenabstimmung, während das teurere Modell eine breitere Soundbühne und detailreichere Abbildung hat. Etwas kurios: der Headphone (a) klingt insgesamt runder als der Headphone (1), der vor allem Stimmen gelegentlich künstlich wiedergibt.
Zwei Raumklang-Modi stehen bereit: ein Konzertmodus und ein Theatermodus. Beide rücken Vocals etwas weiter in den Raum und verringern den In-Kopf-Effekt. Das Ergebnis ist abhängig vom Musikstück – manchmal angenehm, manchmal unpersönlicher als ohne Raumklang. Head-Tracking ist nicht vorhanden, Spatial Audio bleibt statisch.
Active Noise Cancelling (ANC) & Transparenzmodus
Nothing gibt für den Headphone (a) eine Geräuschunterdrückung von bis zu 40 dB an (Headphone (1): bis zu 42 dB). Dieser Unterschied ist auf dem Papier marginal – und bestätigt sich auch im Praxistest. Im direkten Vergleich ist der ANC-Unterschied zwischen (a) und (1) kaum wahrnehmbar.
Im Alltag unterdrückt das ANC tiefe Dauergeräusche sehr gut: Straßenlärm, Staubsauger, laufende Maschinen und das Rauschen von 3D-Druckern werden sauber herausgefiltert. Gespräche in der Umgebung oder Videokonferenzen hingegen werden mit ANC alleine (ohne Musik) nicht vollständig unterdrückt. Das ANC ist adaptiv, passt sich aber laut Datenblatt nicht so schnell wie beim Headphone (1) an – in der Alltagsnutzung fällt dies kaum auf.

Der ANC-Modus beeinflusst den Klang aber spürbar. Mit aktiver Geräuschunterdrückung klingt der Headphone (a) deutlich basslastiger. Wer mit und ohne ANC gleiches Klangbild möchte, sollte den EQ entsprechend anpassen.
Der Transparenzmodus kann als echte Stärke des Kopfhörers angesehen werden: Er klingt natürlich und ist für diese Preisklasse hervorragend. Der Modus ist allerdings nicht justierbar und bietet keine abgestufte Intensität.
Bluetooth & Akkulaufzeit
Die Bluetooth-5.4-Verbindung ist sehr stabil. Multipoint erlaubt die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten; Google Fast Pair und Microsoft Swift Pair sind unterstützt. Für Gaming oder Serienschauen steht ein Low-Latency-Modus bereit, der die Bild-Ton-Synchronität verbessert.
Kabelgebundener Betrieb ist wahlweise über 3,5-mm-Klinke (analog) oder USB-C (digital) möglich – in beiden Fällen bleiben ANC und Transparenzmodus verfügbar. Über USB-C werden unter macOS bis zu 24 Bit / 96 kHz unterstützt, das Gerät wird direkt erkannt. Ein Klinkenkabel liegt bei.

Die Akkulaufzeit ist eine der klaren Stärken des Nothing Headphone (a) und übertrifft das teurere Schwestermodell deutlich. Bei gehobener Lautstärke mit AAC-Codec sind laut Hersteller über 135 Stunden ohne ANC möglich, mit ANC in der Maximaleinstellung bis zu 90 Stunden. Per LDAC sinkt die Laufzeit ohne ANC auf rund 90 Stunden – LDAC hat massiven Einfluss auf die Akkulaufzeit.
Die Schnellladefunktion ist praxistauglich: 5 Minuten Laden reichen für ca. 5–8 Stunden Wiedergabe. Vollständig aufgeladen ist der Kopfhörer nach rund 95 Minuten. In der Praxis sind die Kopfhörer nach tageweiser stundenweiser Nutzung kaum leer zu bekommen – ein klarer Vorteil für Dauernutzer.
Mikrofon & Telefonie
Der Nothing Headphone (a) verfügt über 4–5 HD-Mikrofone und Algorithmen zur Unterdrückung von Nebengeräuschen bei Gesprächen. Die Telefonqualität ist alltagstauglich: Gesprächspartner können sich problemlos verständigen, die Stimme wird klar übertragen. Herausragend oder besonders präzise ist die Mikrofonisolation in lauten Umgebungen allerdings nicht – in sehr lauten Situationen nimmt die Sprachverständlichkeit ab.
Stärken & Schwächen
✓ Stärken
- Außergewöhnliche Akkulaufzeit – bis 135 Stunden
- Exzellentes physisches Bedienkonzept mit Roller und Paddle
- Hervorragender Transparenzmodus für die Preisklasse
- IP52-Schutz – selten in dieser Preisklasse
- LDAC / Hi-Res Audio und USB-C-Audioeingang
- Bluetooth 5.4 mit sehr stabiler Verbindung
- Multipoint, Fast Pair, Swift Pair
- ANC kaum schlechter als das doppelt so teure Headphone (1)
- Sehr guter Tragekomfort dank Memory-Foam-Polster
- Viermal mehr Farbauswahl als Headphone (1)
✗ Schwächen
- ANC verändert Klangbild spürbar – Basszunahme im ANC-Modus
- Höhen etwas unscharf, Stimmen manchmal kalt
- 8-Band-EQ mit Lautstärkeverlust
- Nur Stofftasche, kein Hardcase
- Bügel minimalistisch gepolstert – bei sehr langen Sessions spürbar
- Wärmestau nach längerem Tragen
- Kein Head-Tracking bei Spatial Audio
- Keine Over-Ear-Erkennung (Auto-Pause)
- Komplett aus Kunststoff – weniger hochwertig als Headphone (1)
Fazit
Der Nothing Headphone (a) ist für 159 Euro ein solides, richtig gutes Paket. Wer das markante Nothing-Design mag, bekommt gut klingende, lang laufende und hervorragend zu bedienende Kopfhörer. Die rekordverdächtige Akkulaufzeit von bis zu 135 Stunden, das intuitive physische Bedienkonzept und der IP52-Schutz sind echte Alleinstellungsmerkmale in dieser Preisklasse.
Der Klang ist spaßig und alltagstauglich, aber nicht audiophil. Der ANC-Modus beeinflusst das Klangbild spürbar und erfordert EQ-Anpassungen. Der Transparenzmodus ist hervorragend. Im Vergleich zum Headphone (1) sind die Abstriche bei Material und Klangdetail spürbar, für den halben Preis aber vertretbar.
Wer das Nothing-Design will und nur 159 Euro ausgeben möchte, bekommt mit dem Headphone (a) einen empfehlenswerten Over-Ear-Kopfhörer.
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