Samsung Galaxy Fit 4: Dreister Klon statt echter Fortschritt

Samsung Galaxy Fit 4 Leak
Quelle: Android Authority
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Die durchgesickerten 360-Grad-Videoclips zum kommenden Samsung Galaxy Fit 4 sind eine Enttäuschung. Wer nach mehr als zwei Jahren auf ein zeitgemäßes Design gehofft hat, bekommt von Samsung die kalte Schulter gezeigt: Die Südkoreaner recyceln das Gehäuse des Vorgängers eins zu eins.

Die exklusiven Aufnahmen stammen vom Telegram-Nutzer @J09Notts, geteilt über den bekannten Leaker AssembleDebug und veröffentlicht von Android Authority. Das Material zeigt das Wearable lückenlos aus sämtlichen Blickwinkeln. Drei Farben stehen bereit: ein schlichtes Schwarz, ein neutrales Weiß und ein sehr helles Blau. Abseits dieser Farbpalette herrscht an der Außenhaut kompletter Stillstand.

Altes Gehäuse, maximaler Profit: Samsungs Sparprogramm

Auf der Frontseite sitzt dasselbe längliche, rechteckige Display mit gerundeten Ecken, eingefasst in den bekannten Rahmen mit gewölbten Kanten. Rechts sitzt der einsame Bedienknopf, auf der Unterseite die typische Sensoranordnung samt Ladekontakten und das Silikonband nutzt weiterhin eine einfache Dornschließe.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist das pure Gewinnoptimierung. Schon das 1,6 Zoll große Display im Aluminiumgehäuse des Vorgängers lag angenehm leicht am Arm und bot für Benachrichtigungen ausreichend Fläche. Bestehende Fertigungswerkzeuge und Zubehörteile einfach weiterlaufen zu lassen, spart Samsung Millionen an Entwicklungskosten. Für uns Nutzer bedeutet das: Wer bereits die dritte Generation besitzt, bekommt optisch keinen einzigen Kaufgrund geboten.

Goodix GH3036: Ein neuer Sensor für maximale Ausdauer

Die Existenz des neuen Trackers überrascht Insider nicht mehr. Bereits im August tauchten offizielle Zulassungsunterlagen für das Modell SM-R391 auf, in denen das Gerät unmissverständlich mit dem Codenamen FIT4 geführt wurde. Die neuen Videosequenzen bestätigen diese Dokumente nun bis zur letzten Gehäuseschraube.

Technisch setzt Samsung neben Bluetooth Low Energy auf einen konkreten Neuzugang: das optische Sensormodul GH3036 von Goodix. Dieser Chip ist kompromisslos auf minimale Stromaufnahme bei dauerhafter Pulsmessung und Vitalwert-Überwachung ausgelegt. Samsung trimmt das Band damit gezielt auf Ausdauer, statt neue Stromfresser einzubauen.

Das ist technisch vernünftig, reicht allein aber nicht aus. Schon die Galaxy Fit 3 für rund 65 Euro glänzte mit bis zu 13 Tagen Akkulaufzeit und solider Schlafanalyse. Wenn Samsung diesen neuen Sensor lediglich nutzt, um zwei Tage mehr Laufzeit herauszuholen, ohne neue Metriken in Samsung Health zu liefern, verpufft der Mehrwert im Alltag.

Preiskampf am Handgelenk: Budget-Waffe gegen Googles Fitbit

Der Zeitpunkt für diesen Vorstoß ist hochbrisant. Google greift das Segment bezahlbarer Tracker aktuell frontal an: mit dem minimalistischen, bildschirmlosen Fitbit Air für 99 Dollar und dem üppiger ausgestatteten Fitbit Edge für 179,99 Dollar. Beide Modelle zielen auf Sportler, die gezieltes Gesundheitstracking ohne die Ablenkungen einer Smartwatch suchen.

Samsung kontert Google über den Preis. Während Googles Tracker spürbar teurer ausfallen, wird das Galaxy Fit 4 voraussichtlich wieder für rund 60 Dollar beziehungsweise knapp 65 Euro starten. Damit ignoriert Samsung Googles Premium-Vorstoß und sichert stattdessen das Einstiegssegment gegen die Billig-Konkurrenz aus China ab.

Wer auf autarkes GPS zum Laufen ohne Smartphone oder mobiles Bezahlen via NFC gehofft hat, schaut erneut in die Röhre. Für diese Features drängt Samsung die Kundschaft weiterhin knallhart zur deutlich teureren Galaxy Watch 9. Für alle, die nur einen leichten, extrem günstigen Schrittzähler suchen, bleibt das Fit 4 eine zweckmäßige Einstiegsdroge ins Galaxy-Ökosystem – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

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