Zeekr 9X: Das 900-Volt-Monster rettet den Verbrenner

Frontansicht eines dunklen Zeekr 9X an der Ladesäule
Quelle: Zeekr
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Zeekr bringt seinen Flaggschiff-Kreuzer nach Europa: Der Zeekr 9X Ultra AWD startet am 29. Juli als gewaltiger Sechssitzer im Segment der absoluten Luxus-SUVs. Doch statt eines rein batterieelektrischen Antriebs setzt die Geely-Tochter auf ein Konzept, das viele bereits totgeglaubt hatten: den Range Extender (EREV).

Entwickelt im schwedischen Göteborg, kombiniert der 5,24 Meter lange Koloss einen rein elektrischen Allradantrieb mit einem 2,0-Liter-Turbomotor. Dieser treibt jedoch nicht die Räder an, sondern dient als reiner Stromerzeuger für den 55-kWh-Akku. Bis zu 223 km geht es rein elektrisch durch den Alltag – inklusive Verbrenner klettert die Reichweite auf 767 km.

Wen überrascht es wirklich, dass chinesische Premium-Hersteller diesen Weg gehen? Die europäische Ladeinfrastruktur bleibt abseits der Autobahnen lückenhaft, und die Ladeangst bremst den Verkauf reiner Stromer im sechsstelligen Preissegment spürbar aus. Mit dem Generator-Konzept hebelt Zeekr diese Skepsis extrem clever aus.

900 Volt trifft auf 660 kW: Rekord-Ladezeit mit Zusatzgewicht

Unter der Haube klotzt Zeekr gewaltig: Der Dual-Motor-Antrieb leistet 660 kW (897 PS) und katapultiert den Riesen in 4,1 Sekunden auf 100 km/h. Schluss ist erst bei 240 km/h. Das eigentliche technische Ausrufezeichen setzt jedoch die 900-Volt-Architektur.

An entsprechenden HPC-Ladesäulen schießt der Batteriestand in nur 9,5 bis 11 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Aber wo viel Licht ist, da ist auch Schatten: Durch die Kombination aus Turbobenziner, Kraftstofftank, 55-kWh-Batterie und Zweikammer-Luftfederung bringt der 9X gut 3,1 Tonnen Leergewicht auf die Waage.

Ich bin echt gespannt, wie sich dieses schwere Gesamtpaket auf den Realverbrauch auswirkt, wenn der Akku einmal leergefahren ist und der Generator unter Volllast Strom produzieren muss. Immerhin: Mit 2000 kg Anhängelast und 677 bis 2148 Litern Kofferraum bleibt der Nutzwert auf echtem Oberklasse-Niveau.

Kino im Dachhimmel und Lidar: Deutsche Konkurrenz unter Zugzwang

Im Innenraum zieht Zeekr sämtliche Register der chinesischen High-Tech-Lounge. Die Einzelsitze in der zweiten Reihe lassen sich per Knopfdruck in Liegeposition fahren. Neben Belüftung, Heizung und Massage gibt es ein integriertes Kühl- und Warmhaltefach (-6 °C bis +50 °C).

Für Entertainment sorgt ein ausfahrbares 17-Zoll-3K-OLED-Display im Dachhimmel, gepaart mit einem Naim High-End-Audiosystem mit 32 Lautsprechern. Der Fahrer blickt auf ein gewaltiges 47-Zoll-AR-HUD sowie ein 16-Zoll-3,5K-OLED-Dual-Display.

Abgerundet wird das Luxus-Schiff durch Lidar-gestützte Fahrassistenz und Remote-Parken. Zeekr liefert hier ein Ansage-Paket ab – etablierte deutsche Konkurrenten müssen sich warm anziehen. Da bin ich auf die finalen Preise für den europäischen Markt extrem gespannt.

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