RAM-Preise: Warum PC-Arbeitsspeicher bis 2027 teuer bleibt

Samsung 32Gbps GDDR7 DRAM
Quelle: Samsung
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Marktforscher TrendForce meldet für das vierte Quartal 2026 einen spürbaren Preisanstieg bei PC-DRAM um bis zu 20 Prozent – und eine Entspannung ist bis tief ins Jahr 2027 ausgeschlossen. Wer darauf gehofft hat, den eigenen Gaming-Rechner oder die Workstation bald wieder günstig aufzurüsten, wird bitter enttäuscht. Der Grund dafür ist kein temporärer Lieferengpass, sondern ein eiskalter Kurswechsel der großen Speicherhersteller zugunsten lukrativer KI-Rechenzentren.

HBM frisst Silizium auf: Warum Desktop-RAM vom Markt verschwindet

Desktop-Arbeitsspeicher wird bis 2027 knapp, weil Chiphersteller ihre Produktionslinien auf High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger umstellen. Wie tief die Speicherkrise durch den KI-Boom den Markt umpflügt, zeigt der Blick auf die Wafer-Zuteilung: HBM benötigt pro nutzbarem Gigabyte Speicher ein Vielfaches an physischer Siliziumfläche im Vergleich zu normalem DDR-RAM.

Weil die Speicherchips für HBM vertikal gestapelt und komplex verdrahtet werden, sinkt der Ertrag an verwertbaren Dies pro Siliziumscheibe drastisch ab. Samsung, SK hynix und Micron verkaufen diesen Spezial-RAM an KI-Konzerne mit gigantischen Margen. Für klassischen Desktop-RAM bleiben auf den Fertigungsstraßen nur noch die Reste übrig.

Dass Speicherhersteller Micron seinen Gesamtausstoß zuletzt um 25 Prozent gesteigert hat, nützt PC-Bastlern überhaupt nichts. Auf dem Papier wächst das weltweite Angebot, doch an der Kasse steigen die Preise ungerührt weiter. Die Serverfarmen der Hyperscaler schlucken jedes zusätzlich gefertigte Gigabyte sofort weg.

70 Prozent der Samsung-Chips sind für Großabnehmer reserviert

Freie PC-Bastler stehen am Ende der Zuteilungskette, weil OEM-Großkonzerne über 70 Prozent der gesamten PC-RAM-Produktion von Samsung über langfristige Lieferverträge gebunden haben. Für Speichermodul-Anbieter wie Corsair oder G.Skill und den freien Einzelhandel bleibt dadurch nur ein künstlich verknapptes Restkontingent.

Ähnlich wie teurer Speicher die Endgerätepreise bei Smartphones nach oben drückt, schlägt dieser Verteilungskampf voll auf den PC-Markt durch. Erste Systemintegratoren meldeten bereits zum Start von Q4 2026 Preissprünge um 15 Prozent. TrendForce prognostiziert bis zum Jahreswechsel weitere Aufschläge zwischen 15 und 20 Prozent.

Dazu kommt der firmeninterne Konkurrenzkampf um dieselben Chip-Typen. Rechenzentren kaufen massenhaft DDR5, KI-Workstations blockieren Grafikspeicher und kompakte KI-PCs beanspruchen dieselben LPDDR-Module wie Notebooks. Der Markt für frei verkäufliche Module wird systematisch ausgetrocknet.

Warum Warten zwecklos ist: Fabriken starten erst 2029

Eine spürbare Marktentlastung bei den RAM-Preisen ist vor 2029 ausgeschlossen, da neue Halbleiterwerke und geplante Fabrikerweiterungen erst dann den regulären Betrieb aufnehmen. Bis dahin bleiben die weltweiten Fertigungskapazitäten physisch begrenzt. Auch Ausweichmanöver über Software helfen am PC nicht weiter – genau wie bei Smartphones virtueller Arbeitsspeicher das System bremst, führt an echten, schnellen Hardware-Riegeln kein Weg vorbei.

Gleichzeitig droht ein massiver Bumerang-Effekt durch aufgeschobene Hardware-Käufe. Wer geplante PC-Upgrades im Jahr 2026 wegen der hohen Preise vertagt hat, muss 2027 oder 2028 zwangsläufig investieren, sobald veraltete Komponenten streiken. Diese aufgestaute Nachfrage trifft dann auf einen Markt, der nach wie vor leergekauft ist.

Mein Rat für jeden, der in absehbarer Zeit aufrüsten will: Aussitzen bringt diesmal überhaupt nichts. Wer Arbeitsspeicher braucht, sollte lieber heute zuschlagen, bevor die nächsten Teuerungswellen der Chiphersteller den Handel voll treffen.

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