Radikaler Modellwechsel: BMW streicht das i4 Gran Coupé für ein Elektro-Cabrio

schräge Frontansicht des getarnten BMW i4 Cabriolet Erlkönig
Quelle: Automedia
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BMW vollzieht in der elektrischen Mittelklasse eine überraschende Kehrtwende. Das bisherige i4 Gran Coupé auf der Verbrennungsmotor-Mischplattform CLAR läuft Ende 2026 aus und bekommt vorerst keinen direkten Nachfolger. Stattdessen schicken die Münchner ab 2028 ein rein elektrisches i4 Cabriolet (interner Codename NA3) auf den Markt.

Wen überrascht es ehrlich gesagt? Die Mischarchitektur war zwar ein solider Zwischenschritt, schränkte die Entwickler aber bei Raumökonomie und Fahrzeuggewicht spürbar ein. Erst die dedizierte Elektro-Plattform Neue Klasse schafft jetzt das technische Fundament für sportliche Zweitürer mit tiefem Schwerpunkt.

Hinter der Entscheidung steht eine klare Strategie: Während die i3 Limousine und der i3 Touring das Volumen abdecken, übernimmt die i4-Familie (später ergänzt durch das i4 Coupé mit dem Code NA2) die Rolle des emotionalen Imageträgers. (via Autocar)

Leichtbau durch Stoffdach statt schwerer Klappmechanik

Aktuelle Erlkönig-Aufnahmen bestätigen, dass BMW beim neuen Cabriolet auf eine klassische elektrische Stoffmütze vertraut. Ein festes Metalldach wie bei früheren 3er-Generationen war aus Gewichtsgründen schlicht keine Option mehr.

Schließlich bringt bereits die neue i3 Limousine knapp 2,3 Tonnen auf die Waage. Jedes gesparte Kilo beim Verdeck schont die Fahrdynamik auf kurvigen Landstraßen. Zudem ermöglicht das reine E-Layout kürzere Überhänge und einen längeren Radstand, was den Passagieren im Fond spürbar mehr Beinfreiheit beschert.

Da bin ich auf die finalen Praxiswerte und das exakte Leergewicht extrem gespannt. Ein elektrischer Oben-Ohne-Gleiter braucht schließlich Agilität und darf sich nicht wie ein rollender Akkublock anfühlen.

Gen6-eDrive bringt 800 Volt und rekordverdächtiges Laden

Unter dem Blech nutzt das Cabriolet die modernste Gen6-eDrive-Technologie. Das bedeutet den Wechsel auf zylindrische Batteriezellen, eine 800-Volt-Architektur und eine gewaltige DC-Ladeleistung von bis zu 400 kW.

Mit einer Netto-Kapazität von rund 108,7 kWh in den Top-Versionen dürfte der Akku an einer passenden Ladesäule in knapp 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt sein. Als Topmodell gilt der allradangetriebene i4 50 xDrive mit 345 kW (469 PS) und 645 Nm Drehmoment, der in 4,7 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt.

Später sollen schwächere Hecktriebler mit rund 320 PS folgen. Ob die M GmbH dem Stromer noch eine echte Hochleistungsversion zur Seite stellt, bleibt vorerst offen – zuzutrauen wäre es den Bayern aber allemal.

Cleverer Doppelgleis-Ansatz schont die Verbrenner-Kundschaft

Wer Angst hat, dass BMW den klassischen Verbrenner über Nacht beerdigt, kann beruhigt sein. Das aktuelle 4er Cabriolet (G23) und der kräftige M4 (G83) werden im Werk Dingolfing noch bis mindestens Mitte 2029 gebaut.

BMW fährt damit für mehrere Jahre zweigleisig und lässt Kundinnen und Kunden die freie Wahl zwischen Reihensechszylinder und High-End-Stromer. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das ein kluger Schachzug, um bestehende Zielgruppen nicht vorschnell zu verprellen.

Ich bin echt gespannt, wie der Markt dieses vollelektrische Cabriolet aufnimmt. Das Segment der offenen E-Autos ist bislang fast unbesetzt – BMW könnte hier eine echte Pionierrolle im Premium-Bereich einnehmen.

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