BMW X5 M: V8-Kult weicht vier E-Motoren beim Start 2028

Die M-GmbH bricht mit einem eisernen Tabu: Ein Erlkönig-Video belegt, dass der künftige BMW X5 M ab April 2028 im US-Werk Spartanburg erstmals als reiner Stromer vom Band rollt. Am bulligen Heck des Testträgers herrscht gähnende Leere, wo jahrzehntelang vier Auspuffendrohre den Ton angaben. München tauscht den V8-Kult gegen vier separate Elektromotoren ein – ein radikaler Schritt, der die M-Kundschaft spalten wird.
Radselektiver Schub: Vier Motoren tilgen das Turboloch
Der elektrische BMW X5 M (interner Werkscode G95) nutzt vier eigenständige E-Maschinen anstelle eines zentralen Antriebs. Jeder Reifen erhält eine eigene Antriebseinheit, die das Drehmoment millisekundengenau und radselektiv auf den Asphalt bringt. Das eliminiert mechanische Sperrdifferenziale, spart schwere Kardanwellen und sorgt für eine verzögerungsfreie Momentenverteilung ohne jegliche Kraftschlussunterbrechung.
Wie bissig diese Technik zupackt, demonstrierten bereits die Erprobungsfahrten, bei denen vier Motoren im BMW M3 Elektro das Fahrwerk an die Haftgrenze trieben. Im schweren SUV dient die Einzelradansteuerung vor allem dazu, das gewaltige Akkugewicht in schnellen Wechselkurven fahrdynamisch zu neutralisieren.
Optisch grenzt sich der Prototyp sofort von der zivilen Modellreihe ab. Eine modifizierte M-Niere mit breiten Lufteinlässen kühlt die Leistungselektronik, während am Heck ein massiver Dachspoiler stabilen Abtrieb bei Topspeed garantiert. Während der normale BMW iX5 60 xDrive auf entspannte Langstrecke getrimmt ist, pfeift das M-Modell auf Sparrekorde und fokussiert sich rein auf Quer- und Längsdynamik.
V8-Biturbo bleibt im Programm: Spartanburg fährt zweigleisig
BMW wird den neuen X5 M im Jahr 2028 parallel als reinen Stromer und als klassischen Benziner anbieten. Für Märkte mit zögerlichem Ladeausbau oder skeptischen Stammkunden bleibt der vertraute S68-V8-Biturbo mit 48-Volt-Mild-Hybrid-Technik und den gewohnten vier Endrohren im Programm.
Produziert werden beide Varianten ab April 2028 im US-Werk Spartanburg (South Carolina), der weltweite Marktstart folgt in der zweiten Jahreshälfte 2028. Diese Doppelstrategie sichert BMW vor allem auf Kernmärkten wie Nordamerika und dem Nahen Osten gegen absatztechnische Risiken ab.
Technisch basiert das Duo auf der kommenden BMW X5 Generation G65, deren Architektur bewusst flexibel für unterschiedliche Antriebsarten ausgelegt ist. Der Verbrenner bedient die Akustik-Fraktion, doch beim Sprint aus dem Stand wird der lautlose Viermotoren-Stromer dem V8 schlicht die Rücklichter zeigen.
Kein „i“ im Namen: Gelbes Tagfahrlicht setzt das Statement
Der vollelektrische High-Performance-SUV wird offiziell als X5 M auf den Markt kommen – ein zusätzliches Markenkürzel wie „iX5 M“ streicht BMW ersatzlos. Die Münchener bereinigen damit ihre Nomenklatur analog zum künftigen Mittelklasse-Topmodell, wo die Antriebsart nicht länger über Typenschild-Buchstaben definiert wird.
Dieser Schritt folgt exakt der Linie, die BMW bereits bei den Designentwürfen künftiger M-Stromer für den kommenden Elektro-M3 vorgezeichnet hat. Ein echter M definiert sich über die Performance, nicht über die Art des Energiespeichers.
An der Frontpartie stechen sofort die markanten gelben Tagfahrlichter ins Auge, die zuvor beim X5 M60e Premiere feierten. Zusammen mit den weit ausgestellten Kotflügeln und dem glattflächigen Diffusor steht das Dickschiff extrem satt auf der Straße. Bleibt bis zum Härtetest 2028 nur die entscheidende Frage: Reicht der Vier-Motoren-Vortrieb wirklich aus, um das unvermeidliche Batteriegewicht auf der Rennstrecke vergessen zu machen?
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